Der Brief an Titus Kapitel 2 Vers 11-15

Der Brief an Titus

Paulus von Tarsus schrieb diesen Brief an Titus, der ebenso wie Timotheus ein Sohn im Glauben für ihn war. Paulus soll diesen Brief zwischen seinen beiden Haftzeiten in Rom geschrieben haben. Titus war wie Timotheus ein geliebter Jünger und Mitarbeiter am Evangelium. Er war ein junger Gemeindehirte, der von Paulus deshalb für seinen Dienst ermutigt wird.

Die Gnade Gottes in Jesus Christus und der Lebenswandel der Erlösten

11 Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen;
12 sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit,
13 indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus,
14 der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.
15 Dieses sollst du lehren und mit allem Nachdruck ermahnen und zurechtweisen. Niemand soll dich geringschätzen!

Griechischer Urtext

11 επεφανη Erschienen γαρ ist η die χαρις Gnade του von θεου Gott η die σωτηριος heilbringend πασιν aller ανθρωποις Menschen;

12 παιδευουσα Lehrt ημας uns ινα zu αρνησαμενοι verstoßen την die ασεβειαν Gottlosigkeit και und τας die κοσμικας weltlichen επιθυμιας Begierden σωφρονως besonnen και und δικαιως gerecht και und ευσεβως gottesfürchtig ζησωμεν so sollten wir leben εν in τω der νυν jetzigen αιωνι Weltzeit,

13 προσδεχομενοι Erwarte την die μακαριαν glückliche ελπιδα Hoffnung και und επιφανειαν die Erscheinung της von der δοξης Herrlichkeit του des μεγαλου großen θεου Gottes και und σωτηρος Retter ημων von uns ιησου Jesus χριστου Christus,

14 ος Der εδωκεν gab εαυτον sich selbst υπερ für ημων uns ινα das λυτρωσηται er erlöst ημας uns απο von πασης jeder ανομιας Ungerechtigkeit και und καθαριση reinigt εαυτω für sich λαον ein Volk περιουσιον besonders ζηλωτην eifrig καλων gute εργων Werke.

15 ταυτα Diese Dinge λαλει sollst du lehren και und παρακαλει ermahne και und ελεγχε weise zurecht μετα mit πασης jeder επιταγης Autorität μηδεις keiner von ihnen σου soll dich περιφρονειτω geringschätzen!

Auslegung

11 Denn die Gnade Gottes ist erschienen,
_____die heilbringend ist für alle Menschen;

Jesus Christus starb für alle Menschen und in Folgedessen hat Gott die Welt erlöst. Aber nicht jeder Mensch nimmt die heilbringende Gnade Gottes an. Wer den Sohn des Allmächtigen verwirft, wirft die Gnade Gottes weg und das Zorngericht verbleibt auf ihm (Johannes 3,36).

12 sie nimmt uns in Zucht,
_____damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen
__________und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit,

Das Wort Zucht klingt in unseren Ohren sehr scharf. Aber Zucht leitet sich aus Erziehen her und wen Gott liebt, den erzieht er (Hebräer 12,6). Gottes Erziehung an uns allerdings ist fehlerlos, immer gerecht und er hat nur das Beste für uns im Sinn! Wir müssen uns absondern von den weltlichen Begierden, denn diese verleugnen und lästern Gott. Das klappt manchmal besser, manchmal schwerer, weil unser Fleisch diesen Begierden nachsinnt. Wichtig ist zu erfassen, dass wir hier auf der Erde niemals vollkommen sein werden, aber Gott geht mit uns den Weg gemeinsam und wird das Werk vollbringen, welches er angefangen hat (Philipper 1,6)!

13 indem wir die glückselige Hoffnung erwarten
_____und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes
_____und unseres Retters Jesus Christus,

Jeden Tag erwarte ich die Entrückung und freue mich unbändig, meinem Schöpfer entgegenzutreten. Das ist die glückselige Hoffnung, die wir haben. Natürlich leben wir jetzt in der Welt und haben auch noch einen Dienst zu tun. Aber welch Kind Gottes freut sich nicht auf den Tag, wo es vor den Thron des Herrn treten darf und auf ewig mit ihm vereint zu sein? Mit der Erscheinung von Jesus Christus für die Welt wird das Gericht eingeläutet, denn die Welt ist böse und verdorben und muss dafür gerichtet werden. Es tröstet mich, dass all die Ungerechtigkeiten, die hier geschehen, nicht vergessen sind, sondern für den Tag des Gerichtes aufbewahrt werden. Wer dann den Herrn Jesus als seinen Retter nicht angerufen hat, wird den Preis dafür bezahlen müssen und den ewigen zweiten Tod erleiden müssen. Wir sollten beten, dass noch viele Menschen den Herrn erkennen und anrufen, damit sie umkehren von ihren bösen Taten und Gedanken und von der Knechtschaft der Finsternis freigekauft werden.

14 der sich selbst für uns hingegeben hat,
_____um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen
__________und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen,
_______________das eifrig ist, gute Werke zu tun.

Jesus Christus gab sich selbst für uns hin. Durch sein Blut wurden wir aus Glauben zu ihm gerechtfertigt (Galater 3,24). Wir wurden von der Sklaverei der Finsternis losgekauft (Kolosser 1,13) und wandelt jetzt im Licht. Jesus Christus gab sich hin, um für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen. Können wir das jemals begreifen? Dass der große und allmächtige Gott sich erniedrigte für uns? Und wer wiedergeboren wurde, will gute Werke tun, nicht um durch diese gerechtfertigt zu werden, sondern um Jesus Christus zu danken und dienen für die Errettung. Deshalb schrieb auch Jakobus, dass ein Glaube ohne Werke ein toter Glaube sei (Jakobus 2,20). Es gibt viele Scheinchristen in dieser Welt, die vielleicht sogar am Abendmahl teilnehmen und das Vaterunser auswendig runterbeten können – aber sie bringen keine Werke aus Glauben hervor, sondern versuchen, durch ihre eigenes menschliches Tun, Gerechtigkeit erlangen zu können, vor dem großen Schöpfer. Das ist aber ein Trugschluss – niemand wird aus eigenen Werken gerecht, sondern durch den Glauben an den Herrn Jesus vollbringt Er das gute Werk in uns! Wir können dem Herrn nur dafür danken, dass Er bereits alles vollbracht hat!

15 Dieses sollst du lehren
_____und mit allem Nachdruck ermahnen und zurechtweisen.
__________Niemand soll dich geringschätzen!

Der Apostel Paulus ermunterte Titus, dass er mit dem notwendigen Ernst lehren sollte. Wir sind heute in dem Vorteil, dass wir die ganze Schrift lesen dürfen. Für Titus waren die Briefe von Paulus, sowie die Schriften vom Alten Testament von höchster Wichtigkeit. Wir können uns heute nicht mehr vorstellen, wie das damals war, als Titus aus den Briefen des Apostels Paulus vorlas. Schon in der Urchristenzeit gab es Menschen, die Andere vom rechten Weg abbringen wollten. Von daher war es dem Apostel Paulus ein dringendes Anliegen, seinem Bruder Titus mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass er diejenigen ermahnen und zurechtweisen müsse, damit die Gemeinde nicht in Verruf geriet.

Kristina Bode

Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott. - Psalm 62,8 -

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.