Brief an die Geschwister – Es ist nicht immer leicht, den „alten“ Menschen auszuziehen!

Liebe Geschwister

Das Wort Gottes lehrt uns, unseren alten Menschen auszuziehen und stattdessen den Herrn Jesus Christus anzuziehen (Römer 13,14). Wir sollen uns den fleischlichen Begierden enthalten, die gegen unsere Seele streiten (1. Petrus 2.11). Und ich glaube, dass jeder von uns darüber geseufzt hat, denn das ist tatsächlich jeden Tag ein Kampf aufs Neue.

Unsere fleischliche Natur, die vor Gott bereits gerichtet worden ist, indem wir durch Glauben an den Herrn Jesus eine neue Natur geschenkt bekamen, gibt sich mit ihrem Schicksal nicht zufrieden. Wir wandeln alle noch im Fleisch und deshalb haben wir mehr oder weniger Anfechtungen.

Ich möchte heute von meinen Begierden berichten, weil ein lieber Bruder mich darauf aufmerksam gemacht hatte.

Vor meiner Bekehrung habe ich einige Jahre als Hobbyfotograf Modelle fotografiert. Ich investierte viel Zeit und Geld in meine Arbeit und mit der Zeit bekam ich viel Anerkennung für meine Bilder. Irgendwann war mir die normale Porträtfotografie zu eintönig geworden und ich fing an, Aktfotos herzustellen. Für einen guten Fotografen musste natürlich eine eigene Webseite her und so stellte ich – voller Stolz – meine Bilder dort aus.

Als ich mich bekehrte, konnte ich die Modelfotografie nicht mehr weiterführen – ich hatte einfach keine Lust mehr, Menschen abzulichten, die von ihrer Schönheit mehr als überzeugt waren. Und auf der anderen Seite wollte ich keinerlei Anerkennung mehr haben, weil dieser Stolz über meine Bilder mich vollkommen aufgebläht hatte.

Die Webseite ignorierte ich einfach – sie lag brach und ich trug meine Fotoausrüstung in den Keller. Das alles war für mich aus den Augen und damit aus dem Sinn. Bis gestern.

Ein Bruder rief mich an und fragte mich, ob ich die Fotografin wäre – das bejahte ich. Er konfrontierte mich mit den Aktbildern und da passierte es, dass die alte Natur sich an meiner Neuen regelrecht klammerte. Denn anstatt dem Bruder sofort zuzustimmen und die Bilder zu löschen, ging ich in den Verteidigungsmodus und ich verstand nicht, warum ich das tat. Denn geistig hatte ich mich doch längst von diesen Bildern gelöst. Aber da war mein Stolz, der sich beharrlich festklammerte und mir zurief, dass das so tolle Bilder sind und ästhetisch auf einem hohen Niveau, etc…

Wäre ich nicht bekehrt gewesen, hätte ich sofort den Hörer aufgelegt. Aber der Herr ließ nicht zu, dass das passierte – sondern ich hörte dem Bruder zu und nach einigen Minuten löschte ich alle Bilder von meiner Webseite, die anstößig waren. Ich tat das nicht, weil mich jemand darauf aufmerksam machte (das war nur der Auslöser), sondern ich dachte darüber nach, dass diese Art Bilder zu meinem alten Leben gehörten und es Zeit wurde, davon Abschied zu nehmen.

Es war schon schlimm genug, dass Geschwister diese Bilder sehen mussten, denn ich schätzte sie sehr.
Das mag für jemanden, der schon viele Jahre bekehrt ist, vielleicht nicht verständlich sein, aber da bitte ich um Nachsicht. Im Dezember sind es 1,5 Jahre seitdem ich mich bekehrt habe. Und wenn ich dann an den alten Menschen Kristina Bode denke und wie viel der Herr schon in mir verändert hat, dann waren das ganz wunderbare 1,5 Jahre.

Es ist immer schmerzhaft, ermahnt zu werden von Anderen – unser Stolz geht schnell in den Verteidigungsmodus. Aber wenn ich ehrlich bin, dann sind mir Glaubensgeschwister hunderttausendmal lieber als Fotografenkollegen, die meine Bilder und damit mein Ego loben.

Ich bin froh, dass dieser Bruder mich angerufen hat und ich weiß, dass der Herr ihn mir schickte, damit ich endlich mich von diesen Fesseln löse.

Für mich ist es nicht immer einfach, den Begierden des Fleisches enthaltsam zu sein. Aber ich weiß, dass der Herr Jesus das Werk in mir vollenden wird, welches er angefangen hat. Wir dürfen dem Herrn dankbar sein, dass er uns jeden Tag ein bisschen ändern wird und dass Er uns auf unserem Wege begleiten wird. Wenn wir mal hinfallen, dann hilft er uns wieder auf. Und das solange, bis wir die alte Natur abstreifen dürfen und in die ewige himmlische Herrlichkeit des Herrn eingehen dürfen!

Der Herr segne Euch!

Kristina Bode

Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich selbst nicht verleugnen. - 2. Tim. 2,13 -

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