Das Buch des Propheten Jona: Kapitel 1,4-10

Das Buch des Propheten Jona

Auch wenn in der dritten Person dieses Buch verfasst worden ist, sind sich viele Ausleger einig, dass die Geschichte von Jona selbst verfasst wurde. Im Alten Testament war es zudem nicht unüblich, in der dritten Person zu schreiben. Jona war ein israelischer Prophet – von seinem Dienst allerdings wird in diesem Buch nicht berichtet, sondern von Gottes Auftrag an ihm, in der Stadt Ninive von der Buße zu predigen.

Der große Sturm

4 Aber der Herr schleuderte einen starken Wind auf das Meer, so daß ein großer Sturm auf dem Meer entstand und das Schiff zu zerbrechen drohte.
5 Da fürchteten sich die Schiffsleute und schrieen, jeder zu seinem Gott; und sie warfen die Geräte, die im Schiff waren, ins Meer, um es dadurch zu erleichtern. Jona aber war in den untersten Schiffsraum hinabgestiegen, hatte sich niedergelegt und war fest eingeschlafen.
6 Da trat der Schiffskapitän zu ihm und sprach: Was ist mit dir, daß du so schläfst? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, daß wir nicht untergehen!
7 Und sie sprachen einer zum anderen: Kommt, wir wollen Lose werfen, damit wir erfahren, um wessentwillen uns dieses Unglück getroffen hat! Und sie warfen Lose, und das Los fiel auf Jona.
8 Da sprachen sie zu ihm: Sage uns doch, um wessentwillen uns dieses Unglück getroffen hat! Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Was ist dein Land, und von welchem Volk bist du?
9 Er aber sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer; und ich fürchte den Herrn, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.
10 Da gerieten die Männer in große Furcht und sprachen: Was hast du da getan? Denn die Männer wußten, daß er vor dem Angesicht des Herrn floh; denn er hatte es ihnen erzählt.

Hebräischer Urtext
(Die hebräische Schrift wird normalerweise von rechts nach links geschrieben und gelesen.)

4: ויהוה Und Jahwe הטיל sendete רוח Wind גדולה starken אל auf הים das Meer ויהי und er wird סער ein Sturm גדול riesig בים auf dem Meer והאניה und das Schiff חשבה drohte zu להשבר zerbrechen.

5: וייראו Und sie fürchten sich המלחים die Schiffsleute ויזעקו und sie riefen laut איש jeder אל zu אלהיו seinem Gott ויטלו und sie warfen weg את הכלים die Geräte אשר welche באניה auf dem Schiff waren אל ins הים Meer להקל um es leichter zu machen מעליהם dafür ויונה und Jona ירד er ging אל ins ירכתי untere Deck וישכב um sich nieder zu legen וירדם und war fest eingeschlafen.

6: ויקרב Und es erscheint אליו bei ihm רב Anführer החבל der Kapitän ויאמר und er spricht לו zu ihm: מה was ist? לך mit dir נרדם das du so fest schläfst קום steh auf! קרא Ruf an אל zu אלהיך deinem Gott אולי vielleicht יתעשת denkt האלהים dieser Gott לנו an uns ולא dass wir nicht נאבד untergehen!

7: ויאמרו Und sie sprachen איש einer אל zum רעהו anderen: לכו Kommt! ונפילה Wir sollten werfen גורלות Lose ונדעה und wir sollten erfahren בשלמי um wessentwillen הרעה das Unglück הזאת welches widerfährt לנו uns ויפלו und sie warfen גורלות Lose ויפל und es fiel הגורל das Los על auf יונה Jona.

8: ויאמרו Und sie sprachen אליו zu ihm: הגידה Rede! נא bitte! לנו zu unsבאשר um wessentwillenלמי das הרעה Unglück הזאת dieses לנו zu uns מה was?מלאכתך Was ist dein Gewerbe? ומאין Wo kommst du her? תבוא Du kommst aus מה welchemארצך Land ואי und aus מזה welchem עם Volk אתה bist du?

9: ויאמר Und er spricht אליהם zu ihnen:עברי Hebräer אנכי Ich bin ואת und יהוה Jahwe אלהי Gott von השמים den Himmeln אני Ich ירא fürchte אשר er עשה der machte את הים das Meer ואת und היבשה den trockenen Boden.

10: וייראו Und sie fürchteten sich האנשים die Sterblichen יראה Furcht גדולה große ויאמרו und sie sprechen אליו zu ihm מה was? זאת hast עשית du getan כי das ידעו sie wussten האנשים die Sterblichen כי das מלפני Angesicht von יהוה Jahwe הוא er ברח lief weg כי denn הגיד er erzählte להם es ihnen.

Auslegung

4 Aber der Herr schleuderte einen starken Wind auf das Meer,
_____so daß ein großer Sturm auf dem Meer entstand und das Schiff zu zerbrechen drohte.

Der Sturm ist kein Ereignis, welches zufällig geschieht, nein. Von Anfang an sehen wir, dass es der Herr ist, der einen starken Wind aufs Meer schleuderte. Es ist der Herr, der alles in seiner Hand hält und nichts lässt er ungesehen geschehen. Auch heute passieren Dinge, die wir nicht nachvollziehen können und manche meinen, dass Gott wegsieht. Aber das ist nicht wahr – Gott sieht alle Dinge und er richtet gerecht alle Menschen.

5 Da fürchteten sich die Schiffsleute und schrieen,
_____jeder zu seinem Gott; und sie warfen die Geräte,
__________die im Schiff waren, ins Meer, um es dadurch zu erleichtern.
_______________Jona aber war in den untersten Schiffsraum hinabgestiegen, hatte sich _______________niedergelegt und war fest eingeschlafen.

Die Schiffsleute erkennen, dass der Sturm keine natürliche Ursache hat und wie oben schon geschrieben muss dieser Sturm anders als die anderen Stürme gewesen sein. Schiffsleute sind die raue See gewöhnt und es bringt sie nicht so schnell etwas aus dem Gleichgewicht. Hier allerdings fürchten sie sich so sehr, dass jeder von ihnen seinen Gott anruft. Jona hingegen schläft tief und fest.

6 Da trat der Schiffskapitän zu ihm und sprach:
_____Was ist mit dir, daß du so schläfst? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an _____uns gedenken, daß wir nicht untergehen!

Der Schiffskapitän muss Jona wecken und dieser fordert ihn auf, zu seinem Gott zu beten. Man muss sich die chaotische Lage mal vor Augen führen. Das Schiff wird von den Wellen von der einen Seite auf die andere geworfen. Die Seeleute haben alles was sie entbehren konnten, ins Meer geworfen weil sie hofften, dadurch leichter zu sein und nicht zu sinken. Jona wird in diese Szenerie hineingeworfen, weil er anders als die anderen tief geschlafen hatte.

7 Und sie sprachen einer zum anderen:
_____Kommt, wir wollen Lose werfen, damit wir erfahren, um wessentwillen uns dieses Unglück getroffen hat!
__________Und sie warfen Lose, und das Los fiel auf Jona.

Das Unglück muss eine Ursache haben und um zu sehen, wer dafür verantwortlich ist, werfen die Seeleute Lose. Als das Los auf Jona fiel, kann er sich nicht mehr verstecken von dem Herrn. Jetzt blicken alle Augen auf ihn und jeder weiß, dass er verantwortlich für die drohende Katastrophe ist.

8 Da sprachen sie zu ihm:
_____Sage uns doch, um wessentwillen uns dieses Unglück getroffen hat!
__________Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her?
_______________Was ist dein Land, und von welchem Volk bist du?

Da das Schiff zu zerbrechen droht, kommen sie sofort zum Punkt. Jona muss sich erklären, wer er ist und was er tut und von welchem Volk er stammt. In der Bibel lesen wir, dass die Völker unterschiedliche Götter hatten, dabei gibt es nur einen wahren Gott. Und nur dieser ist in der Lage, diesen Sturm aufs Meer zu schicken.

9 Er aber sprach zu ihnen:
_____Ich bin ein Hebräer; und ich fürchte den Herrn,
__________den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.

Jona identifiziert sich als Hebräer – wir müssen annehmen, dass die Seeleute von anderen Völkern abstammten. Und er spricht, dass er sich vor dem Gott fürchtet, der das Meer und das trockene gemacht hat.

10 Da gerieten die Männer in große Furcht und sprachen:
_____Was hast du da getan?
__________Denn die Männer wußten, daß er vor dem Angesicht des Herrn floh; denn er hatte es __________ihnen erzählt.

Die Männer erkannten, dass Jona vor dem Herrn geflohen war und deshalb dieser unnatürliche Sturm sie ereilt hatte. Das bringt sie in einer schier ausweglose Lage, denn Jona ist verantwortlich für die Situation, in der sie jetzt stecken. Der Sturm bedroht das Leben aller an Bord.

Hast du schon mal etwas getan, ohne dich der Konsequenzen im Klaren gewesen zu sein?

 

Du kannst gewiss sein, dass Gott deinen Weg kennt und für dich immer nur das Beste geplant hat – solltest du mit Gott gehen wollen. Wenn du dich aber nur auf deinen Verstand verlässt, wirst du zwangsläufig in die Irre gehen – und der Sturm wird dein Lebensschiff am Ende untergehen lassen.

Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. - Römer 6,23 -

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