Das Buch des Propheten Jona: Kapitel 1,11-13

Das Buch des Propheten Jona

Auch wenn in der dritten Person dieses Buch verfasst worden ist, sind sich viele Ausleger einig, dass die Geschichte von Jona selbst verfasst wurde. Im Alten Testament war es zudem nicht unüblich, in der dritten Person zu schreiben. Jona war ein israelischer Prophet – von seinem Dienst allerdings wird in diesem Buch nicht berichtet, sondern von Gottes Auftrag an ihm, in der Stadt Ninive von der Buße zu predigen.

Die Schiffsleute wollen Jona nicht ins Meer werfen

11 Und sie fragten ihn: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer uns in Ruhe läßt? Denn das Meer tobte immer schlimmer.
12 Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer euch in Ruhe lassen! Denn ich weiß wohl, daß dieser große Sturm um meinetwillen über euch gekommen ist.
13 Da ruderten die Leute mit aller Kraft, um das Ufer wieder zu erreichen; aber sie konnten es nicht; denn das Meer tobte immer schlimmer gegen sie.

Hebräischer Urtext
(Die hebräische Schrift wird normalerweise von rechts nach links geschrieben und gelesen.)

11: ויאמרו Und sie alle sprechen אליו zu ihm: מה Was נעשה sollen wir machen לך mit dir וישתק denn du sollst beruhigen הים das Meer מעלינו für uns. כי denn הים das Meer הולך wächst וסער und ist stürmisch.

12: ויאמר Und er spricht אליהם zu ihnen: שאוני Hebt hoch ihr mich ! והטילני und werft mich vorwärts אל in הים das Meer וישתק und er wird beruhigen הים das Meer מעליכם vor dir כי das יודע wissend אני ich כי das בשלי ich der Grund für הסער den Sturm הגדול den großen הזה der עליכם aufkam über euch.

13: ויחתרו Und sie ruderten hart האנשים die Sterblichen להשיב um umzudrehen אל zu היבשה dem Trockenen ולא und nicht יכלו sie konnten כי denn הים das Meer הולך wuchs וסער und wurde immer stärker עליהם gegen sie.

Auslegung

11 Und sie fragten ihn: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer uns in Ruhe läßt? Denn das Meer tobte immer schlimmer.

Man muss sich die Lage vor Augen führen: Das Schiff schwankt von der einen Seite zur anderen, die Wellen prallen unaufhörlich über das Deck. Die Situation scheint ausweglos. Jona ist der Urheber dieses Sturmes und die Schiffsleute fragen ihn, was sie jetzt mit ihm machen sollen.

12 Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer euch in Ruhe lassen! Denn ich weiß wohl, daß dieser große Sturm um meinetwillen über euch gekommen ist.

Ich glaube nicht, dass Jona verzweifelt war, als er diese Worte sagte. Sondern, er erkannte, dass er nicht länger von dem Herrn wegrennen konnte. Ins Meer geworfen zu werden bei einem Sturm ist eine sichere Art zu sterben. Indem das Jona freiwillig sich ins Meer werfen lassen wollte, würde er all sein Vertrauen auf den Herrn setzen, denn nur dieser konnte Jona vor dem Tod bewahren.

13 Da ruderten die Leute mit aller Kraft, um das Ufer wieder zu erreichen; aber sie konnten es nicht; denn das Meer tobte immer schlimmer gegen sie.

Die Seeleute wussten, dass Jona dem Tod geweiht war und da sie nicht an Jonas Gott glaubten, konnten sie ihm auch nicht vertrauen. Das muss der Grund gewesen sein, warum die Seeleute nochmal versuchten, mit all ihrer menschlichen Kraft das Ufer zu erreichen. Sie wollten Jona vor dem Tod bewahren. Aber Gott hatte mit Jona anderes im Sinn als seinen Tod und die Seeleute konnten gegen den Sturm nichts ausrichten.

Bekamst du schon mal eine Weisung, die dir so abwegig erschien, dass du das genaue Gegenteil gemacht hast?

 

Gottes Wege und Gedanken sind nicht unsere Wege und Gedanken. Wir sehen immer nur kleine Mosaiksteine und nie das große ganze Bild. So merkwürdig uns der Weg für uns erscheint, er hat einen Plan mit uns. Wir brauchen ihm nur zu vertrauen.

So habt auch ihr nun Traurigkeit; ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand soll eure Freude von euch nehmen. - Johannes 16,22 -

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