Das Buch des Propheten Jona: Kapitel 3,5-10

Das Buch des Propheten Jona

Auch wenn in der dritten Person dieses Buch verfasst worden ist, sind sich viele Ausleger einig, dass die Geschichte von Jona selbst verfasst wurde. Im Alten Testament war es zudem nicht unüblich, in der dritten Person zu schreiben. Jona war ein israelischer Prophet – von seinem Dienst allerdings wird in diesem Buch nicht berichtet, sondern von Gottes Auftrag an ihm, in der Stadt Ninive von der Buße zu predigen.

Jonas Verkündigung in Ninive
5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott; und sie riefen ein Fasten aus und legten Sacktuch an, vom Größten bis zum Kleinsten unter ihnen.
6 Und das Wort gelangte bis zum König von Ninive; und er stand von seinem Thron auf, legte seinen Mantel ab, hüllte sich in Sacktuch und setzte sich in die Asche.
7 Und er ließ ausrufen und sagen in Ninive, auf Befehl des Königs und seiner Großen: »Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen nichts genießen, sie sollen weder weiden noch Wasser trinken;
8 sondern Menschen und Vieh sollen sich in Sacktuch hüllen und mit aller Kraft zu Gott rufen und sollen umkehren, jeder von seinem bösen Weg und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt!
9 Wer weiß, Gott könnte anderen Sinnes werden, es sich gereuen lassen und ablassen von seinem grimmigen Zorn, so daß wir nicht untergehen!«
10 Und Gott sah ihre Taten, daß sie umkehrten von ihren bösen Wegen, und ihn reute das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.

Hebräischer Urtext
(Die hebräische Schrift wird normalerweise von rechts nach links geschrieben und gelesen.)

5: ויאמינו Und sie glauben אנשי Sterbliche von נינוה Ninive באלהים in Gott ויקראו und sie rufen aus צום Fasten וילבשו und sie ziehen an שקים Sacktücher מגדולם vom Größten unter ihnen ועד und bis zum קטנם Kleinsten unter ihnen.

6: ויגע Und es gelangte הדבר das Wort אל zum מלך König von נינוה Ninive ויקם und er steht auf מכסאו von seinem Thron ויעבר und er legt אדרתו seine Robe מעליו ab ויכס und er kleidet sich in שק Sacktuch וישב und er sitzt על auf האפר der Asche.

7: ויזעק Und er ließ ausrufen ויאמר und er ließ sagen בנינוה In Ninive מטעם auf Befehl המלך des Königs וגדליו und seiner Großen לאמר die Menschen והבהמה und das Vieh הבקר die Herde והצאן und die Schafe אל sollen nichts יטעמו genießen מאומה jegliches אל sollen nicht ירעו weiden ומים und Wasser אל sollen sie nicht ישתו trinken.

8: ויתכסו Und sie sollen sich bekleiden שקים in Sacktuch האדם die Menschen והבהמה und die Tiere ויקראו und sie sollen rufen אל zu אלהים Gott בחזקה mit aller Kraft וישבו und sie sollen umkehren איש jeder מדרכו von seinem Weg הרעה dem schlechten ומן und von החמס dem Unrecht אשר welches בכפיהם klebt an ihm.

9: מי Wer יודע weiß ישוב er könnte sich wenden ונחם und es sich gereuen lassen האלהים Gott ושב und ablassen מחרון von seinem grimmigen אפו Zorn ולא so daß נאבד wir nicht untergehen.

10: וירא Und er sieht האלהים der Gott מעשיהםאת ihre Taten כי das שבו sie umkehren מדרכם von ihren Wegen הרעה den bösen וינחם und er gereut האלהים der Gott הרעהעל das Übel אשר welches דבר er sprach לעשות zu tun להם an ihnen ולא und nicht עשה er tat es.

Auslegung

5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott; und sie riefen ein Fasten aus und legten Sacktuch an,
_____vom Größten bis zum Kleinsten unter ihnen.

Was mag wohl in der Stadt vorgegangen sein, als Jona zur Buße aufrief? Die Stadt war drei Tagesreisen groß und dennoch glaubten alle Menschen ihm

6 Und das Wort gelangte bis zum König von Ninive;
_____und er stand von seinem Thron auf, legte seinen Mantel ab, hüllte sich in Sacktuch und setzte sich in die Asche.

Mir fiel auf, dass zuerst die Leute glaubten und danach der König. Normalerweise ist der König der Erste, der informiert wird, was in seiner Stadt passiert. Es muss sehr demütigend sein, dass der König sich in Sacktuch kleidet und sich in Asche setzt. Doch er hatte erkannt, dass es einen König über ihn gibt und er gab diesem die Ehre.

7 Und er ließ ausrufen und sagen in Ninive,
_____auf Befehl des Königs und seiner Großen:
__________»Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen nichts genießen, sie sollen weder weiden noch Wasser trinken;

Ein merkwürdiger Vers, nicht? Warum soll das arme Vieh darunter leiden, dass der Mensch böse war? Tiere können nicht denken, wie wir und der Mensch herrscht über das Tier. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass die Bosheit dieser Stadt so furchtbar war, dass das Tier daran beteiligt war.

8 sondern Menschen und Vieh sollen sich in Sacktuch hüllen und mit aller Kraft zu Gott rufen und sollen umkehren, jeder von seinem bösen Weg und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt!

Denn in diesem Vers geht der Schreiber noch weiter. Menschen und Vieh sollen sich in Sacktuch hüllen und mit aller Kraft zu Gott rufen und umkehren von den bösen Wegen. Ich habe in der Vergangenheit diese Verse immer überlesen und die Brisanz nicht erkannt. Wie kann Vieh sich in Sacktuch hüllen? Man könnte natürlich sagen, dass das alles eine symbolische Bedeutung hat, doch dann wäre alles, was Jona erlebte symbolisch. Das wäre aber eine Verdrehung von dem Wort Gottes. Das Buch Jona ist ein Tatsachenbericht, es ist real geschehen und deshalb hat auch in Ninive das Vieh sich in Sacktuch kleiden müssen. Selbst wenn ich nicht wirklich verstehe, warum das so war. Gottes Wege sind höher als meine und seine Gedanken sind nicht meine! Anm: John Mc Arthur vertritt die Ansicht, dass es ein persischer Brauch war, das Vieh bei einer Trauerzeremonie zu benutzen.

9 Wer weiß,
_____Gott könnte anderen Sinnes werden,
__________es sich gereuen lassen und ablassen von seinem grimmigen Zorn,
_______________so daß wir nicht untergehen!«

In der Bibel wird nichts so deutlich, wie die Tatsache, dass Gott den Menschen zur Umkehr ruft. Und kehrt der Mensch von seinen bösen Wegen um, dann zeigt Gott Barmherzigkeit. Doch es liegt bei dem Menschen umzukehren, das ist der sogenannte freie Wille.

10 Und Gott sah ihre Taten,
_____daß sie umkehrten von ihren bösen Wegen,
__________und ihn reute das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.

Die Menschen von Ninive bereuten aufrichtig und riefen zu Gott, damit er sie verschone. Wie gnädig Gott ist, sieht man am Beispiel von Sodom. Wenn 10 Gerechte in dieser Stadt gelebt hätten, hätte er sie nicht gerichtet. Ninive kehrte von ihren Wegen um, zwar nicht für immer (denn die Stadt wird eines Tages doch gerichtet werden, weil sie sich wieder von Gott abwendet), aber zu dieser Zeit taten ihre Bewohner aufrichtig Buße.

 

Eine ganze Stadt kehrt um von ihren falschen Wegen, vom Größten bis zum Kleinsten. Wo geschieht das in unserer heutigen Zeit?

 

In der Bibel zeigt Gott uns, dass der Mensch nicht gut oder rein ist, sondern böse und Unrecht tut. Dabei ist die gesellschaftliche Stellung für Gott egal. In Ninive musste der König sich ebenso erniedrigen wie das einfache Volk. Es gibt einen Gott, der über allen steht!

Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen! - Psalm 145,18 -

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