4. Mose 11

Als ich den letzten Absatz dieses Kapitels gelesen hatte, verstand ich ihn noch nicht völlig. Erst, als ich mich ein wenig intensiver mit diesem doch heftigen Geschehnissen befasst hatte, durfte ich dank des Heiligen Geistes verstehen, warum Gott in diesem Absatz so gehandelt hat. Bevor ich diesen zitiere, möchte ich allerdings ein wenig das 11. Kapitel zusammenfassen, damit jeder Leser einen Überbelick bekommt.

Das israelitische Volk war durch Gottes auserwählten Anführer (Mose) aus Ägypten herausgeführt worden. Sie wanderten schon seit einiger Zeit durch die Wüste und in dieser Zeit schrie es zum Herrn, dass sie unglücklich mit der Situation waren. Das Volk erinnerte sich an die saftigen Melonen, die sie in Ägypten aßen, oder die vollen Fleischtöpfe, wo sie sich bedienen durften. Mose ist sichtlich verärgert über das unzufriedene Volk und wendet sich an den Herrn: 13 Woher soll ich Fleisch nehmen, um es diesem ganzen Volk zu geben? Denn sie jammern vor mir und sprechen: Gib uns Fleisch zu essen! 14 Ich kann dieses ganze Volk nicht allein tragen; denn es ist mir zu schwer.“ (4. Mose 11, 13 – 14)

Der Herr lässt daraufhin ziebzig Älteste aus dem Volk auswählen, die seine (des Volkes) Vorsteher sind und mit Mose versammeln sie sich daraufhin an dem Zelt der Zusammenkunft. Der Herr verspricht Moses, dass die siebzig Ältesten die Last mit ihm tragen werden, so dass er nicht mehr allein die Sorgen des Volkes tragen muss.

Gott teilt ihnen mit, dass sie ab morgen Fleisch zu essen bekommen werden und das nicht nur einen Tag oder eine Woche, nein. Bis zu einem Monat soll das Volk jeden Tag Fleisch essen  bis es euch zur Nase [wieder] herauskommt und euch zum Ekel wird, weil ihr den Herrn, der in eurer Mitte ist, verworfen habt; weil ihr vor ihm geweint und gesagt habt: »Warum sind wir nur aus Ägypten gezogen?« (4. Mose 11,  20b)

Das Fleisch ist ein Gerichtsurteil, denn der Herr sagt sehr deutlich was er von dem Geschrei des Volkes hält. Deshalb soll das Volk soviel Fleisch zu essen bekommen, bis es sich davor ekelt. Das kann jeder selbst ausprobieren mit einer Speise die er gerne isst, z.b. Pudding. Vielleicht isst du ihn drei Tage gerne aber irgendwann wird dir der Pudding nicht mehr so schmecken, wie er das anfangs tat.

An dem folgenden Tag lässt der Herr Wachteln durch den Wind ins Lager tragen, bis zu einem Meter hoch stapeln sich diese Tiere, so zahlreich sind sie. Und hier möchte ich die Schlussverse zitieren, die das elfte Kapitel abschließen.

32 Da machte sich das Volk auf an diesem ganzen Tag und die ganze Nacht und an dem ganzen folgenden Tag, und sie sammelten die Wachteln; und wer am wenigsten sammelte, der sammelte 10 Homer, und sie breiteten sie weithin aus um das Lager her.
33 Als aber das Fleisch noch zwischen ihren Zähnen und noch nicht verzehrt war, da entbrannte der Zorn des Herrn über das Volk, und der Herr schlug sie mit einer sehr großen Plage.
34 Daher nannten sie jenen Ort »Lustgräber«, weil man dort das lüsterne Volk begrub.
35 Von den Lustgräbern aber brach das Volk auf nach Hazerot, und sie blieben in Hazerot.

Es gibt zwei Stellen, die einem erklären, warum der Herr so hart das Volk bestrafte. Auch wenn es nicht explizit geschrieben wurde, aber diejenigen, die mit der Plage geschlugen wurden, verstarben. Denn der Name Kibrot-Hattaawa bedeutet = Gräber des Gelüstes.

Sehen wir uns den Vers 32 an, denn die zwei Schlüsselstellen befinden sich in diesem Vers (fett markiert)

32 Da machte sich das Volk auf an diesem ganzen Tag und die ganze Nacht und an dem ganzen folgenden Tag, und sie sammelten die Wachteln; und wer am wenigsten sammelte, der sammelte 10 Homer, und sie breiteten sie weithin aus um das Lager her.

Ich wusste nicht, was überhaupt Homer für eine Maßeinheit war, aber das konnte ich schnell nachschlagen und war erstaunt. Ein Homer sind ca. 220 Liter.

Zehn Homer = 2220 Liter. Da man diese Zahl auch nicht so gut erfassen kann, rechne ich das mal mit Badewannen (ca. 150 Liter) aus. Das wären also fast 15 voll gefüllte Badewannen und das für eine einzige Person!

Das Wörtchen wenig in diesem Vers sagt uns, dass das gerade das mindeste war, was gesammelt wurde und jetzt kann man vielleicht erahnen, warum der Herr so zornig wurde und das Volk strafte. Er hätte es nicht gestraft, wenn jeder von ihnen für den Tagesbedarf gesammelt hätte. Allerdings sind 15 Badewannen voll Fleisch nun nicht der Tagesbedarf. Und das erklärt auch, warum der Herr das Volk mit der Plage strafte.

Um die ganze Geschichte der Israeliten zu begreifen, muss man selbst die Kapitel lesen. Das ist nur ein einfacher Versuch meinerseits, manche Stellen etwas begreiflicher zu machen. Jedoch kommt das Wissen nicht von meiner Genialität her, sondern alleine durch die Gnade des Herrn Jesus Christus darf ich manches verstehen.

Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn! - 1. Kor. 15,58 -

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