Der Sündenfall – 6 – Das Erbe der ersten Menschen

Der Sündenfall - 6 - das Erbe der ersten Menschen

Der Sündenfall:

Warum ist unsere Welt heute so wie sie ist? Warum können wir Menschen keinen Frieden miteinander schließen? Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir zum Anfang zurückkehren. Und das bedeutet: Ganz zum Anfang! Die Ursache unserer heutigen Kriege und Krisen liegen bei Adam und Eva. Darum müssen wir die Bibel lesen, um zu verstehen, warum der Sündenfall uns Menschen von Gott vorerst getrennt hat. Aber anhand des Sündefalles können wir auch sehen, wie sehr uns Gott liebt und warum er damals Adam und Eva aus dem Paradies werfen musste.

Kain und Abel – 1. Mose 4

1 Und Adam erkannte seine Frau Eva; und sie wurde schwanger und gebar den Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Mann erworben mit der Hilfe des HERRN!
2 Und weiter gebar sie seinen Bruder Abel. Und Abel wurde ein Schafhirte, Kain aber ein Ackerbauer.
3 Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Kain dem HERRN ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens.
4 Und auch Abel brachte [ein Opfer] dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und der HERR sah Abel und sein Opfer an;
5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht an. Da wurde Kain sehr wütend, und sein Angesicht senkte sich.
6 Und der HERR sprach zu Kain: Warum bist du so wütend, und warum senkt sich dein Angesicht?
7 Ist es nicht so: Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben? Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!
8 Und Kain redete mit seinem Bruder Abel; und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.
9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß es nicht! Soll ich meines Bruders Hüter sein?
10 Er aber sprach: Was hast du getan? Horch! Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden!
11 Und nun sollst du verflucht sein von dem Erdboden hinweg, der seinen Mund aufgetan hat, um das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen!
12 Wenn du den Erdboden bebaust, soll er dir künftig seinen Ertrag nicht mehr geben; ruhelos und flüchtig sollst du sein auf der Erde!
13 Und Kain sprach zum HERRN: Meine Strafe ist zu groß, als dass ich sie tragen könnte!
14 Siehe, du vertreibst mich heute vom Erdboden, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und ruhelos und flüchtig sein auf der Erde. Und es wird geschehen, dass mich totschlägt, wer mich findet!
15 Da sprach der HERR zu ihm: Fürwahr, wer Kain totschlägt, der zieht sich siebenfache Rache zu! Und der HERR gab dem Kain ein Zeichen, damit ihn niemand erschlage, wenn er ihn fände.
16 Und Kain ging hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Land Nod, östlich von Eden.

Betrachtung

Die Geschichte von Kain und Abel ist so tragisch, weil sie uns zeigt, wie das Böse sich im Leben von Adam und Eva weiter ausbreitet. Auf der Erde lebten nur vier Menschen. Aber das reichte aus, um einen von ihnen zum Mörder werden zu lassen.

Dabei ist Kain der Erstgeborene und Abel sein jüngerer Bruder, auf den er hätte aufpassen sollen. Beide Brüder wollen dem Herrn ein Opfer geben, aber nur Abels Opfer gefällt dem Opfer. Warum ist das so? Hat Gott Abel vorgezogen?

Als ich diese Stelle zum ersten Mal las, kam es mir ungerecht vor, dass Kains Opfer nicht anerkannt wurde. Jedoch wurde mir mit der Zeit klar, dass ich das nur von meiner menschlichen Seite aus betrachtet hatte. Gott jedoch kannte Kains Herzenshaltung.

Wenn das Herz verstockt…

Der Sündenfall - 6 - das Erbe der ersten Menschen

Abel brachte ein Opfer dar und der Herr sah ihn an. Aber Kains Opfer sah er nicht an. Die Reaktion von Kain folgt sofort: Er wurde wütend und senkte seinen Blick. Mit dem wachsenden Gefühl der Wut, gepaart mit dem Neid auf Abel konnte Kain nicht mehr zum Herrn hochschauen, sondern musste den Blick senken.

Das Böse wuchs in ihm und vergiftete sein Herz und schließlich seine Gedanken.

Hat Gott Kain provoziert, weil er das Opfer nicht anerkannt hat?

Ich glaube nicht, sondern denke viel eher, dass Kain nicht wirklich mit vollem Herzen geopfert hat, um Gott zu ehren. Seine Motive waren nicht darauf ausgelegt, dem Herrn das zu geben, was ihm zur Ehre dient, sondern viel mehr, um Kain vielleicht Segen zu geben, den er für sich wünschte. Was es auch war, das Kain wollte, es war selbstsüchtig.

Als das Opfer von Kain nicht angenommen wurde, brachen die wahren Gefühle von Kain aus, die er nicht mehr verbergen konnte. Gottes Reaktion ist jedoch voller Liebe Kain gegenüber. Denn er spricht zu ihm:

Warum bist du so wütend,
und warum senkt sich dein Angesicht?
Ist es nicht so: Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben?
Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür,
und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet;
du aber sollst über sie herrschen!

Gott kennt die Herzenshaltung von Kain und weiß, was er vorhat. Darum versucht er, ihn von der Tat abzuhalten, indem er ihm von dem Bösen warnt. Aus bösen Gedanken können böse Taten wachsen, die in ihrer Heftigkeit viele Menschen fassungslos dastehen lassen. Immer wieder hört man nach einer solchen Tat, dass Nachbarn nicht verstehen können, was der Betroffene angerichtete hat. „Er grüßte immer so freundlich.“

…kann furchtbares draus wachsen!

Aber freundliches Grüßen zeigt uns nicht, was für Gedanken manche Menschen haben. Wir Menschen sehen oft nur die Oberfläche eines Menschen. Aber für Gott sind wir kein verschlossenes Buch, sondern er kennt nicht nur die kommenden Gedanken, sondern auch alle „Was wäre wenn“ Szenarien.

Durch das nicht angenommene Opfer wurde Kains Herzenshaltung offenbar.

Und Gott spricht zu Kain, um ihm die Möglichkeit zu geben, von dem bösen Weg umzukehren und die Tat, die vielleicht schon zu dem Zeitpunkt in seinem Herz wächst, abzuwenden.

Allerdings steht in der Bibel nicht, dass Kain auf Gottes Worte geantwortet hat.

Die nächsten Sätze befassen sich mit dem, was anscheinend anschließend geschah. Und wir müssen in ihnen lesen, dass die Worte Gottes an Kain abgeprallt sind.

Der Sündenfall - 6 - das Erbe der ersten Menschen

Der Mord wird in einem einzigen Satz erwähnt.

Und Kain redete mit seinem Bruder Abel; und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.

Kain schlägt Abel tot und lässt ihn einfach auf der Erde liegen.

Wieder spricht Gott zu Kain:

Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß es nicht! Soll ich meines Bruders Hüter sein?

Die Antwort von Kain zeigt, dass er nicht im geringsten Reue empfindet. Natürlich ist Gott allwissend und weiß, dass Abel tot ist. Ich sehe die Frage an Kain gerichtet als eine Art Chance, dass Kain die Wahrheit sagt und Buße zeigt. Es ist wieder eine Handreichung an einen Menschen, der den bösen Weg eingeschlagen hat.

Aber Kain ist nicht daran interessiert, Buße zu tun. Als Gott ihn deswegen mit einem Fluch belegt, ist er nur um seine Sicherheit besorgt.

Siehe, du vertreibst mich heute vom Erdboden, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und ruhelos und flüchtig sein auf der Erde. Und es wird geschehen, dass mich totschlägt, wer mich findet! 

In Kains Sätzen liegt eine gewisse Ironie. Er selbst hatte keine Skrupel seinen Bruder wegen einer Nichtigkeit zu ermorden, aber hat nun selbst Angst, ermordet zu werden. Aber immer noch zeigt Gott Gnade und spricht zu Kain:

Da sprach der HERR zu ihm: Fürwahr, wer Kain totschlägt, der zieht sich siebenfache Rache zu! Und der HERR gab dem Kain ein Zeichen, damit ihn niemand erschlage, wenn er ihn fände.

Anhand von Kains Antworten können wir erkennen, dass er psychisch in der Lage war, Gutes von Bösem zu unterscheiden. Er wusste, dass er etwas falsches begangen hatte, wollte oder konnte aber keine Reue zeigen. Als Gott ihn deswegen anklagt, ist er nur um seine eigene Sicherheit besorgt und Gott gibt Kain ein Zeichen, weswegen er nicht mehr um sein Leben bangen muss.

Allerdings hat Kain mit seiner Entscheidung, das Böse zu vollbringen, sich gegen Gott gewandt. Hatte er diese Gedanken schon beim Opfern? Der letzte Satz in diesem Absatz ist daher um so trauriger, weil er Kains Ende besiegelt.

Und Kain ging hinweg von dem Angesicht des HERRN
und wohnte im Land Nod, östlich von Eden.

Nachdem Gott ihm ein Zeichen der Sicherheit gegeben hatte, ging Kain hinweg vom Angesicht des Herrn. Der weitere Absatz befasst sich nur noch mit der Nachkommenschaft Kains und belegt, dass die böse Entscheidung, die Kain als Stammvater beschlossen hatte, sich in seiner Nachkommenschaft ausbreitet und weitere böse Früchte trägt. Einer seiner UrUrgroßEnkel hieß Lamech, dieser nahm sich zwei Frauen statt einer. Und er erwähnt das Zeichens seines UrUrgroßvaters als eine Art Rechtfertigung der Morde.

Ihr Frauen Lamechs, vernehmt meinen Spruch! Einen Mann erschlug ich, weil er mich verwundet, einen jungen Mann, weil er mich geschlagen hat! Denn Kain wird siebenfach gerächt, Lamech aber siebenundsiebzigfach!

Das ist der Gipfel des Bösen. Das Zeichen Gottes als Rechtfertigung von bösen Taten zu nehmen. Und es zeigt sehr gut, wie der Feind, die Schlange, der Teufel das Gute als Böses und umgekehrt zu verkaufen versucht.

Das geschieht bis heute, deswegen ist der Text der Bibel hochaktuell!

Die Geschichte von Kain und Abel zeigt uns, dass wenn Menschen keine Reue für ihre bösen Taten empfinden, sie zu Lebzeiten gerichtet sind. Kain ist nicht im Himmel. Wahrscheinlich war er leider einer der ersten Menschen, die in die Hölle gekommen sind. Die Geschichte zeigt aber auch, dass Gott mehrmals versuchte, Kain die Hand zu reichen, selbst nach dieser furchtbaren Tat!

Aber Kain entschied sich gegen Gott.

Das Fazit dieser Geschichte ist, dass jeder von uns sich für jegliche Taten entscheiden kann! Es gibt niemandem, dem wir die Schuld in die Schuhe schieben können. Aber durch die Geschichte sehen wir auch, dass Gott uns immer einen Ausweg offen hält. Zu Jesus können auch Mörder kommen.

Was wir jedoch alle tun müssen ist: Buße!

Ohne Buße sind wir verloren – so wie Kain.

Aber solange wir leben, können wir umkehren. Gottes Gnade und Liebe ist übermenschlich und viele Male hält er uns die Hand hin. Jedoch den Schritt zur Rettung unserer ewigen Seele müssen wir selbst machen.

Kristina

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat. - 1. Johannes 3,1 -

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