Leben mit Jesus – 11- Das Gebet

10. August 2017 at 07:30

Lieber Leser!

Ich bin Christ, das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich alle Menschen liebe und den ganzen Tag lang für sie bete. In der Tat fällt es mir manchmal schwer, genau das zu tun, was Jesus mir aufgetragen hat, als er sagte, dass ich meinen Nächsten so lieben solle wie mich selbst.

Allerdings durfte ich dank der Gnade des Herrn recht schnell erkennen, dass wir aus uns selbst nicht schaffen können, was wirklich überdauert. So auch nicht die Liebe für einen Menschen, den wir aus den verschiedensten Gründen nicht mögen.

Es ist einfach, für seine Freunde zu beten, aber wie sieht es aus mit jemanden, der einen hasst, einen verlacht und einfach so schlimme Taten begangen hat, dass man keinerlei positive Gefühle und Empathie für diesen Menschen haben kann?

Ich würde mich persönlich nicht zu den großen Betern als Christ zählen. Eine Schwester, die ich gut kenne, betet oft für die Regierung, ich kann das nur selten. Wenn ich bete, dann muss ich dahinterstehen, sonst bin ich nicht anders wie die Pharisäer damals, die in der Öffentlichkeit sehr lautstark gebetet haben, so dass viele Leute glaubten, diese wären wirklich gläubig. Aber Gott sah in ihr Herz und sagte nur „Sie haben den Lohn im Leben schon erhalten“.

Wenn ich bete, dann mache ich das recht einfach und oft auch kurz. Das ist ganz sicher nichts, womit ich mich mit Ruhm bekleckere, oder stolz darauf sein kann. Es gibt sicher viele Geschwister in der Welt die ein viel stärkeres Gebetsleben als ich haben. Darum ist die folgende Geschichte, die mir passierte, für mich sehr emotional berührend.

Ich habe extra einige Zeit gewartet, sie niederzuschreiben.

Es war Anfang 2015, als ich in einer Nachrichtensendung von einem Sexualstraftäter und Mörder Van Den Bleeken hörte. Dieser wollte Sterbehilfe bekommen, weil ihm bisher ein Therapieplatz seit Jahrzehnten verweigert worden war.

Der Fall war klar, die Nachrichtenmoderatorin las weiter und berichtete, dass er noch an diesem Sonntag sterben würde.

Es war Montag.

Die Sachlage war klar, oder?

Ein Mensch, der andere geschändet und ermordet hatte, verdiente einfach keine Gnade mehr. Seine hatte er doch verwirkt, nicht wahr? Wahrscheinlich gab es viele Menschen, die Van Den Bleeken gerne höchstpersönlich „sein Licht“ ausgepustet hätten.

Diese Gefühle konnte ich nachvollziehen und merkte aber plötzlich wie tief in mir Gott eine unglaubliche Liebe für diesen Mann schenkte.

Ich konnte es nicht fassen, wollte es nicht fassen, dass man ihn einfach töten wollte, weil niemand ihm einen Therapieplatz geben konnte. Für mich war in dieser Sekunde klar, wenn er am Sonntag stirbt, wird er ins Gericht kommen und auf ewig in der Hölle brennen.

Ein Schauer lief über meinen Rücken. Ja, er war ein schlechter Mensch dieser Van Den Bleeken, verabscheuungswürdig und doch…und doch liebte Gott ihn.

Die Liebe Gottes geht über meinen Verstand hinaus, aber auch ich war einst ein Sünder gewesen, der in Feindschaft mit Gott lebte. Und Gott rettete mein irdisches Leben als ich sterben wollte. Vielleicht konnte ich darum Mitgefühl für ihn empfinden, aber diese Liebe schenkte mir eindeutig der Herr.

Ich war zu dieser Liebe nicht fähig.

Aber ich wusste, was ich tun konnte, das einzige was ich tun konnte.

Ich ging auf die Knie, betete für die Rettung dieses Mannes, dass er am Sonntag nicht sterben müsse, dass er einen Therapieplatz bekäme und den Kontakt zu einem Christen, der ihm von Jesus Christus erzählte. Die Tränen rollten über mein Gesicht, mir war es noch nie so ernst mit dem Beten wie an diesem Tag.

Alle Zeichen standen auf Verlieren.

Die Ärzte hatten grünes Licht für die Sterbehilfe gegeben.

Seine Verwandten hatten sich schon von ihm verabschiedet.

Er selbst freute sich auf Sonntag, um endlich sterben zu können.

Alle Zeichen standen gegen mich.

Aber ich hatte den Herrn auf meiner Seite.

Selbst wenn alles von den Menschen vorbereitet wurde, er stand über all dem. Er konnte das Unrecht, welches diesem Menschen bevorstand, noch wenden. Denn die Worte Gottes sind eindeutig:

Und so gewiß es den Menschen bestimmt ist,
einmal zu sterben,
danach aber das Gericht.
– Hebräer 9,27 –

Ich stand nach einiger Zeit auf, verbrachte den Tag mit anderen Dingen und legte all mein Hoffen und Bangen in die Hand meines Herrn. Wenn er wollte, würde Van Den Bleeken noch eine Chance auf das ewige Leben bekommen. Denn Jesus starb am Kreuz auch für die Sexualstraftäter und Mörder, selbst wenn wir als Menschen am liebsten diese ausschließen würden.

Doch Gott ist anders als wir und das ist auch gut so.

Am nächsten Tag stand ich auf und ging online, um die Nachrichten zu lesen.

Das, was ich las, konnte ich zuerst nicht begreifen.

Die Ärzte, die zuvor noch grünes Licht für die Sterbehilfe gegeben haben, hatten den Termin am Sonntag nicht nur abgesagt, sondern das ganze Unterfangen wurde komplett gestrichen. Nun sollte er doch noch einen Therapieplatz bekommen.

Für Van Den Bleeken war das äußerst ärgerlich, er regte sich ziemlich auf, war er doch so froh gewesen, am Sonntag zu sterben. Aber ich war froh und glücklich, dass dieser Mensch noch eine Chance vom Herrn bekommen hatte.

Ich bin nicht so vermessen, zu sagen, dass mein Gebet all das bewirkt hatte.

Denn Gott hat mir die Liebe für diesen Menschen geschenkt. Einen Menschen, den ich aufgrund meiner Vergangenheit (als Opfer eines Mannes) einfach nicht lieben könnte, selbst wenn ich wollte. Doch der Herr öffnete mein Herz für ihn und ich durfte wirklich für ihn hingebungsvoll beten und bitten. Und als ich sah, dass der Herr ihm nochmal eine Möglichkeit gab für das ewige Leben, war ich mehr als dankbar.

Dieses Gebet hat für mich viel bewirkt und immer wieder wenn ich daran denke, ergreift mich diese Situation. Ja, für Jesus sind wir alle Sünder, alle schlechte Menschen die seiner Rettung bedürfen. Für Gott gibt es keine guten Menschen, da wir durch den Sündenfall alle gefallen sind.

Und Gott gibt selbst denen, die wir aufgeben und am liebsten aus unserer Gesellschaft tilgen wollen, noch eine Chance, zu ihm umzukehren.

Ob Van Den Bleeken das Angebot Gottes annehmen wird? Wer weiß.

Wenn er aber irgendwann stirbt, habe ich den Frieden, dass er nochmal eine Chance bekommen hat. Ob er diese ergreift, das liegt jetzt ganz bei ihm.

Der Herr ist Richter über unser Leben, nicht wir.

Jesus hat sich damals zu den Huren und Zöllnern gesetzt (beides Berufsgruppen, die von der Gesellschaft als Abschaum bezeichnet wurden) und mit ihnen gespeist. Er war sich nie zu schade, Menschen anzuhören, die ihn ernst nahmen. Auf der anderen Seite hat er mehrmals sehr hart zu den Pharisäern gesprochen und sie als Otterngezücht bezeichnet, weil sie die Menschen von der Wahrheit abhalten wollten.

Die Pharisäer wollten von Jesus nichts wissen und das haben sie mit ihrem ewigen Leben bezahlt.

Ob wir einen ewigen Frieden mit Gott haben oder das ewige Gericht erleiden müssen, das wir ausschließlich mit der Frage beantwortet, ob wir Frieden mit Gott durch seinen Sohn Jesus Christus geschlossen haben.

Können wir das mit einer lauten Stimme bejahen, dann wird Gott unser Leben total verändern und das zum Guten hin! Wir leben dann nicht mehr aus uns selbst, sondern mit Gott leben. Und diese Geschichte, wie ausgerechnet ich einen solchen Menschen aus tiefsten Herzen lieben und für ihn beten konnte, das kann nur der Herr bewerkstelligen.

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen

Hier gibt es noch einen Link zu einem Zeitungsartikel, für diejenigen, die gerne mehr darüber erfahren möchten: Klick

Leben mit Jesus – 10 – Die Glaubensprüfung

8. Juni 2017 at 08:12

Letztes Wochenende war ich zum allerersten Mal auf einer christlichen Jugendfreizeit.

Ich habe mich erst 2013 zum Herrn bekehrt und bin durch meine psychischen Einschränkungen nicht oft in großen Menschengruppen unterwegs. Stress geht bei mir sofort durch, ich kann das als nicht isoliertes Gefäß beschreiben.

Der große psychische Zusammenbruch erfolgte 2011, also vor meiner Bekehrung. Damals musste ich einige Monate in Kliniken verbringen und anschließend lernte ich nur langsam, wieder alleine in meiner Wohnung zurechtzukommen.

Nach meiner Bekehrung betete ich natürlich oft für Heilung, aber eben auch, dass Gott seinen Willen geschehen lassen soll. Das tut er sowieso, aber es ist sehr tröstlich zu wissen, dass der Herr den Plan für einen hat und alles zum Besten dient.

Wie kann in einer Schwäche Gott groß werden?

Genau darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Ich hatte für die Freizeit Vorkehrungen getroffen, eine liebe Schwester würde sich um meine Katzen kümmern. Am Freitag packte ich den letzten Rest meiner Sachen zusammen und fuhr zu einem christlichen Paar, welches mich mitnehmen würde nach Wrist.

Im Auto fragte man mich, was ich empfinden würde. Ich antwortete ehrlich:

„Eine Mischung aus Freude und Panik.“

Wir lachten alle herzlich darüber.

Und doch sollte sich beides später bewahrheiten.

Der Abend war vollgepackt mit Programm und ich hatte mich bei der Planung für die Abschlussansprache eingetragen, weil ich dort mein Zeugnis geben wollte. Um Christen etwas kennen zu lernen, ist es am besten, sich ihr Zeugnis anzuhören. Nach einem sehr ausgefüllten und gesegneten Abend mit den Geschwistern wurde es Zeit, ich stand auf und trat vor die versammelten Brüdern und Schwestern.

Komischerweise bin ich bei sowas nicht aufgeregt – ich hatte nichts schriftliches vorbereitet und trug frei meine Lebensgeschichte in kurzen Sätzen vor.

Anschließend beteten wir noch und ich – schon recht müde – ging ins Bett.

Die Nacht war sehr schwierig für mich, ich konnte kaum schlafen und gerädert stand ich am nächsten Tag auf. Schon da merkte ich, dass ich mich anders fühlte als sonst.

Wir frühstückten ausgiebig und sehr lecker zubereitet von den „Küchenengeln“ (Geschwister die extra zur Freizeit mitkamen, um uns zu bekochen!). Aber meine Laune konnte das nicht heben.

Das Vormittagsprogramm startete und ich war völlig neben der Spur. Glücklicherweise war es eine Gruppenarbeit, so das niemand merkte, dass das Thema mich nicht tangierte. Lustlos kritzelte ich Zeichnungen auf den Fragezettel und innerlich merkte ich, wie eine tiefe Traurigkeit in mir hochstieg.

In der Mittagspause ging ich aufs Klo und verdrückte da ein paar Tränen – ich konnte mich aber nochmal fangen und wusch mein Gesicht mit kaltem Wasser.

Was war nur los?

Ich war umgeben von lieben Geschwistern und dennoch fühlte ich eine innere Unruhe, Aufgewühltheit und den starken Drang nach Hause fahren zu wollen.

In der Mittagspause setzte ich mich an das Klavier und spielte ein paar Melodien, die ich gerade eingeübt hatte. Eine Schwester kam dazu und fragte mich:

„Bist du nicht hungrig?“
„Nein.“
„Ist der Grund ein seelischer oder hast du wirklich keinen Hunger?“
„Beides.“
„Ja, so klingst du auch gerade.“

Ich wusste, dass viele Geschwister für mich gebetet haben, dass ich die Freizeit gut überstehen würde. Mein Schlafrythmus war völlig anders und das volle Programm am Tag war eine Herausforderung. Außerdem musste ich Medikamente nehmen, die auch nicht ohne waren.

Und nun war gerade ein Tag vergangen und ich war am Ende.

Als ich hörte, dass ein Bruder mit seiner Familie uns besuchen und die Kanutour mitmachen würde (auf die ich mich ebenso freute!), sah ich einen Ausweg aus meinem Dilemma.

Als ich mit den Leitern sprach, war ein dicker Kloß in meinem Hals. Aber ich war emotional mit einigen Dingen überfordert und brauchte einfach Ruhe.

Ich war sehr dankbar, wie man mir gegenüber reagiert hat.

Mit Verständnis und Liebe.

Nach der Kanutour „überfiel“ ich den armen Bruder, der von meinem inneren Zerwürfnis noch nichts ahnte. Ich hatte gedacht, dass er über meinem Ort nach Hause fahren würde, aber das hatte er nicht geplant. Wegen mir nahm er einen Umweg in Kauf und das rechnete ich ihm hoch an.

Innerlich zufrieden – aber noch immer aufgewühlt – packte ich meine Sachen und ging zum Auto. Es fiel mir schwer, mich nicht von allen zu verabschieden, aber ich wollte verhindern, dass ich in einen Heulkrampf ausbreche. Manche Menschen mögen vor Anderen weinen und ihre Gefühle ausleben, aber ich gehöre nicht dazu.

Als ich zu Hause angekommen war, fiel eine Last von meinen Schultern.

Ich rief sofort meine Mutter an und wir redeten einige Zeit.

Ich hatte auch das Bedürfnis auf Facebook darüber zu schreiben, weil dort auch einige Geschwister für mich gebetet hatten. Als ich den Beitrag beendet hatte, fühlte ich mich wie befreit.

Spät Nachts legte ich mich ins Bett, weil ich so aufgekratzt war, konnte ich nicht eher schlafen gehen. Dafür schlief ich 12 Stunden fest durch und stand ausgeruht (na, das sollte nach so einer langen Zeit auch so sein) und selig auf.

Selig?

Ja.

Bei manchen Dingen braucht man eine gewisse Zeit, um zu erkennen, woher sie kommen. War das alles eine Anfechtung vom Feind gewesen, der mich von meinen Geschwistern trennen wollte? Das könnte sein.

Aber ich merkte auch, dass Gott nicht wollte, dass ich das volle Wochenende dort verbringe, weil mich das überfordert hätte. Und zwar in einer Weise, die nur sehr schwer zu verstehen ist. Menschen mit Depressionen, können das eher nachvollziehen.

Kommen wir zurück zur Seligkeit.

Ich mag das Wort.

Denn ich habe am Wochenende und jetzt immer noch wo ich das schreibe, eine tiefe Zufriedenheit empfunden. Und das hat mir der Herr geschenkt.

Immer mehr erkenne ich, dass es sein Wille war, dass ich nur einen Tag dort verbrachte.

Und genau darum bin ich meinem Herrn dankbar.

Denn ich bete darum, dass sein Wille geschieht und nicht meiner. Er hat das Beste für mich im Sinn. Ich hätte mich durch das Wochenende quälen können und wäre irgendwann wohl heulend in einer Ecke gesessen wo die Geschwister nicht verstanden hätten was mit mir los gewesen wäre (und was bin ich Gott dafür dankbar, dass dieser peinliche Moment nicht eingetreten ist!).

Ich habe vor meiner Bekehrung, als ich noch Soldat war, mich öfters durch unangenehme Situationen gekämpft. Mehrmalige Versetzungen mit kurzer Vorlaufzeit (eine Spezialität des Bundes), Mobbing durch Vorgesetzte, Überforderung am Arbeitsplatz, weil die Einweisung mangelhaft war, etc etc.

Ich habe gekämpft, bis fast zur völligen Selbstvernichtung.

Es fällt mir immer noch nicht leicht, zuzugeben, dass ich vieles nicht mehr so schaffe, wie gesunde Menschen, aber eines kann ich: Ich vertraue meinem Herrn!

Ich vertraue ihm, dass ER den Plan für mein Leben hat und ER will, dass alle Dinge die mir geschehen, zum Besten dienen. Weil er mein Herr ist, weil er mein Retter ist.

Weil ich meinen Herrn liebe.

Und weil er mich liebt.

Wir Christen sehen oft nur die oberflächlichen Dinge, wie z.b. die erforderliche Heilung von meinen Depressionen und Schwächen. Aber diese Dinge machen mich sensibel für andere, die dasselbe empfinden und sie schützen mich vor meiner Ignoranz, mich zu überfordern.

Das bedeutet nicht, dass ich keine Heilung will, aber ich vertraue da meinem Herrn. Er schenkt Heilung oder nicht. Der Apostel Paulus hatte auch um Heilung gebetet, aber Gott sprach zu ihm:

„Lass dir an meiner Gnade genügen.“

Können wir das auch?

An der Gnade Gottes uns genügen?

Das Wochenende war darum einer sehr gute Glaubensprüfung für mich, aber auch eine für meine Geschwister. Sie konnten mich etwas besser kennen lernen und meine Schwächen vielleicht besser verstehen.

Ich bin davon überzeugt, dass aus dem, was am Wochenende geschehen ist, etwas sehr gutes und fruchtbares wachsen wird! Denn Gott ist groß und einzigartig, einmalig, wunderbar.

Er ist mein Herr.

Und ich bin sein Kind.

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Leben mit Jesus – 09 – Das Portemonnaie

19. Mai 2017 at 12:28

Vor kurzem ist mir etwas passiert, dass mir wieder einmal zeigt, wie großartig Gott ist.

Der Tag fing dabei ganz normal an, Abends wollte ich zum Jet gehen, das ist der Jugendhauskreis unserer Gemeinde. Wie üblich passierte ich die Straße, um auf die andere Seite zu wechseln.

Dabei fiel mein Blick auf etwas, das neben einem Reifen lag.

Es war ein Portemonnaie.

Ich runzelte mit der Stirn. Es sah einfach zu neu aus, als das es von dem Besitzer weggeworfen worden wäre. Also hob ich es auf und öffnete es.

Staunend musste ich erkennen, dass es vollständig gefüllt war und selbst das Geld war noch enthalten. Zuerst war es für mich etwas komisch, in einem fremden Portemonnaie nach dem Ausweis des Besitzers zu wühlen, aber ich wollte es unbedingt wieder zurückbringen und ihr/ihm eine Freude bereiten.

Nach einigen Minuten konnte ich anhand des Studentenausweises die Adresse des Mädchens ausfindig machen und glücklicherweise wohnte sie nur ein paar Häuser weiter.

Also ging ich direkt dorthin und betätigte die Klingel, aber leider machte mir niemand auf.

Dann eben ein andernmal.

Ich fuhr zum Jet und dort wurden Flyer von Steps 365 verteilt. Diese Organisation spricht gezielt Jugendliche und junge Erwachsene an, um mit ihnen über Gott zu reden. Das war genau, das was ich brauchte.

Ich hatte mich vorhin, als ich vor der Haustür stand, schon geäergert, dass ich keinerlei Material über Jesus dabei hatte. Meine Mutter besaß immer Flyer in ihrer Handtasche und konnte diese schon öfters an interessierte Menschen abgeben.

Dankbar „versteckte“ ich eine der Visitenkarten von Steps in den Geldbeutel. Möge das Mädchen sie finden und Kontakt zur Gruppe aufnehmen.

Im Leben gibt es keine Zufälle, sondern alles ist von Gott geplant.

Es war kein Zufall, dass ich über das Portemonnaie gestolpert bin und dass das Mädchen in unmittelbarer Nähe wohnt. Der Herr hat in mein Herz gesehen und meinen Wunsch, das Evangelium an andere weiterzugeben.

Ich ging am nächsten Tag wieder dorthin und diesmal öffnete man mir die Tür.

Gespannt stieg ich die Stufen hinauf in den ersten Stock. Eine junge Frau stand an der Tür und auch wenn ich mir sicher war, dass sie es war, fragte ich nach ihrem Namen.

Als ich ihr sagte, dass ich ihr Portemonnaie gefunden hatte, freute sie sich unglaublich darüber.

Ich überreichte es ihr und fassungslos vor Glück bedankte sie sich bei mir. Sie hatte schon überlegt, ihre Karten sperren zu lassen. Noch immer freudestrahlend lief sie in die Wohnung und gab mir Trinkgeld.

Der Herr ist eben groß, er hat mir dieses Portemonnaie quasi direkt vor meine Füße gelegt und dafür gesorgt, dass ich sein Wort verbreiten durfte.

Vor Aufregung vergaß ich den Flyer ihr zu überreichen, aber ich warf ihn in ihren Briefkasten und betete, dass sie ihn aufmerksam lesen würde.

Es gibt keine Zufälle.

Der Herr will, dass alle Menschen errettet werden und er spricht jeden von uns viele Male im Leben an. Aber es liegt an uns, ob wir ja dazu sagen oder nicht.

Ich hoffe, dass die junge Frau zu Jesus findet.

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Leben mit Jesus – 08 – Das Gefängnis

4. Mai 2017 at 08:12

Hast du dich schon mal gefragt, wie das ist, in einem Gefängnis zu sitzen? Wenn der Richter die Strafe verkündet hat, die Zellentür sich hinter einem schließt und die Erkenntnis sich Tonnenschwer auf die Schulter legt und einem bewusst wird, dass man so schnell aus diesem Gebäude nicht mehr rauskommt.

Millionen von Menschen sitzen Weltweit in Gefängnissen, haben dabei mehr und minder Straftaten begangen. Vom Scheckraub bis Mord ist alles dabei. Für viele ist es oft schwer, sich ihrer Taten bewusst zu machen. Manche ignorieren ihr Gewissen, welches zu ihnen spricht und von ihnen Rechenschaft verlangt, so lange, bis sich das Gewissen zurückzieht, verstummt.

Die Realität leben sie nun in einer Zelle aus, die aus wenigen Quadratmetern besteht. Manche müssen diese mit anderen teilen – Privatsphäre gibt es nun nicht mehr. Alle Aktivitäten sind streng limitiert und werden nach einem festgelegten Zeitplan absolviert.

Und wenn es Nacht wird, legt sich die Dunkelheit wie eine Decke auf sie, dann träumen sie von Bäumen, die im Herbst dem Wind sich beugen, dem Gras von einer frischgemähter Wiese, dessen Duft wie ein liebliches Parfüm in der Luft liegt. Sie träumen von ihrem Leben vor der Straftat. Aber wenn es Morgen wird, verfliegt der Traum.

Einige nehmen sich das Leben, weil sie nicht mit der Schuld, die sie auf sich geladen haben, klarkommen und sich der Wahrheit nicht stellen können oder wollen.

Viele kommen nach Monaten, Jahren frei, oft gebrochen und zu einem Leben ohne Straftat nicht mehr fähig. Viele die ins Gefängnis gegangen sind, kehren nach einiger Zeit wieder. Und ganz wenige, begehen freiwillig Straftaten, damit sie wieder in ihren heimischen 4 Wänden sind.

Wahrscheinlich gibt es viele Menschen, die auf Insassen herabblicken, ja vielleicht sogar ihnen ihre Menschenwürde absprechen. Manche freuen sich, dass es noch in einigen Ländern Todesstrafen gibt. Immerhin kostet es Geld, einen Menschen Zeit seines Lebens „durchzufüttern“.

Aber das ist unsere menschliche Sichtweise, die sich oft von den Gefühlen leiten lässt.

Wie sieht jedoch Gott uns?

Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben;
es gibt keinen, der Gutes tut,
auch nicht einen einzigen!
– Psalm 53,4 –

Für ihn, der ohne Sünde ist, ist selbst der kleinste, nichtigste schlechte Gedanke von uns Menschen Sünde. Ich muss demnach keinen Mord begehen, um als Mörder zu gelten. Denn in Gedanken habe ich, wenn ich wütend war, getötet.

Ein Gedanke reicht.

Ein schlechter Gedanke.

Das reicht dazu, dass wir in einem Gefängnis der Sünde sitzen.

Aber es gibt Rettung.

Denn anders als in einem normalen Gefängnis, wo der Schuldspruch und danach das Einsitzen folgt, ist es bei Gott andersherum. Wir sitzen in einem Gefängnis, weil wir freiwillig drin sind. Erstmal unfähig unsere Sündhaftigkeit anzuerkennen sitzen wir Tagein Tagaus und schmoren in unserem eigenen Saft.

Der Richterspruch steht bei uns noch aus. Aber wenn das Gericht einmal den Schuldspruch verhängt, sitzen wir nicht nur lebenslänglich ein, sondern ewig.

Weil wir arrogant waren und glaubten, wir könnten vielleicht durch unsere eigenen Werke zu Gott gelangen. Dabei will Gott uns den besten Anwalt zur Seite stellen, den es gibt: Er selbst!

In Wahrheit hat nämlich Jesus den Schuldspruch für uns ertragen. Am Kreuz auf Golgatha.

Und wenn ich daran glaube, meine Sünden Gott bekenne, dann werde ich von aller Schuld freigesprochen! Das ewige Todesurteil, welches über meinem Kopf schwebte, ist nun nicht mehr. Es ist aufgelöst, weil ein anderer für mich dieses Urteil getragen hat.

Freiwillig.

Aus Liebe zu mir.

Es ist eindeutig.

Ich bin NICHT besser, als ein Insasse, der in einem Gefängnis sitzt!

In Wahrheit saß ich selbst in einem Gefängnis. Doch Jesus hat am Kreuz meine Schuld bezahlt und mir durch sein Wort gezeigt, dass ich Vergebung von meinen Sünden haben darf!

Wenn ich sie bekenne.

Es gibt keine größere Freude, wenn ein Sünder seine Sünden demjenigen bekennt, der sie freiwillig auf sich geladen hat! Über das Wunder, dass Gott Mensch wurde und sich erniedrigte, bis zum Tod.

Ohne Jesus Christus würden wir alle weiterhin im Gefängnis sitzen und auf das Gerichtsurteil warten.

Dieses Urteil würde jedesmal lauten „Ewige Todesstrafe“.

Keine Chance auf Bewährung.

Ewig.

Und obwohl Gott uns durch seinen Sohn dieses große Wunder am Kreuz vollbracht hat, sitzen gerade in der heutigen Zeit viele Menschen im Gefängnis und warten ganz seelenruhig auf ihr Todesurteil. Viele lachen darüber, machen sich lustig und glauben, dass sie eine ewige Party in der Hölle erleben.

Aber das ist eine Lüge.

In der Ewigkeit gibt es entweder ewige Freude (im Himmel) oder ewiges Leid (in der Hölle). Die Bibel ist da eindeutig, da gibt es keinerlei Interpretationsspielraum.

Darum schreibe ich immer wieder darüber, um wachzurütteln.

Ich war nicht anders wie die Anderen, die noch im Gefängnis sitzen. Dank der Gnade des Herrn, durfte ich die Wahrheit durch das Wort Gottes erkennen.

Und als ich erkannte, das ich in einem Gefängnis sitze und den Schlüssel zur Freiheit in meinen Händen halte, sprang ich vom Bett auf und lief die Flure entlang. Ich schloss das Tor auf und war frei!

Dank des Herrn, dank seinem Opfer!

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Leben mit Jesus – 07 – Die Krise

20. April 2017 at 07:28

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben sollte, mich dann aber letztendlich dafür entschieden. Weil Krisen normal sind. Weil es Heuchlerei wäre, wenn ich dieses Thema nicht angehen würde und stattdessen über etwas schreibe, was mir nicht auf dem Herzen liegt.

Das Leben als Christ ist ein gesegnetes Leben. Man ist erlöst durch das Blut Jesu und hat Gewissheit, dass man nach dem irdischen Tod in Ewigkeit in Frieden mit dem Herrn und den Geschwistern lebt. Darüber alleine nachzudenken, erfüllt mich jedesmal mit Freude.

Allerdings lebt man als Christ im hier und jetzt und der Feind (Satan) kennt jede Schwachstelle des Menschen. Und er versucht, in jeder Situation Sand ins Getriebe zu werfen, um dem erlösten Menschen die Lebensfreue zu nehmen.

Bevor ich mich bekehrte, war mein Leben oft sehr dunkel. Depressionen hatte ich ständig, dabei auch sehr starke Suizidgedanken gehabt, die ich manchmal in die Tat umgesetzt habe. Ich wollte endlich frei und glücklich sein, aber stattdessen schwebte eine dunkle Wolke direkt über meinem Haupt.

Rufe mich an am Tag der Not,
so will ich dich erretten,
und du sollst mich ehren!
– Psalm 50,15 –

Ich kämpfte viele Jahre dagegen an und wäre beinahe gescheitert. Wobei, ich bin gescheitert und der Herr rettete mich. Ich kann nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin.

Mit diesem Beitrag möchte ich vermitteln, dass die Vergangenheit einen immer mal wieder einholen kann, auch wenn man als Kind Gottes um die Erlösung weiß.

Ein guter Spruch besagt:

Entweder man steht vor einer Krise
oder hat sie gerade hinter sich
oder steht gerade mitten drin.

Ja, der Feind kann mich die Stufen runterwerfen, aber Gott wird nicht zulassen, dass ich daran zerbreche! Der Herr hebt mich auf, klopft mir den Staub von meinen Klamotten und geht mit mir weiter den Weg!

Und genau das zu wissen, hilft mir, aus diese Krise zu kommen.

Das passiert manchmal nicht über Nacht und sofort.

Aber je mehr ich mich mit Gott und seinem Wort beschäftige, desto besser geht es mir.

Es ist wahr, in der Krise wächst man mit dem Glauben. Ich habe den besten Anwalt, den es auf dieser Welt gibt: Jesus Christus! Auch wenn die schwermütigen Gedanken in Wellen auf mich zurollen und mir die Freude aus dem Leben nehmen wollen, weiß ich, dass der Herr mit mir ist!

Jeder besitzt von uns eine Vergangenheit, die mal mehr mal weniger traurig ist. Es gibt immer Ereignisse in dem Leben, die für uns schmerzhaft sind. Wenn ich mich zum Herrn bekehre, schenkt er mir eine neue Natur. Aber auch wenn die alte Natur sozusagen als „tot“ angesehen wird, lebt sie noch solange bis ich gestorben bin.

Darum entsteht manchmal ein innerer Kampf, das Gute gegen das Böse und darum kann man als erlöstes Kind Gottes traurig sein, auch wenn man um die Erlösung weiß.

Nur die Wahrheit kann mich befreien! Indem ich meine Gefühle eingestehe, zum Herrn bete und mich an das Gute im Leben erinnere, komme ich langsam aus dem tiefen Loch raus, in dem ich drinstecke.

Ich weiß, dass der Herr alles in seiner Hand hält. Und sicher kann ich manchmal nicht nachvollziehen, warum dieses oder jenes in meinem Leben geschieht. Aber ich vertraue dem Herrn, denn nur Er alleine ist gut. Er liebt mich und er hat meine Seele vor der Hölle gerettet.

Dieser Gott — sein Weg ist vollkommen!
Das Wort des HERRN ist geläutert;
er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.
Denn wer ist Gott außer dem HERRN,
und wer ist ein Fels außer unserem Gott?
Gott ist es, der mich umgürtet mit Kraft
und meinen Weg unsträflich macht.
– Psalm 18,31-33 –

Die Worte des Herrn sind immer richtig, er irrt sich nie. Ich dagegen, ein wankelmütiger Mensch, mit Höhen und Tiefen. Ach herrjeh, nee. Es ist nicht gut, am Herrn zu zweifeln, denn das ist genau das, was der Feind will.

Er will, dass ich hier auf der Erde leide, denn meine Seele ist errettet, die kann er mir nicht mehr nehmen. Also will er mir die Freude auf der Erde nehmen, damit ich kein Zeugnis für den Herrn mehr sein kann und anderen Menschen die frohe Botschaft des Evangeliums bringen kann.

Manchmal schaffe ich es, mit diesen Gedanken der Versuchung zu widerstehen, aber an anderen Tagen fühle ich mich schwach und tue genau das, was ich mir vorgenommen hatte, nicht zu tun. Doch dann hilft mir der Gedanke, dass in meiner Schwachheit Gott stark wird. Er wird mich nicht zerbrechen, wenn ich nicht mehr kann, sondern hilft mir durch die schwere Zeit.

Jedesmal.

Egal wie oft.

Darum liebe ich meinen Herrn und darum sehe ich immer Licht am Ende des Tunnels.

Er hat mich errettet – nicht nur mein irdisches Leben, sondern das ewige!

Ich kann ihm gar nicht oft genug danken dafür.

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Leben mit Jesus – 06 – Der Hund

23. März 2017 at 12:22

Vor kurzem habe ich folgende Geschichte erlebt, die ich euch gerne erzählen möchte.  Vor einigen Wochen musste ich ein Paket zur Post bringen, um es zurückschicken zu lassen. Ich habe das Privileg, in der Stadt zu wohnen und eine Monatsfahrkarte zu besitzen.

Als ich das Paket weggebracht und an der Haltestelle stand, um nach Hause fahren zu können, fiel mir auf der gegenüberliegenden Hausseite ein kleiner Hund auf, der flotten Schrittes um die Ecke bog. Zunächst lief er zu den Leuten, die ihrerseits an der Busshaltestelle standen und ich dachte, dass sich darunter der Besitzer finden würde.

Falsch gedacht.

Niemand beachtete den kleinen Kerl und nach einigen Minuten drehte er um und lief die Straße weiter hoch. Noch immer gab es keinen Besitzer, der den Hund rief oder hinter ihm her lief.

Ich beschloss, ihm zu folgen und verließ die Bushaltestelle.

Da ich selber Tierbesitzer bin, weiss ich, wie es sich anfühlt, wenn man das Haustier vermisst. Und immer mal wieder entdecke ich Plakate von (meistens Katzen) die verschwunden waren. Ich wollte dem Besitzer dieses kleinen Hundes genau das ersparen und joggte hinter dem kleinen Kerl her, der ein beachtliches Tempo an den Tag legte.

Als ich ihn eingeholt hatte, waren wir schon ein gutes Stück von der Stelle entfernt, wo ich ihn zuerst gesehen hatte. Ich kniete mich nieder zu ihm und versuchte, seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Nervös kam er zu mir, schnüffelte kurz an meiner Hand und drehte sich wieder um. Er trug ein blaues Geschirr und trotz meiner Versuche, eine Bindung zu ihm herzustellen, ließ er mich schnell links liegen.

Der kleine Kerl zitterte und blickte sich immer wieder um, er suchte sein Herrchen und ich war es ganz offensichtlich nicht!

Was sollte ich nun tun?

Ich stand hilflos in der Gegend rum und dachte verschiedene Szenarien durch. Ins Tierheim konnte ich ihn bringen, leider wusste ich nicht genau, welche Buslinien dorthin fuhren und auf der anderen Seite hatte ich keine Leine, um den Hund anzuleinen. Und auf den Arm und nach Hause nehmen ging schon mal gar nicht, weil ich drei Katzen in der Wohnung habe, die Hunde nicht gewöhnt sind.

Während ich noch nachdachte, wie ich etwas Gutes aus dieser Situation machen konnte, drehte sich der Hund weg und spurtete weiter den Weg hoch.

Jetzt fühlte ich mich noch hilfloser.

Aber ich wusste, was ich tun konnte.

Ich betete!

Ich bat Gott, dass er auf das Leben des kleinen Hundes aufpasst und dass sein Besitzer ihn finden möge.

Danach ging ich – noch immer bedrückt – nach Hause.

Wir Menschen wollen oft über unser Leben bestimmen und wenn wir feststellen müssen, dass wir gerade hilflos sind und nichts machen können, dann frustriert uns das. Doch ich wusste, dass ich Gott vertrauen kann, er würde mein Gebet hören.

Die Zeit verging.

Wochen zogen ins Land und ich dachte seltener an den kleinen Hund.

Dann musste ich wieder in die Stadt fahren und stieg in den Bus. Als wir so die Straße entlangfuhren, erblickte ich einen älteren Mann, der mit einem kleinen Hund spazierenging. Er trug ein blaues Geschirr.

Ich konnts nicht fassen, aber das war der kleine Hund, den ich Wochen zuvor auf der Straße gesehen hatte! In dem Moment war ich so dankbar, dass kann man sich nicht vorstellen.

Für manche scheint vielleicht die Geschichte unwichtig zu sein, aber mir zeigt das Erlebnis, dass Gott sich auch um die kleinsten Dinge kümmert. Für ihn ist nichts unwichtig, wie für manche Menschen. Ich bin froh, wissen zu dürfen, dass der kleine Kerl wieder zu seinem Besitzer zurückgefunden hat!

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Leben mit Jesus – 05 – Der Granitblock

2. Februar 2017 at 08:42

Was für eine seltsame Überschrift, oder?

Nein, ich habe mir keinen Granitblock gekauft – oder dergleichen.

Der Granitblock steht für ein Gefühl, welches äußerst stark und zerstörerisch werden kann. Dieses Gefühl nistet sich tief in unser Herzen ein und kann unser ganzes Wesen vergiften.

Eifersucht.

Eifersucht ist eine Leidenschaft,
die mit Eifer sucht,
was Leiden schafft.

Dieses Gefühl kann auch einen wiedergeborenen Christen befallen. Manchmal geschieht das so unbemerkt, dass man davon zuerst gar nichts bemerkt. Die Eifersucht kann aufkommen, wenn ein Arbeitskollege vor einem befördert wird (obwohl er noch nicht so lange in der Firma arbeitet). Sie kann aufflammen, wenn ein Sportler mit weniger Arbeit viel bessere Leistungen erbringt, als man selber. Eifersucht kann auf ganz verschiedenen Wegen auftauchen und keiner von uns ist davor sicher.

Als ich gestern über die Eifersucht nachdachte, tauchte ein Bild vor meinem geistigen Auge auf. Und zwar die eines großen Granitblocks, der mitten in meinem Zimmer steht. Jedesmal, wenn ich das Zimmer betrete, stoße ich mich an den harten Kanten. Und je länger ich diesen Granitblock in meinem Zimmer stehen habe, desto mehr gewinnt er an Volumen.

Anfangs war er noch klein und ich konnte ihn leicht umgehen, doch mittlerweile ist er zu einer stattlichen Größe herangewachsen und ich muss mich zwischen ihm und der Zimmerwand hindurchquetschen, um an meinen Schreibtisch zu gelangen. Irgendwann öffne ich die Zimmertür und werde nicht mehr hineintreten können. Der Block wird dann das gesamte Zimmer ausfüllen und nach und nach die ganze Wohnung in Besitz nehmen.

Die Eifersucht ist ein Gefühl, welches schon in der Bibel beschrieben wird. Und zwar als Werk des Fleisches.

Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind:
Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht,
Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen,
Neid, Saufen, Fressen und dergleichen.
Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus:
Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.
– Galater 5,19-21 –

Die Sätze sind hart, aber wahr. Wenn ich diesen Gefühlen fröhne, bin ich fleischlich. Allerdings bedeutet das nicht, dass ein wiedergeborener Christe niemals solche Gefühle verspürt. Als Christ habe ich jedoch – im Gegensatz zum nichtgläubigen Menschen – einen Ausweg aus dieser Situation.

Ich darf alles zum Herrn Jesus bringen!

Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede,
Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue,
Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies steht kein Gesetz.
Die aber Christus Jesus angehören,
die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.
Wenn wir im Geist leben,
so lasst uns auch im Geist wandeln.
Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten,
einander nicht herausfordern und beneiden.
– Galater 5,22-26 –

Gehöre ich Jesus an, habe ich mein Fleisch gekreuzigt! Ich lebe zwar nach wie vor im fleischlichen Körper, aber die Sünden wurden mit dem Blut Jesu bezahlt und dem Glauben an das ewige Opfer. Indem ich Gott um Rettung angerufen habe und an das Wunderwerk glaube, wurde ich von neuem geboren und bin ein Kind Gottes geworden!

Die Herausforderung besteht nun, im Geist zu leben und nicht im Fleisch. Das ist eine lebenslange Aufgabe und sie wird erst vollendet, wenn ich beim Herrn im Himmel bin. Denn dann habe ich meine fleischliche Natur hinter mir gelassen.

Das schöne ist, dass Gott mir immer zuhört. Ich darf mit allem zu ihm kommen! Kein Gebet wird ignoriert oder als minderwertig beachtet. Und so darf ich ihm auch von meiner Eifersucht erzählen und im Gebet darum bitten, dass Gott mir dieses Gefühl – diesen Granitblock – aus dem Herzen nimmt. Vielleicht klappt es nicht gleich beim ersten Gebet, aber es wird geschehen, dass wir feststellen werden, wie leicht es uns plötzlich geht und welchen Frieden man verspüren darf, wenn man alles zum Herrn Jesus gebracht hat.

Ich wünsche dir, dass du keine Granitblöcke in deinem Leben stehen hast und wenn das der Fall sein sollte, dass du diese zum Herrn Jesus bringen kannst. Dafür musst du aber an sein Erlösungswerk glauben und dich zu ihm bekannt haben. Nur dann kann Gott dir Heilung schenken.

Das wünsche ich dir!

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Leben mit Jesus – 4 – Der Tinnitus

13. Oktober 2016 at 07:51

Anspracheallg

Die letzten Wochen fiel es mir sehr schwer, regelmäßige Beiträge hier auf der Webseite zu veröffentlichen.
Das hatte einen Grund.

Es passierte an einem Mittwoch Abend, vor ein paar Wochen. An diesem Tag war ich surfen gewesen und war dem Herrn so dankbar, dass ich so langsam das Brett und Segel beherrschte. Ich hatte ja erst im Sommer mit dem Surfen begonnen, durfte aber schon jede Menge kleiner Erfolgserlebnisse für mich verbuchen.

Alles in allem war ich wirklich glücklich an diesem Tag und fuhr nach dem Surfen zufrieden und kaputt nach Hause. Später am Abend, als ich einen Film sah, nahm ich in meinem rechten Ohr ein Rauschen und Pfeifen wahr.

Je später der Abend wurde, desto beunruhigender wurde die Situation für mich.

Ich beschloss ins Bett zu gehen und bat zum Herrn, dass das Geräusch am nächsten Tag wieder weg ist. Vorsorglich hatte ich den Wecker gestellt, damit falls das Ohrgeräusch noch immer andauerte, ich gleich zum HNO Arzt gehen konnte. Hörstürze sind mir nicht unbekannt und ich wusste, dass ich sofort zum Arzt damit gehen musste, weil sonst die Gefahr bestand, dass das ein Dauerton werden würde.

Es war schwer mit diesem lauten Geräusch einzuschlafen und noch enttäuschender war es, am nächsten Morgen aufzuwachen und feststellen zu müssen, dass sich rein gar nichts verbessert hat. Also hieß es, zum Arzt gehen.

Dank des Herrn habe ich eine HNO Klinik fast vor meiner Haustür.

Man gab mir noch am selben Tag Infusionen, insgesamt waren es zehn. Nach der fünften Infusion wurde ein Hörtest gemacht. Das Geräusch war bereits gut abgeklungen, aber ein Rest war noch da.

Darum musste ich 5 weitere Infusionen bekommen. Mehr als zehn würde es nicht für mich geben und ich begab mich vertrauensvoll in die Hand meines Herrn Jesus.

Ich wusste das alles, was mir wiederfuhr im Leben, zu meinem Besten diente. Auch der Tinnitus war ein Teil davon. Ich hatte meinen Frieden und würde dem Herrn dankbar sein, egal ob noch ein Restgeräusch verblieb oder nicht. Das Leben als Christ mit Gott ist nicht immer positiv, selbst in der Bibel steht nirgends, dass wir ein Recht auf Wohlbefinden und Gesundheit hätten. Auch wenn es christliche Strömungen gibt, die das für sich proklamieren.

Leben mit Jesus bedeutet, dass ich ihm vertraue – zu jeder Zeit!

Nach der zehnten Infusion verschwand das Geräusch tatsächlich und ich bin meinem Herrn dafür sehr dankbar. Wäre das Geräusch geblieben, wäre ich aber auch dankbar dafür. Weil bei denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen! (Röm. 8,28)

Ich bin dankbar, dass mein Herr mir die richtigen Ärzte zur richtigen Zeit geschenkt hat, dass die Klinik zu Fuß erreichbar ist und dass die Infusionen gewirkt haben!

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Abschlussgruss