Der Brief an Titus Kapitel 1 Vers 5-9

Der Brief an Titus

Paulus von Tarsus schrieb diesen Brief an Titus, der ebenso wie Timotheus ein Sohn im Glauben für ihn war. Paulus soll diesen Brief zwischen seinen beiden Haftzeiten in Rom geschrieben haben. Titus war wie Timotheus ein geliebter Jünger und Mitarbeiter am Evangelium. Er war ein junger Gemeindehirte, der von Paulus deshalb für seinen Dienst ermutigt wird.

Voraussetzungen für den Ältestendienst

5 Ich habe dich zu dem Zweck in Kreta zurückgelassen, damit du das, was noch mangelt, in Ordnung bringst und in jeder Stadt Älteste einsetzt, so wie ich dir die Anweisung gegeben habe:
6 wenn einer untadelig ist, Mann einer Frau, und treue Kinder hat, über die keine Klage wegen Ausschweifung oder Aufsässigkeit vorliegt.
7 Denn ein Aufseher muß untadelig sein als ein Haushalter Gottes, nicht eigenmächtig, nicht jähzornig, nicht der Trunkenheit ergeben, nicht gewalttätig, nicht nach schändlichem Gewinn strebend,
8 sondern gastfreundlich, das Gute liebend, besonnen, gerecht, heilig, beherrscht;
9 einer, der sich an das zuverlässige Wort hält, wie es der Lehre entspricht, damit er imstande ist, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen.

Griechischer Urtext

5 τουτου Für diesen χαριν Grund κατελιπον  zurückließ ich σε dich εν in κρητη Kreta ινα das τα der λειποντα Mangel επιδιορθωση du sollst ihn berichtigen και und καταστησης sollst einsetzen κατα der Weisung nach πολιν Stadt πρεσβυτερους Älteste ως was εγω ich σοι dir διεταξαμην verordne.

6 ει Wenn τις einer εστιν  ist ανεγκλητος untadelig μιας jemandes γυναικος Ehefrau ανηρ ein Ehegatte τεκνα Kinder εχων habend πιστα gutgläubig μη nicht εν in κατηγορια Beschuldigungen von ασωτιας Lasterhaftigkeit η oder ανυποτακτα Aufsässigkeit,

7 δει Verpflichtend γαρ für τον den επισκοπον Leiter ανεγκλητον untadelig ειναι sein ως entsprechend θεου für Gott οικονομον Verwalter μη nicht αυθαδη selbstsüchtig μη nicht οργιλον  leicht erregbar μη kein παροινον Trinker μη nicht πληκτην streitsüchtig μη nicht αισχροκερδη habsüchtig,

8 αλλα Aber φιλοξενον gastfreundlich φιλαγαθον das Gute liebend σωφρονα vernünftig δικαιον eben οσιον gütig εγκρατη selbstbeherrscht,

9 αντεχομενον Aufrechterhaltend του das κατα gemäß την des διδαχην Gelernten πιστου des geglaubten λογου Wortes ινα das δυνατος befähigt η er es anwenden kann και und παρακαλειν ermahnen εν über τη das διδασκαλια Lehren τη welches υγιαινουση gesund ist και und τους die αντιλεγοντας Widersprechenden ελεγχειν überführt.

Auslegung

Für ein besseres Leseverständnis habe ich die Verse sortiert. Es hilft, den Vers inhaltlich einfacher zu erfassen. Der Vers bleibt natürlich in seiner Gesamtheit so bestehen, wie er in der Bibel geschrieben steht!

5 Ich habe dich zu dem Zweck in Kreta zurückgelassen,
_____damit du das, was noch mangelt, in Ordnung bringst
__________und in jeder Stadt Älteste einsetzt,
_______________so wie ich dir die Anweisung gegeben habe:

Wir können uns heute kaum vorstellen, wie die Urgemeinden zur damaligen Zeit gegründet wurden. In dieser Zeit hatten die Menschen nur die Briefe, die ihnen geschrieben wurden, für die Lehre zur Verfügung und natürlich das Alte Testament. Es war daher nur logisch, dass die Apostel ihre Schüler aussandten, um Gemeinden nicht nur zu gründen, sondern im Wort auch zu festigen, um eine gute Basis zu schaffen, die weiter wachsen konnte. Deshalb sollten die Gemeindeältesten auch einen mehr als guten Leumund besitzen. Aber Paulus schreibt auch, dass es Mangel gibt und Titus diesen in Ordnung bringen muss – wir müssen von daher annehmen, dass die geistlichen Zustände in der Gemeinde eher schwierig waren, sonst hätte Paulus nicht so viele Verse über den gesunden geistigen Zustand geschrieben und die Früchte, die von diesem ausgehen.

6 wenn einer untadelig ist, Mann einer Frau, und treue Kinder hat,
_____über die keine Klage wegen Ausschweifung oder Aufsässigkeit vorliegt.

Für manche Christen mag diese Aussage überholt vorkommen, aber es lag auf der Hand, warum der Apostel Paulus dem Titus diese Sätze mitgegeben hat. Wenn jemand Ältester einer Gemeinde werden sollte, würde er eine Führungsrolle übernehmen. Der Dienst in einer Gemeinde ist nicht wie ein Job bei einer Bank – alles, was im Haus des Ältesten stattfindet, würde auch Auswirkungen auf die Gemeinde haben. Und wie sollte der Älteste die Gemeinde leiten, wenn in seinem Haus eine moralische Unordnung vorherrschen sollte? Wie konnte jemand das Wort Gottes predigen und es nicht in seinem Haus leben? Das geht nicht – damals wie heute! Der Älteste sollte verheiratet und eine Familie haben, damit diese ihn auch seelisch eine Hilfe sein konnte. Denn gestern wie heute stehen die Menschen unter einem besonderen Druck, die ein öffentliches Amt im Namen des Herrn ausüben und sie werden vom Herrn strenger beurteilt, als Andere (Jakobus 3,1). Die Familie ist ein sehr wichtiges Schutzschild, weshalb Paulus auch so stark darauf eingegangen ist.

7 Denn ein Aufseher muß untadelig sein als ein Haushalter Gottes,
_____nicht eigenmächtig, nicht jähzornig, nicht der Trunkenheit ergeben,
_____nicht gewalttätig, nicht nach schändlichem Gewinn strebend,

Im Gleichnis des untreuen Haushalters (Lukas 16,1) erzählt uns der Herr Jesus, wie ein Haushalter nicht sein sollte! All diese aufgezählten Eigenschaften sind negativ und würden den Dienst am Haus des Herrn verhindern. Aber nicht nur das, sollte ein Aufseher so handeln, würde er das Wort des Herrn lästern, denn welch einen Eindruck würden die ungläubigen Menschen von so einem haben? Er handelt ja wie sie – von daher würden sie keinen Unterschied zwischen sich und ihm erkennen – was fatal ist, denn die Frucht des Geistes ist eine andere (Galater 5,22):

8 sondern gastfreundlich, das Gute liebend, besonnen, gerecht, heilig, beherrscht;

Ein Ältester diente auch als Vorbild für die Gläubigen, die den Gottesdienst besuchten. Natürlich war er ein Glied am Leib Christi (1. Korinther 12,26), wie jeder andere Wiedergeborene auch – es gab keine Sonderstellung für ihn. Das Haupt der Gemeinde ist der Christus (Epheser 1,22) und dieser leitet jeden Wiedergeborenen durch den Heiligen Geist und durch sein Wort, der Bibel. Der Ältester musste jemand sein, der im Glauben gefestigt war, so dass er vom Satan nicht verführt werden konnte.

9 einer,
_____der sich an das zuverlässige Wort hält,
__________wie es der Lehre entspricht,
_______________damit er imstande ist, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen
_______________als auch die Widersprechenden zu überführen.

Der Apostel Paulus schreibt vom zuverlässigen Wort, dass der Lehre entspricht. Hier sind nicht nur Aufseher angesprochen, sondern ein jeder von uns. Halte ich mich an das Wort Gottes? Glaube ich der Bibel ohne Abstriche zu machen oder manches historisch-kritisch zu betrachen (2. Tim. 4,3)? Wenn es eine gesunde Lehre gibt, dann gibt es auch eine Ungesunde und damals wie heute gibt es Menschen, die in christliche Versammlungen hineingehen, nur um über das Wort Gottes zu streiten. Wir als Wiedergeborene müssen von daher die Bibel lesen und den Kontext verstehen, damit wir nicht von jeder Lehre, die dem widerspricht, hin- und hergeworfen werden (Epheser 4,14). Das Wort des Herrn ist zuverlässig – es hat sich durch die erfüllten Prophetien als absolut belegt (Psalm 19,8; Psalm 93,5). Die Prophetien, die noch ausstehen, werden sich auch noch erfüllen. Kein anderes Buch auf der Welt kann das von sich bezeugen wie die Bibel. Ich persönlich finde es traurig, dass es heute Menschen gibt, die ein öffentliches Amt in einer Gemeinde ausführen und die Bibel kritisieren. Jesus Christus ist das lebendige Wort Gottes!  Wer die Bibel kritisiert – kritisiert den Herrn und verwirft letztendlich die Gnade, die er uns durch Jesus Christus geschenkt hat!

Kristina Bode

Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im voraus wißt, so hütet euch, daß ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! - 2. Petrus 3,17 -

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