Das Buch des Propheten Jona: Kapitel 4,6-11

Das Buch des Propheten Jona

Auch wenn in der dritten Person dieses Buch verfasst worden ist, sind sich viele Ausleger einig, dass die Geschichte von Jona selbst verfasst wurde. Im Alten Testament war es zudem nicht unüblich, in der dritten Person zu schreiben. Jona war ein israelischer Prophet – von seinem Dienst allerdings wird in diesem Buch nicht berichtet, sondern von Gottes Auftrag an ihm, in der Stadt Ninive von der Buße zu predigen.

Jonas Unmut und die Zurechtweisung des Herrn
6 Da entsandte Gott, der Herr, eine Rizinusstaude, die wuchs über Jona empor, um seinem Haupt Schatten zu spenden und ihn von seiner üblen Laune zu befreien; und Jona freute sich sehr über den Rizinus.
7 Da entsandte Gott einen Wurm, als die Morgenröte am anderen Morgen aufstieg; der stach den Rizinus, so daß er verdorrte.
8 Und es geschah, als die Sonne aufging, da entsandte Gott einen heißen Ostwind, und die Sonne stach Jona aufs Haupt, so daß er ganz matt wurde; und er wünschte sich den Tod und sprach: Es ist besser, daß ich sterbe, als daß ich am Leben bleibe!
9 Da sprach Gott zu Jona: Ist es recht, daß du so zornig bist wegen des Rizinus? Da sprach er: Ja, ich bin mit Recht zornig bis zum Tod!
10 Da sprach der Herr: Du hast Mitleid mit dem Rizinus, um den du dich doch nicht bemüht und den du nicht großgezogen hast, der in einer Nacht entstanden und in einer Nacht zugrundegegangen ist.
11 Und ich sollte kein Mitleid haben mit der großen Stadt Ninive, in der mehr als 120 000 Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht von ihrer linken unterscheiden können, dazu so viel Vieh!

Hebräischer Urtext
(Die hebräische Schrift wird normalerweise von rechts nach links geschrieben und gelesen.)

6: וימן Und er sandte יהוה Jahwe אלהים Elohim קיקיון eine Staude ויעל und sie wächst מעל über ליונה Jona empor להיות damit צל Schatten על sie ראשו seinem Kopf spendet להציל zu befreien לו seine מרעתו üblen Laune וישמח und er freute יונה Jona על über הקיקיון die Staude שמחה freute sich גדולה sehr.

7: וימן Und er sendet האלהים Elohim תולעת Wurm בעלות als aufsteigt השחר die Morgenröte למחרת am nächsten Tag ותך und er sticht הקיקיון את die Staude וייבש und sie stirbt.

8: ויהי Und es geschah כזרח als aufging השמש die Sonne וימן und er sendet אלהים Elohim רוח Wind aus קדים Osten חרישית heißen ותך und sie sticht השמש die Sonne על den ראש Kopf von יונה Jona ויתעלף und er wurde matt וישאל und er wünschte נפשו את seiner Seele למות den Tod ויאמר und er spricht טוב es ist besser מותי ich sterbe מחיי als zu leben.

9: ויאמר Und er spricht אלהים Elohim אל zu יונה Jona ההיטב ist es recht חרה das du böse לך bist על über הקיקיון die Staude ויאמר und Jona spricht היטב es ist recht חרה das ich böse bin לי bis עד zum מות Tod.

10: ויאמר Und er spricht יהוה Jahwe אתה du חסת du hast Mitleid על über הקיקיון die Staude אשר um welche לא nicht עמלת du בו bemühst ולא und nicht גדלתו großgezogen שבן welche לילה in einer Nacht היה entstand ובן und in לילה einer Nacht אבד zugrundeging.

11: ואני Und ich לא nicht אחוס ich soll Mitleid haben על über נינוה Ninive העיר die Stadt הגדולה die große אשר welche יש da sind בה in ihr הרבה sehr viele משתים über 120000 אדם Menschen אשר welche לא nicht ידע unterscheiden können בין zwischen ימינו ihrer rechten und לשמאלו linken Hand ובהמה und dazu das Vieh רבה so vieles.

Auslegung

6 Da entsandte Gott, der Herr, eine Rizinusstaude, die wuchs über Jona empor, um seinem Haupt Schatten zu spenden und ihn von seiner üblen Laune zu befreien; und Jona freute sich sehr über den Rizinus.

Wie sehr muss Gott uns Menschen lieben! Jona ist ungerechtfertigterweise wütend und Gott schenkt ihm eine schattenspendende Pflanze.

7 Da entsandte Gott einen Wurm, als die Morgenröte am anderen Morgen aufstieg; der stach den Rizinus, so daß er verdorrte.

Tja und dann macht Gott sowas! Warum? Will er Jona ärgern? Das waren meine ersten Gedanken, als ich diesen Vers las. Doch das sind meine menschlichen Gedanken. Gottes Handlungen sind wohl überlegt und haben immer einen tieferen Sinn!

8 Und es geschah, als die Sonne aufging, da entsandte Gott einen heißen Ostwind, und die Sonne stach Jona aufs Haupt, so daß er ganz matt wurde; und er wünschte sich den Tod und sprach: Es ist besser, daß ich sterbe, als daß ich am Leben bleibe!

Jona fühlt sich bestraft und suhlt sich in seinem Selbstmitleid.

9 Da sprach Gott zu Jona: Ist es recht, daß du so zornig bist wegen des Rizinus? Da sprach er: Ja, ich bin mit Recht zornig bis zum Tod!

Und dann spricht Gott zu Jona und dieser antwortet in seinem Zorn. Würde Gott uns Menschen nicht so sehr lieben, ich wäre mir sicher, dass Gott Jona auf der Stelle tot umfallen lassen würde, weil Jona sich ihm so respektlos gegenüber verhalten hat. Doch Gott spricht zu ihm.

10 Da sprach der Herr: Du hast Mitleid mit dem Rizinus, um den du dich doch nicht bemüht und den du nicht großgezogen hast, der in einer Nacht entstanden und in einer Nacht zugrundegegangen ist.

Jona hatte Mitleid mit dem Rizinus, weil dieser ihm Schatten gespendet hat. Gott hatte Mitleid mit den vielen Menschen, die zu ihm umkehrten. Jona hatte die Pflanze nicht geschaffen, sondern Gott ist der Erschaffer aller Dinge.

11 Und ich sollte kein Mitleid haben mit der großen Stadt Ninive, in der mehr als 120 000 Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht von ihrer linken unterscheiden können, dazu so viel Vieh!

In Jonas Verhalten können wir uns bestimmt oft selbst sehen. Er hat an sein eigenes Wohl gedacht und nicht an das der Stadt Ninive. Doch Gott ist barmherziger als wir Menschen und schenkt denen seine Gnade, die zu ihm umkehren.

Vielleicht ärgern wir uns manchmal über Menschen, die über Gott spotten und scheinbar besser durchs Leben gehen? Oder sagen wir zu manchen Menschen, dass diese „nie und nimmer“ zu Gott umkehren?

 

Wir sollten uns davor hüten, Menschen zu verdammen. Nur Gott weiß, wer sich zu ihm bekehren wird und manche Menschen kehren an ihrem Sterbebett zu Jesus um. Als Christ sollten wir für alle Menschen beten und gerade für die, die Jesus vehement ablehnen!

Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. - Galather 5,14 -

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