Mein Lebensretter!

Bevor ich mich zu Jesus bekehrte, glich mein Leben einer Achterbahnfahrt. Ich wuchs in Barsinghausen auf, einem beschaulichen kleinen Städtchen. Schon als Kind interessierte ich mich für Geister und die unsichtbare Welt. Durch einen unglücklichen Zufall geriet ich damals in die Fänge des Okkultismus. Gemeinsam mit einer gleichaltrigen Freundin rief ich die Geister an und hatte damals einen Heidenspaß.

Dieser sollte mir jedoch schnell vergehen.

Ich hatte unbewusst eine Tür in eine unsichtbare Welt geöffnet und konnte sie nicht mehr schließen. Die Auswirkungen waren unter anderem dass ich schon als zehnjährige den starken Drang zum Selbstmord verspürte und auch mehrere Versuche unternahm, mein Leben zu beenden.

Mein Elternhaus war konservativ. Wir gingen zwar an Weihnachten in die Kirche, aber sonst spielte Gott keine große Rolle in unserem Alltag. Als Jugendliche setzte ich mich erstmals mit der Frage auseinander, was nach dem Tod mit uns geschieht.

Ich glaubte schon immer an ein Leben nach dem Tod – allerdings lehnte ich den Gedanken, dass es einen Gott gibt, radikal ab. Gott passte nicht in mein Leben – ich wollte es selbst bestimmen!

Nach der Schule wurden die Depressionen immer stärker. Eine nicht begreifbare Angst verdunkelte mir das Leben. Ich hatte Angst vor der Zukunft, Angst keinen Ausbildungsplatz zu finden. Die Angst war mächtig und sie verfinsterte mir viele Jahre das Leben.

Aus dem Traum Mediengestalter zu werden, wurde nichts – meine Noten waren zu durchschnittlich und zu dieser Zeit wollte jeder diesen Trendberuf nachgehen. Darum begann ich eine Ausbildung als Bürokauffau. Zeitgleich fing ich mit dem Laufsport an und nahm schon bald an Events teil. Der Marathonlauf in Hamburg war für mich etwas besonderes und als ich über die Ziellinie lief, konnte ich mein Glück kaum fassen. Zu dieser Zeit ging es mir relativ gut, ich war aktiv, hatte viele Freunde und die Angst wich für einige Zeit von mir.

Als die Ausbildung beendet war und ich wieder einmal nicht wusste, wie es nun mit mir weitergeht, verfinsterte sich mein Leben. Ein Bekannter sagte einmal zu mir, dass er keinem Menschen begegnet ist, der mehr Angst vor der Zukunft hat wie ich. Und er hatte Recht. Während der Ausbildung merkte ich, dass der Beruf nichts für mich ist. Trotzdem biss ich mich durch und schloss die Ausbildung ab. Ein Aufgeben stand nicht auf dem Plan, das war einfach nicht mein Ding.

Zu der Zeit gab es einen Aufruf, sich bei der Bundeswehr zu bewerben und ich ergriff diese (in meiner damaligen Überlegung richtigen) Chance.
Ich wurde eingestellt und durchlief die Grundausbildung. Weil ich sehr sportlich war, hatte ich kaum Probleme. Allerdings verließen mich die finsteren Gedanken nie.

Nach der Ausbildung wurde ich in den Süden versetzt, nach kurzer Zeit wieder in den Norden. Zwischendurch musste ich mehrere Lehrgänge überstehen.

All dieses hin und her verursachte in mir starke Magenschmerzen. Vor allem kam ich mir wie eine Nummer vor und nicht mehr wie ein Mensch. Ich wurde versetzt und musste gehorchen. Es ist kein Zufall, dass in der Bundeswehr die Scheidungsrate explizit erhöht ist.

Ich liebte es nach wie vor, im Park laufen zu gehen und dort in der Natur spürte ich, dass es Gott gab. Aber er war unerreichbar für mich. Ich konnte nicht zu ihm gelangen. Außerdem wollte ich mich nach wie vor nicht vor ihm beugen.

Und so dauerte es noch mehrere Jahre, bis ich durch einen Burnout und mehrere Nervenzusammenbrüchen seelisch dermaßen am Ende war, dass ich in eine Klinik eingeliefert wurde. Ich merkte, dass ich so nicht mehr weitermachen konnte, denn ich war kräftemäßig am Ende. Es brauchte mehrere Wochen, bis ich realisierte, dass ich aus der Bundeswehr austreten musste. Das sichere Gehalt konnte mich nicht mehr locken, ich war am Ende.

Aus. Fertig.

Durch unglückliche Umstände entließ mich die Klinik, obwohl ich Selbstmordabsichten geäußert hatte.

Zuhause angekommen, setzte ich meine finsteren Gedanken in die Tat um.

Ich konnte so nicht mehr weiterleben. Ich wollte nicht mehr leben.

Und hier griff Gott ein.

Wäre er nicht gewesen, dann würde ich jetzt als eine verlorene Seele in der Hölle schmoren.

Durch den Blutverlust wurde ich immer wieder ohnmächtig und währenddessen sah ich einen Text, der wie ein Werbebanner von rechts nach links lief.

Deine Zeit ist noch nicht gekommen!

Als ich wieder zu mir komme, bin ich verwirrt.

Was war das?

Ich werde immer wieder ohnmächtig und jedesmal taucht dieser Text auf.

Und in all dem hoffnungslosen verspüre ich, wie der Lebensfunken – den ich schon so lange nicht mehr gespürt habe – wieder aufflammt. Zuerst ist es eine kleine, zitternde Flamme, die jederzeit erlöschen kann. Aber sie wächst, langsam und immer mehr, bis der Lebenswillen so groß wird, dass ich die Kraft habe, einen Krankenwagen anzurufen.

Ich wurde ins Krankenhaus eingeliefert und danach wieder in die Psychiatrische Klinik.

Wer jetzt denkt, dass ich mich sofort zu Jesus bekehrt habe, irrt sich.

Es dauerte noch ein ganzes Jahr, bis ich erkannt hatte, dass Gott mich gerettet hat. Er rettete nicht nur mein irdisches Leben, sondern das ewige.

Mein Stolz stand mir für lange Zeit im Weg – ich wollte mich vor Gott nicht demütigen und anerkennen, dass er die höchste Instanz ist (und nicht ich). Durch diesen Stolz war ich blind für die Liebe Gottes geworden. Denn Gott ist mitnichten ein Diktator, der uns knechten will.

In Wirklichkeit knechten wir Menschen uns selbst mit unseren überzogenen Ansprüchen. Der Mensch ist von Gott geschaffen – nicht umgekehrt! Ich bin durch das Lesen der Bibel zum Glauben gekommen. In Gottes Wort habe ich die Wahrheit und den Sinn im Leben gefunden, den ich immer gesucht habe. Auch der Frieden zog endlich in mein Leben ein und ich konnte allen vergeben.

Die Depressionen sind zwar nicht immer weg, aber im Gegensatz zu damals weiß ich jetzt, dass Jesus Christus immer bei mir ist. Er trägt mich durch schwere Zeiten und tröstet mich. Aber vor allem hat er meine Sünden am Kreuz auf Golgatha getragen, damit ich durch Glauben an dieses vollkommene Opfer nun ewigen Frieden mit Gott haben darf.

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Kristina

Besser ist's, bei dem Herrn Schutz zu suchen, als sich auf Menschen zu verlassen; besser ist's, bei dem Herrn Schutz zu suchen, als sich auf Fürsten zu verlassen! - Psalm 118,8-9 -

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