Brief an die Geschwister – Wie kann ich mit Zurückweisungen umgehen?

Liebe Geschwister!

Momentan befinde ich mich in einer Krise. Ich wurde von Geschwistern zurückgewiesen und das hat mich tief getroffen. Ich möchte diesen Beitrag nicht als „Abrechnung“ verfassen, sondern versuchen, das Problem objektiv anzugehen.

Ich weiß auch, dass ich mit meinem Problem nicht die Einzige bin. Vielleicht hilft es jemanden, der genau in derselben Situation steckt, wenn er diese Zeilen hier liest.

Was geschehen ist, ist nicht von Relevanz. Es ist passiert und ich weiß auch, dass die betreffenden Geschwister mich nicht mit Absicht verletzt haben.

Auch wenn der Vorfall schon Wochen zurückliegt, ist es für mich noch immer schwer, neutral darüber zu schreiben. Daran erkenne ich, wie sehr ich mich von meinen Gefühlen leiten lasse.

Als es passiert ist, habe ich meine Mutter angerufen. Sie ist eine Vertrauensperson für mich und wir stehen täglich in Kontakt. Beim ersten Telefonat war noch viel Wut und Trauer dabei.

Aber meine Mutter erinnerte mich, dass ich den Geschwistern vergeben müsse. Ich sei noch nicht bereit, erwiderte ich. Doch in meinem Herzen wollte ich ihnen einfach nicht vergeben. Es war Trotz.

Ich war wütend. Wütend, dass ich in so eine Situation gekommen bin. Wütend, dass mich meine misstrauischen Gedanken bestätigt hatten.

Es fällt mir schwer, anderen Menschen zu vertrauen. Das ist auch eine Sache, die ich immer wieder ins Gebet bringe. Aber es ist nicht einfach.

Wir Menschen sind keine Roboter, die ihre Gefühle einfach abschalten können. Auch wenn ich mir das in dieser Situation gewünscht hätte.

Die Gedanken rasen in so einer Situation Amok: Warum wurde ich zurückgewiesen? Liegt es an meinem Aussehen? Liegt es an meinem Charakter? Warum hat man mich so behandelt?

Ja, und über all dem steht ein dickes, fettes Wort geschrieben:

Unfair!

Man sieht sich in der Opferrolle. „Ich wurde unfair behandelt und alle anderen sind Schuld, dass es mir so schlecht geht“. Etwas überspitzt gesagt. Die negativen Gefühle hüllen mich wie eine dicke schwarze Wolke ein. Dann kommen so kindische Gedanken wie:

  • Alle Geschwister hassen mich! (vollkommen übertrieben)
  • Sie haben das mit Absicht getan! (dabei wusste ich von Anfang an, dass das nicht der Fall war)
  • Ich gehe nie wieder in diese Gemeinde! (und dabei bestraft man am Ende SICH und nicht die Anderen)

und dann ist da noch die andere große Sache…

Ich war wütend auf Gott! Nicht nur ein bisschen verstimmt, sondern wirklich wütend.

Wütend, dass er mich in die Messer hat laufen lassen und zusah, als ich weinend nach Hause lief.

Ich schreibe extra in Vergangenheitsform, weil Gottseidank diese Wut nicht lange angehalten hat.

Denn trotz allem habe ich weiter gebetet zu Gott. Tief in meinem Inneren wusste ich nämlich, dass:

  • Er etwas Gutes aus dieser Sache machen wird
  • Auch wenn ich JETZT noch nicht weiß, wann das geschieht
  • Ich vertraue meinem HERRN!

Gott hat mich gerettet! Durch Glauben an sein Opfer bin ich sein Kind geworden! Nichts und niemand wird mich von seiner Liebe jemals trennen können!

Daran kann ich mich (und du dich!) immer wieder festhalten.

Gott:

  • hat mich geschaffen
  • für ihn bin ich wertvoll
  • liebt mich bedingungslos

Gott macht keine Fehler. Aber Menschen tun sie.

Und wir selbst verletzten auch andere Menschen. Oftmals bemerken wir das gar nicht. Wir sind genausowenig ohne Fehler, wie andere Geschwister! Wir dürfen nicht mit zweierlei Maß messen und uns wichtiger nehmen, als wir sind.

Gott liebt die anderen Geschwister genauso sehr wie dich und mich!

Ich glaube, es ist wirklich die höchste und schwierigste Glaubensprüfung, die Jesus uns mitgab, als er sagte:

Ihr sollt einander lieben!

Das fällt mir manchmal schwer, ich gebs offen zu. Denn Gott sieht in mein Herz. Es bringt niemanden was, wenn ich hier im Beitrag die Unwahrheit schreibe. Genauso wie die Verletzung mich noch immer schmerzt, genauso halte ich daran fest, dass Gott etwas Gutes aus dieser Situation machen wird.

Ich vertraue ihm voll und ganz.

Denn Gott macht keine Fehler!

Die Gnade des allmächtigen Gottes möge dich leiten!

Kristina Bode

 

Herr, deine Gnade reicht bis zum Himmel, deine Treue bis zu den Wolken! - Psalm 36,6 -

2 Comments

  1. Britta Leuthner
    31. März 2016
    Reply

    Guten Morgen Kristina,
    Möchte versuchen, Dich etwas zu trösten. Es ist für gläubige Menschen generell nicht einfach, auch mir ist es schon passiert, dass ich mich von sogenannten Gläubigen zu Unrecht angegriffenen fühlte.Nach der ersten Wut erinnerte ich mich daran, was ich mit diesem Menschen auch Schönes erlebt hatte, da fiel es mir dann leichter, mich mit dem Gedanken der Versöhnung und Vergebung vertraut zu machen. Denn, wir erwarten doch auch vom Herrn, dass er uns vergibt. Und nicht zu vergessen, wie Jesus zurückgewiesen wurde, und trotzdem machte er weiter. Du kannst ja vielleicht mal mit einem Freund /Freundin darüber reden. Du schreibst nicht genau um was es ging, sonst hätte ich Dir gezielter antworten können. Der Herr ist mit Dir und führt Dich auch in dieser Angelegenheit, trage es ihm im Gebet vor
    Liebe Grüße

    • kristina bode
      31. März 2016

      Liebe Britta

      Ich habe extra nicht über das „was“ gesprochen, weil es irrelevant ist.

      Der Beitrag soll Anderen Mut machen, dass keiner von uns perfekt ist und wir immer mal wieder Anfechtungen haben. Krisen sind zwar nicht schön, passieren aber. Jesus ist Gott und wird eines Tages als König wiederkommen. Dank ihm habe ich vollkommene Vergebung von meinen Sünden erfahren. Er ist mein Licht und mein Fels. Auf ihn kann ich wirklich zählen!

      Viele Grüße

      Kristina

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