Brief an die Geschwister – Lass die Sonne nicht über deinen Zorn untergehen!

Liebe Geschwister

Es gibt manchmal Tage, wo ich mir schon überlegen muss, was ich hier an Beiträgen schreiben kann. Aber gestern habe ich etwas erlebt, was mir deutlich vor Augen brachte, dass ich mich nun wirklich nicht sorgen muss, was ich schreibe, sondern ob ich darüber schreiben möchte.

Ich hatte mehrere Telefonate zu führen und am man behandelte mich sehr respektlos. Je länger ich mit der Person sprach, desto  wütender wurde ich. Zumal ich etwas tun musste und durch diese Person daran gehindert wurde, so dass nun Andere auf mich sauer waren, weil ich deren Arbeit nicht erledigen konnte (ich drücke mich extra so vage aus, weil die Situation an sich nicht zählt, sondern wie ich mich verhalten habe!).

Als ich den Hörer nach mehreren Telefonaten nun endgültig auflegte, musste ich vor lauter Wut weinen. Ich fühlte mich belogen und von oben herab behandelt und das schlimmste für mich war, dass ich nichts dagegen tun konnte.

Meine Mutter besuchte mich und ich war noch immer wütend – sie merkte sofort dass etwas nicht stimmte und meinte, dass ich denjenigen vergeben müsste. Aber das konnte ich noch nicht.

Später am Abend war ich dazu bereit und ich ging die Gespräche noch einmal im Geiste durch. Hatte ich mich denn auch korrekt verhalten? Ich neige dazu, schnell meine Stimme zu erheben und das kann meinen Gegenüber natürlich noch mehr reizen. Dummerweise ist die Person, die den ganzen Ärger klären könnte gerade im Urlaub und ich muss nun einige Wochen warten, bis ich das alles bereinigen kann. Als meine Wut verrauchte, erkannte ich, dass der Herr diese Situation mir extra gegeben hat, damit ich daraus lernen kann. Früher hätte ich nämlich die Personen extra noch aufgesucht und mich mit ihnen noch mehr angelegt – ich hätte auf mein Recht bestanden, dass sie sich entschuldigen müssten, weil sie mich (in meinen Augen) falsch behandelt hätten.

Genau so war ich. Und genau so werde ich jetzt nicht mehr handeln. Ich war wütend, ja – aber ich habe allen Personen vergeben, sie im Namen des Herrn gesegnet und ich hoffe inständig, dass sie Jesus Christus noch annehmen werden, bevor es für sie zu spät ist.

Und wenn ich mit der Person sprechen werde, die das alles plant und sie mich tatsächlich belogen hat – dann werde ich ich mich nicht aufregen, sondern das über mich ergehen lassen und das Beste daraus machen. Ich glaube, das ist genau das, was der Herr Jesus uns aufgetragen hat, als er dieses sagte:

Matthäus 5,39
Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere dar;

Ich lasse mich bestimmt nicht verprügeln, ohne mich zu verteidigen, aber ich darf als Christ niemals die treibende Kraft sein. Und das bedeutet für mich, dass ich erstmal warte, bis die Person aus dem Urlaub kommt und mit ihr dann ein Gespräch führe, indem ich ihr schildere, wie ich die gestrige Situation erlebt und warum ich mich so geärgert habe.

Das ist tatsächlich eine sehr harte Lektion für mich – denn Geduld war nie meine Stärke – aber ich erkenne, dass der Herr mir eine gute Lektion geben wollte, damit ich im Glaubensleben weiter wachsen kann. Wir werden immer Angriffe haben als Christen und wir werden immer mal wieder ungerecht behandelt werden. Aber es sollte uns bewusst sein, dass wir hier nicht auf der Erde sind, damit wir hier auf der Erde Gerechtigkeit erlangen, sondern Gott hat uns eine Stätte im Himmel bereitet, einen ewigen Platz in Frieden, Glückseligkeit und Gerechtigkeit.

Wir sollten beten, dass noch viele Menschen Jesus Christus als ihren Erlöser annehmen – denn diese Welt hier ist vergänglich – aber Jesus Christus und sein Erlösungsopfer niemals!

Kristina Bode

 

Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden. - Römer 5 20 -

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