Brief an die Geschwister – lasst eure Liebe niemals erkalten!

Liebe Geschwister!

Ich finde, die Erfindung des Internets hat unglaubliche Auswirkungen auf die Menschheit gehabt. Nun kann ich mit Menschen in Kontakt treten, die ich sonst vielleicht nie kennen gelernt hätte. Eine Email wird in Sekundenschnelle über den Globus geschickt und so rückt die Welt zusammen.

Natürlich hat das Internet auch eine ganz neue Form der Kriminalität hervorgebracht. Es ist mit fast allen Dingen so, dass ich sie für etwas Gutes oder für etwas Böses einsetzen kann.

Meine „Internetkarriere“ begann tatsächlich mit einem 14 k Modem. Als Jugendliche saß ich viele Stunden vor dem Computer und verbrachte viele Monate in Chaträumen. Diese Zeit hat mich bis heute geprägt, aber nicht so, wie man das wahrscheinlich denkt.

Als ich mich zum Herrn Jesus bekehrte, merkte ich, wie sich mein Ton gegenüber anderen veränderte. Auch besaß ich nie mehr das Bedürfnis, meine Stunden in einem Chatraum totzuschlagen. Ich empfand es als höchst lästig, vor dem Computer zu sitzen und darauf zu warten, dass mein Gegenüber mir antwortete. Mir wurde bewusst, wie wenig ich eigentlich von den anderen Menschen kannte.

Die meisten hatte ich nie außerhalb des Internets getroffen und von denen, die ich live kennen gelernt hatte, waren exakt null Freundschaften übrig geblieben.

Außer Spesen nix gewesen? Scheint auf den ersten Blick so zu sein.

Doch diese Zeit hat mich vieles gelehrt, was ich heute dank meines Herrn anwenden kann.

Das der Ton in der Onlinewelt rauer ist, wird jeder bestätigen können, der bei Facebook in einigen Gruppen ist. Bisher war ich meistens nur einen Tag lang in einer Gruppe und verließ sie meist dann, wenn sich Nutzer gegenseitig beschimpften. Das traurigste daran ist, dass es christliche Gruppen sind, die sich meist auf ihre Fahne geschrieben haben, dem Herrn Jesus nachzufolgen.

Natürlich können in einer Gruppe auch Menschen sein, die sich zum Ziel gesetzt haben, diese aufzumischen (trollen), aber die Häufigkeit der Kaltherzigkeit hat mich doch wirklich überrascht. Liegt es daran, dass ich meinem Gegenüber nicht in die Augen sehen muss, wenn ich ihn belehre? Ich wurde letztens auch „Opfer“ eines Menschen, der mich sehr hart anging.

Zuerst war ich sauer, das gebe ich offen zu. Doch dann merkte ich, dass wenn ich jetzt „zurückkeilen“ würde, ich nicht besser wäre. Darum antwortete ich ohne jegliche Aggression und vermied, dass sich daraus eine hitzige Diskussion entwickelte.

Doch es macht mich traurig wenn ich sehe, wie Geschwister untereinander sich behandeln. Ich bin da sicherlich keine Heilige und habe auch schon mir manche Fehltritte geleistete, für die ich Buße getan habe. Aber ich möchte dazu aufrufen, dass wir uns bemühen auch in dieser Onlinewelt den Anderen als Person anzusehen, die Gefühle hat und die vielleicht von unseren Worten verletzt werden könnte.

Ein Beispiel: Wenn ich meinen Nachbarn nicht grüße und an ihm wortlos vorbeigehe, wie soll ich dann ihm irgendwann von der Liebe des Herrn Jesus erzählen? Der hält mich doch (zurecht) für einen Heuchler.

Ich möchte den Herrn bitten, dass er unsere Herzen anrührt und das wir sensibler für die Menschen werden, die uns im Leben begegnen.

Die Gnade des allmächtigen Gottes möge dich leiten!

Kristina Bode

Ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet; und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der Herr. - Jeremia 29, 13-14 -

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