Gedanken zum Fest

Zuerst möchte ich allen Leser ein frohes Fest wünschen, auf dass ihr eine gesunde und besinnliche Zeit mit den Menschen verbringt, die ihr liebt!

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Eintrag schreibe oder nicht. Denn das letzte was ich möchte ist, die Stimmung zu vermiesen. Allerdings fällt mir seit Jahren der immer stärker werdende Konsumrausch zur Weihnachtszeit auf.

Meine Eltern waren Namenschristen, wir gingen deshalb nur ein mal im Jahr in die Kirche (an Weihnachten). Ich lernte Gott und die Kirche als „Stopper“ kennen, denn die standen meinen Weihnachtsgeschenken im Weg. So saß ich als Kind, unruhig auf der Bank, rutschte hin und her und zählte die Minuten, bis endlich das Krippenspiel, die Predigt und der Gesang verebbt waren, damit wir nach Hause fuhren, um die Geschenke auszupacken.

Als Nesthäckchen bekam ich auch das meiste ab, es gab nichts was ich mir wünschte und was man mir nicht erfüllte. Aber war ich glücklich im Herzen? Natürlich als Kind sind Geschenke etwas viel bedeutenderes als Erwachsener. Doch selbst Erwachsene lassen sich zur Weihnachtszeit hinreissen, um besonders viel oder teure Sachen zu kaufen, die sie sich kaum leisten können.

Die Marktwirtschaft rechnet fest mit immer höheren Umsätzen zur Weihnachtszeit, aber ist daran irgendetwas besinnliches? Es geht mir nicht um ein Geschenk, sondern um den Konsumwahn, dass man sich Dinge anschafft, weil man davon überzeugt ist „ohne sie nicht leben zu können“.

Und warum entstehen an Weihnachten die größten Streitereien? Weil viele Menschen zu dieser Zeit sich Masken aufsetzen um „den Schein des Anstandes“ zu wahren, da sitzen dann Menschen an einem Tisch, die sich vielleicht nichts Gutes ansonsten mehr zu sagen haben – und so fällt das Kartenhaus schnell in sich zusammen.

Alles was unter Druck geschieht, wird irgendwann kaputtgehen, den Schein zu wahren, das habe ich viele Jahre versucht und bin letztlich gescheitert.

Ich wünsche dir deshalb, dass du diese Zeiten mit jemanden verbringst, den du gerne hast im Herzen, dass du dich freust, mit ihr/ihm die Tage zu verbringen und dass ihr eine friedliche Zeit erlebt!

Und solltest du niemandem haben, dann schreib ich dir hier, dass ich das auch viele Jahre kennen gelernt habe. Ich verstehe es, wenn man diese Zeit so schnell wie möglich vorbei haben will, weil jegliches feiern einen nervt, weil es weh tut im Herzen. Ich kann das nachvollziehen und du kannst mir schreiben, wenn du jemanden zum reden haben möchtest.

Kristina Bode

Psalm 23
1 Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern.
3 Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und wenn ich auch wanderte durchs Tal des Todesschattens, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich.
5 Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.
6 Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar.

Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. - Galather 5,14 -

2 Kommentare

  1. 23. Dezember 2013
    Antworten

    Liebe Kris!

    Ich danke Dir für Deine oben geschilderte Erfahrung – dies ist genau der Kern der Sache – was nützen den Menschen Konsum und Geschenke, wenn sie einsam sind und die Herzenswärme fehlt!

    Keiner versteht die Einsamen, keiner blickt in ihr Innerstes – teilweise machen sie sich über sie lustig und stellen obskure Mutmaßungen an – und wissen dabei nicht, was sie damit zerstören in diesem Menschen!

    Es ist schwer, wieder Vertrauen zu fassen – ein Weg der Überwindung fordert und viel Leid verursacht! Kann man ihn allein schaffen?? Gibt es Freunde, die verstehen und eine Stütze sind in dieser schlimmen Zeit??

    Herzliche Grüße und ein frohes, auch besinnliches Weihnachtsfest Dir, liebe Kris!

    Traumfaenger71

    • kristina bode
      23. Dezember 2013

      Hallo Traumfaenger

      Ich weiss, dass der Weg raus aus der Isolierung nicht einfach ist, aber man kann ihn schaffen, natürlich.

      Ich glaube nicht, dass der Weg Vertrauen zu fassen, Leid verursacht, Überwindung bestimmt, aber das gefährlich ist, wenn man alle Menschen pauschalisiert.

      Das kann mir auch mal passieren, aber dann erinnere ich mich daran, dass das nicht fair dem Anderen gegenüber ist.

      Ich wünsche dir eine nicht allzu schmerzliche Zeit!

      Alles Liebe

      Kris

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