Evangelisieren mit Schild – alleine – aber mit Gott!

Evangelisieren mit Schild - alleine - aber mit Gott!

Ich hatte mir das so schön ausgemalt. Morgens. Um 6 Uhr – wo niemand unterwegs ist (also kaum einer) und nur wenige Autos fahren. Dann würde ich mich (leise) durch das Wohnhaus schleichen, auf die Straße und das Schild mit mir tragen. Und es nur ganz vorsichtig hochhalten.

Doch es kam alles ganz anders.

Rückblende.

Ich war ja am 29.08 in Berlin und habe mir die Demonstration angesehen bzw. dort gefilmt. Da sah ich Geschwister, die das Wort verbreiteten und ich verspürte den Drang, ihnen nachzueifern. Mein Plan sah aus, dass ich bei der nächsten Demo hier in Kiel mit einem Schild evangelisieren würde. Ja, mein Plan. Aber Gottes Plan sah anders aus.

Als ich Abends zuhause saß, vernahm ich eine innere Stimme – nicht hörbar, aber ja – irgendwie schwer zu beschreiben. Und der Satz „Du musst keine Demo besuchen, um ein Schild zu tragen“. begleitete mich den ganzen Abend lang. Wie recht Gott hatte.

Ich brauchte keine Demo, um ein Schild zu tragen. Ich wollte mich auf der Demo hinter anderen Menschen verstecken, um dann in dieser vermeintlichen Sicherheit das Schild hochhalten zu können. Doch der Herr gab mir zu verstehen, dass ich das nicht brauchte.

Mit dem Schild unterwegs in Kiel

Anstatt dem Herrn sofort zu vertrauen, suchte ich nach weiteren Sicherheiten in Form eines Glaubensbruders, den ich anschrieb und fragte, ob er mich bei meinem ersten „Gang“ begleiten würde. Er bejahte dies, machte mir aber deutlich, dass er von meinen politischen Einstellungen nichts halten würde bzw. er eine andere Meinung vertrat. Da merkte ich, dass es nichts bringt, mit jemandem gemeinsam zu gehen, wenn man in dieser Sache nicht einig ist. Der einzige Grund, weshalb ich nämlich rausgehen wollte war, dass ich glaube, dass wir nicht mehr viel Zeit haben, das Evangelium zu verbreiten. Und wenn der andere diese Dringlichkeit nicht im Herzen hat, dann würde es für beide Seiten nicht passen. Er befürwortete meinen Evangelisationswunsch aber hatte halt nicht diese Dringlichkeit im Herzen. Und das musste ich akzeptieren.

Auf der anderen Seite wollte ich mir schon wieder einen menschlichen Rettungsanker basteln. Konnte ich Gott nicht einfach so vertrauen? Musste ich mich immer hinter Menschen verstecken?

Und so klingelte es eines Nachmittages und die bestellten Stifte wurden geliefert, mit denen ich meine Schilder bemalen konnte. Mittlerweile habe ich sie mit größeren Buchstaben beklebt und denke auch darüber nach, ein größeres Schild zu basteln. Aber erstmal der Reihe nach…

Gott gab mir auch den Auftrag, wenn ich alles beisammen hatte, sofort loszugehen an dem Tag. Es war 18 Uhr – die beste Zeit des Tages. Und ich beschloss, zur Kiellinie zu gehen, um dort mit dem Schild eine Weile zu wandern. Es hat mich mehrere Versuche gekostet, mal ein Foto machen zu können, ohne Fußgänger und Autos.

Evangelisieren mit Schild - alleine - aber mit Gott!

Das Herz pochte laut – aber Gott schenkte mir Sicherheit

Und so betete ich vor dem Gang nach Canossa zum Herrn. Ich bat ihn, mich vor dem Bösen zu bewahren. Mein Auftrag sah so aus, dass ich stumm das Schild tragen würde und nicht predigte. Da meine Stimme eh seit Berlin (offenbar durch eine Pilzinfektion verursacht durch das Maskentragen) in Mitleidenschaft gezogen wurde, war ich damit mehr als zufrieden. Gottes Wort wirkt.

Auf der einen Seite des Schildes stand:
Fürchte dich nicht!

und auf der anderen:
Jesus, Weg, Wahrheit, Leben!

Als ich aus der Wohnung und auf die Straße trat, pochte mein Herz so laut und das Adrenalin schoss durch meinen Körper. Ich ermahnte mich immer wieder, nicht zu schnell zu gehen und außer Atem zu geraten. Ich hatte Zeit.

Bis zur Kiellinie musste ich natürlich durch die Stadt und somit auch eine große Kreuzung überqueren. Ich fühlte mich jedoch immer sicherer und hielt das Schild immer höher hoch. Dabei empfand ich mich als absolut unqualifiziert für diesen Job. Aber das ist ja das Schöne bei Gott. Er befähigt. Er alleine.

Ich betete währenddessen immer wieder, spürte einen tiefen Frieden dabei und musste lächeln. Als ich dann die Kiellinie betrat, beschloss ich, nur eine kurze Wegstrecke zu gehen. Meine Kraft lies langsam nach und die Aufregung tat ihr übriges hinzu. Aber Gott beschenkte mich noch mit etwas unglaublich schönem.

Als ich langsam die Straße entlang ging, hörte ich plötzlich das wilde Hupen eines Autofahrers. Ich drehte mich um und ein Mann lächelte mich an – ich lächelte zurück. Ein Glaubensbruder.

Langsam drehte ich mich schließlich um und ging glücklich nach Hause.

Dieser Tag hat mir gezeigt, dass ich meine Entscheidungen, die ich getroffen habe, im Einklang mit Gott getroffen habe. Ich schrieb ja, dass ich mich mit anderen Geschwistern vernetzen möchte und ich habe mittlerweile so viele Gebetserhörungen erlebt, dass es einfach unglaublich ist. Nächste Woche werde ich mehr darüber erzählen.

Ich kann nur jedem sagen, der eine andere Ansicht vertritt, was die aktuelle Maßnahmen und Politik betrifft (das geschieht ja weltweit) – dass ich Frieden im Herzen darüber habe, was ich hier tue. Und ich kann nur jeden aufrufen, mal die kritischen Stimmen ohne Vorurteil anzuhören. Es gibt genügend Links, die ich auf der Homepage verlinkt habe.

Ich danke meinem Herrn und Schöpfer, dass er mir Kraft gibt, mit dem Schild unterwegs sein zu dürfen. Er wird eines Tages wiederkommen und der Ungerechtigkeit ein Ende bereiten.

Kristina

PS: Meine Mutter hat sich mittlerweile auch ein Schild gebastelt und ist heute mit Geschwistern unterwegs. Ich bin so stolz auf sie.

»Du bist mein Herr; es gibt für mich nichts Gutes außer dir!« - Pslam 16,2 -

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