Der Brief an Titus Kapitel 2 Vers 1-10

Der Brief an Titus

Paulus von Tarsus schrieb diesen Brief an Titus, der ebenso wie Timotheus ein Sohn im Glauben für ihn war. Paulus soll diesen Brief zwischen seinen beiden Haftzeiten in Rom geschrieben haben. Titus war wie Timotheus ein geliebter Jünger und Mitarbeiter am Evangelium. Er war ein junger Gemeindehirte, der von Paulus deshalb für seinen Dienst ermutigt wird.

Anweisungen zu einem Gott wohlgefälligen Lebenswandel

1 Du aber rede, was der gesunden Lehre entspricht:
2 daß die alten Männer nüchtern sein sollen, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld;
3 daß sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen, wie es Heiligen geziemt, daß sie nicht verleumderisch sein sollen, nicht vielem Weingenuß ergeben, sondern solche, die das Gute lehren,
4 damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben,
5 besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig, und sich ihren Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert wird.
6 Gleicherweise ermahne die jungen Männer, daß sie besonnen sein sollen.
7 In allem mache dich selbst zu einem Vorbild guter Werke. In der Lehre erweise Unverfälschtheit, würdigen Ernst, Unverderbtheit,
8 gesunde, untadelige Rede, damit der Gegner beschämt wird, weil er nichts Schlechtes über euch sagen kann.
9 Die Knechte [ermahne], daß sie sich ihren eigenen Herren unterordnen, in allem gern gefällig sind, nicht widersprechen,
10 nichts entwenden, sondern alle gute Treue beweisen, damit sie der Lehre Gottes, unseres Retters, in jeder Hinsicht Ehre machen.

Griechischer Urtext

1 συ Du δε aber λαλει rede α was πρεπει entspricht τη der υγιαινουση gesunden διδασκαλια Lehre:

2 πρεσβυτας Die älteren Männer νηφαλιους nüchtern ειναι sollen sein σεμνους ehrbar σωφρονας besonnen υγιαινοντας gesund sein τη in dem πιστει Glauben τη in der αγαπη Liebe τη in der υπομονη Geduld;

3 πρεσβυτιδας Die älteren Frauen ωσαυτως gleicherweise εν im καταστηματι Verhalten ιεροπρεπεις wie es Heiligen geziemt μη nicht διαβολους verleumderisch μη kein οινω Wein πολλω viel δεδουλωμενας dienend καλοδιδασκαλους das Gute lehren,

4 ινα Damit σωφρονιζωσιν sie anleiten können τας die νεας jungen Frauen φιλανδρους ihre Männer lieben ειναι zu φιλοτεκνους lieben ihre Kinder,

5 σωφρονας Besonnen αγνας rein οικουρους häuslich αγαθας gütig υποτασσομενας sich unterzuordnen τοις den ιδιοις eigenen ανδρασιν Männern ινα damit μη nicht ο das λογος Wort του von θεου Gott βλασφημηται verlästert wird.

6 τους Die νεωτερους jüngeren Männer ωσαυτως gleicherweise παρακαλει zu ermahnen σωφρονειν besonnen zu sein.

7 περι In παντα allem σεαυτον dich selbst παρεχομενος diene als τυπον Vorbild καλων von guten εργων Werken εν in τη dem διδασκαλια Lehren αδιαφθοριαν mit Unverfälschtheit σεμνοτητα würdigem Ernst αφθαρσιαν Unverderbtheit,

8 λογον Das Wort υγιη gesund ακαταγνωστον untadelig ινα damit ο derjenige εξ von der εναντιας Gegenseite εντραπη er möge beschämt werden μηδεν nichts εχων habend περι betreffend υμων euch λεγειν zu sagen φαυλον schlecht.

9 δουλους Knechte ιδιοις sich ihren eigenen δεσποταις Herren υποτασσεσθαι unterzuordnen εν in πασιν allen Dingen ευαρεστους gern gefällig ειναι sich μη nicht αντιλεγοντας widersprechen,

10 μη Nichts νοσφιζομενους unterschlagen αλλα aber πιστιν Treue πασαν allen ενδεικνυμενους beweisen αγαθην gute ινα damit την sie διδασκαλιαν die Lehre του von dem σωτηρος Retter υμων von uns θεου Gott κοσμωσιν sie werden schmücken εν in πασινb jeder Hinsicht.

Auslegung

1 Du aber rede,
_____was der gesunden Lehre entspricht:

»Du aber rede, was der gesunden Lehre entspricht.« Das „du aber“ bedeutet, dass der Apostel Paulus sich auf den vorherigen Absatz bezieht, in dem er vor den Irrlehrern warnt. Die Irrlehrer reden mit menschlichen Worten erdachte Lehren. Titus hingegen soll das reden, was der gesunden Lehre entspricht. Tatsächlich ist jede Lehre, die nicht auf der Bibel basiert, ungesund, weil sie auf Menschenworte (Hosea 10,4) aufbaut und nicht auf Gottes Wort. Es ist ein Aufruf an uns, dass wir ebenfalls uns am Wort Gottes halten und ganz stark die Ohren spitzen, wenn Menschen etwas verkündigen, was nicht der Bibel entspricht (Stichwort: gemäßigte Bibelkritik).

2 daß die alten Männer nüchtern sein sollen, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld;

Nüchternheit wird in der Bibel wirklich groß geschrieben – nur wer nüchtern ist, kann die Lehren anhand des Wortes Gottes prüfen. Wohingegen das Gefühl einen oft täuscht und die eigenen Erlebnisse der Wahrheit entgegenstehen (weil manche etwas erleben und meinen das kommt von Gott, was der Bibel absolut widerspricht). Die alten Männer sollen nüchtern sein, weil sie als Vorbilder der Frauen und der jüngeren Männer dienen. Weiter sollen sie sich ehrbar verhalten. Das Wort ehrbar kann man auch mit: Der Sitte gemäß lebenswert übersetzen. Die Ordnung in einer Gemeinde kann schnell kippen, wenn sie sich nicht am Wort Gottes ausrichtet.

3 daß sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen,
_____wie es Heiligen geziemt,
__________daß sie nicht verleumderisch sein sollen, nicht vielem Weingenuß ergeben, sondern solche, die das Gute lehren,

Es ist nur logisch, dass die alten Frauen sich genau so wie die alten Männer verhalten sollen, aber in diesem Vers haben wir neue Begriffe zu klären. Frauen tratschen lieber als Männer – ich denke das darf ich schreiben, weil ich eine Frau bin. Es ist kein Zufall, dass die alten Frauen eben nicht verleumderisch sein sollen, sondern das Gegenteil. Schlecht über den Anderen zu reden ist heutzutage Normalität geworden – aber das Wort Gottes ruft uns dazu auf (und ganz sicher nicht nur die alten Frauen!) das nicht mehr zu tun. Ein Zuviel des Weingenusses lockert die Zunge (Sprüche 20,1; Jesaja 28,7) und dann können Sachen passieren, die für alle Beteiligten peinlich sein können – davor will Gott uns bewahren.

4 damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben,

Die alten Frauen sind Vorbilder für die jungen Frauen. Da die Gemeinde der Leib Christi ist und jeder Wiedergeborene ein Glied am Leib Christi, gibt uns das Wort Gottes Hilfestellungen für unser Verhalten. Das bedeutet nicht, dass bei der Wiedergeburt man ein Heiliger ist – sondern Tag für Tag wächst man im Glaubensleben und das Schritt für Schritt. Dazu gehören auch Rückschritte und Misserfolge, aber am Ende wird Gott uns verherrlichen – wenn wir bei ihm im Himmel sind.

5 besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig, und sich ihren Männern unterzuordnen,
_____damit das Wort Gottes nicht verlästert wird.

In einer christlichen Ehe soll die Frau sich dem Mann unterordnen, weil er ihr Haupt ist, gleichwie Christus das Haupt des Mannes ist (Epheser 5,23). Der Mann allerdings soll die Frau so lieben, wie er sich liebt (Epheser 5,28). Eva war diejenige, die von der Schlange verführt wurde, deshalb soll in einer Ehe und in einer Gemeinde die Frau sich dem Ehemann und den Brüdern unterordnen, damit die Gemeinde nicht verlästert wird. Es ist heute interessant, dass sehr viele Irrlehrer weiblich sind und auch die falsche Prophetin Isebel (die falsche Maria), die von der kath. Kirche angebetet wird, ist eine Frau. Das bedeutet nun nicht, dass Frauen schlechter sind als Männer – nein, wir stehen gleichberechtigt vor Gott. Aber eine Frau hat in der Gemeinde andere Aufgaben, als die Brüder, die aber keinesfalls geringer ausfallen oder in den Augen Gottes weniger gut sind.

6 Gleicherweise ermahne die jungen Männer, daß sie besonnen sein sollen.

Mir fällt hier vor allem auf, dass es keinen Jugendgottesdienst gibt, sondern dass in der urchristlichen Versammlung alle Altersgruppen vertreten waren. Es gab kein extra „Jugendbespaßungsprogramm“ – welches heute in vielen Gemeinden leider Alltag geworden ist. Die jungen Männer sollen von Titus ermahnt werden, besonnen zu sein. Ich halte es für ein Mysterium, dass junge Christen auch einen jungen Gottesdienst brauchen. Das Wort Gottes spricht dich im Herzen an und vor dem Herrn haben wir alle dieselbe Verantwortung.

7 In allem mache dich selbst zu einem Vorbild guter Werke.
_____In der Lehre erweise Unverfälschtheit, würdigen Ernst, Unverderbtheit,

Bevor ich meinen Bruder kritisiere, sollte ich mich im eigenen Spiegel ansehen. Die Brüder, die in einer Gemeinde vorstehen, müssen Vorbilder sein – aber natürlich wachsen auch sie – wie wir – jeden Tag im Glauben. Wenn es damals schon so wichtig war, in der Lehre Unverfälschtheit zu beweisen, dann zählt dieses Wort heute für uns noch mehr. Mit würdigem Ernst sollen wir uns mit dem Wort Gottes befassen und Unverderbtheit. Es kann schnell passieren, dass heute mehr Menschenwort gepredigt wird, als das Biblische und wo persönliche Erlebnisse mehr zählen, als das Wort Gottes. Dort kann schnell eine gewisse Unordnung sich breit machen. Gerade für unsere Brüder, die die Gemeinde leiten, müssen wir deshalb mit unserem Gebet unterstützen, damit sie den Dienst weiterhin nach der Lehre von dem einzig wahren Evangelium, der Rechtfertigung vom Glauben durch das einmalige Opfer am Kreuz von Jesus Christus, der nach drei Tagen auferstand und nach 40 Tagen in den Himmel hinauffuhr, wo er zur Rechten Gottes sitzt und eines Tages wiederkommt, um die Welt zu richten und um sein Friedensreich aufbauen, wo er als einzig wahrer König herrschen wird.

8 gesunde, untadelige Rede,
_____damit der Gegner beschämt wird,
_____weil er nichts Schlechtes über euch sagen kann.

Wir können das Wort Gottes sehr schnell verlästern, indem wir mit Anderen darüber diskutieren und gegenüber Spötter ausfällig werden. Titus soll untadelig sein, d.h. er sollte moralisch einwandfrei sein. Und diese Frage müssen wir uns heute auch selbst stellen: Bin ich ein gutes Zeugnis als Christ – erkennt mein Gegenüber, dass ich Christ bin? Ich persönlich diskutiere nicht über die Bibel, sondern bete dafür, dass Gott meinem Gegenüber die Ohren und das Herz öffnet. Passiert das nicht, dann segne ich denjenigen und bete für ihn. Das Wort Gottes wird heute mehr denn je verlästert – ich war doch selbst früher Atheist, dann Buddhist und wollte mit Jesus nichts zu tun haben. Damals waren meine Ohren genauso verschlossen wie heute bei Anderen. Wir sollten von daher nicht mit Andren über die Bibel streiten oder uns ereifern, denn so gewinnen wir ganz sicher niemanden für Jesus Christus. Unser Gegner soll beschämt werden, weil wir kein weltliches Bürgerrecht haben und deshalb müssen wir uns auch so verhalten. Lasst uns beten, dass noch viele Menschen den Herrn anrufen!

9 Die Knechte [ermahne],
_____daß sie sich ihren eigenen Herren unterordnen,
__________in allem gern gefällig sind, nicht widersprechen,

Jesus Christus war kein Revolutionär, der die Sklaverei abgeschafft hatte (das wird manchmal gepredigt). Nein, er sagte, dass sich die Knechte unter den Herren unterordnen sollten, damit eben das Wort Gottes nicht verlästert wird. Dazu muss man sagen, dass Paulus die Herren dazu anhielt, die Knechte gut zu behandeln (Philemon 15-16). Der Herr des Knechtes war zwar gesellschaftlich höher gestellt, allerdings waren beide Diener des Herrn Jesus (sofern der Herr und der Knecht gläubig waren). Sehr deutlich kommt dies zum Ausdruck als der Herr Jesus seine Jünger dazu anhält, dass sie das tun sollten was die Pharisäer ihnen sagten (Matthäus 23, 3) – aber nach ihren Werken sollten die Jünger ihnen nicht nachfolgen. Die Pharisäer redeten zwar, taten aber nicht das, was sie predigten.

10 nichts entwenden,
_____sondern alle gute Treue beweisen,
__________damit sie der Lehre Gottes, unseres Retters, in jeder Hinsicht Ehre machen.

Die Knechte sollten nicht stehlen, sondern ein gutes Zeugnis für Christus sein. Wir Wiedergeborene sind heute auch noch Knechte des Herrn, denn wir wollen ihm mit Freuden dienen. Die Knechtschaft allerdings besitzt nichts negatives, sondern Jesus Christus bezeichnet uns selbst als seine Freunde (Johannes 15, 12-17) – er fügt allerdings hinzu, dass nur diejenigen seine Freunde sind, die das tun, was er uns gebietet. Und Gott, der Herrscher über alles soll gebieten – denn er weiss es besser als ich mit meinem begrenzen menschlichen Verstand. Alles dient zum Besten für die, die Gott lieben (Römer 8,28).

Kristina Bode

Der Herr hat mein Flehen gehört, der Herr nimmt mein Gebet an! - Psalm 6,10 -

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