Nach dem Gebet bleibt Gottes Heilung aus…

Ich denke, viele von uns haben schon mal um Heilung für eine Krankheit gebetet und gehofft, dass Gott sie von uns nimmt. Doch wie gehen wir damit um, wenn sie ausbleibt? Beten wir noch intensiver, um unseren Willen durchzusetzen? Nach dem Gebet bleibt Gottes Heilung aus...Ich schreibe ungern über Krankheiten, weil manche Menschen (auch wenn sie es gut mit mir meinen) falsche Schlüsse daraus ziehen. Obwohl es keinen einzigen Beitrag hier gibt, den man als Hilferuf interpretieren könnte, wurde ich schon mehrmals angeschrieben. Heilung wurde mir durch ein kraftvolles Gebet angeboten, weil diese Menschen von sich behaupteten, Vollmacht zu besitzen.

Freundlich, aber bestimmt, lehnte ich ihre Angebote ab. Warum, werden jetzt einige sich vielleicht fragen. Es ist ganz einfach:

Der Herr ist meine Quelle, Er allein.

Er bestimmt, ob etwas geheilt wird oder nicht. Gott braucht keine Vermittler, um seine Kraft zu fokussieren. Er ist der Schöpfer des Universums und unser aller Leben. Der Herr wird wissen, seine Macht gerecht einzusetzen.

Was wir auch oft vergessen, wenn wir uns etwas sehnlich erbitten, dass ein Ausbleiben desselben auch einem Zweck dient. Wir erkennen ihn vielleicht nicht, vielleicht auch erst, wenn wir beim Herrn im Himmel sind. Doch nichts ist sinnlos oder nutzlos. Gott will uns auch nicht leiden sehen, wenn wir krank sind und die Krankheit chronisch ist. Er ist im Kern gut, es steckt nichts Böses in ihm.

Mich tröstet es, das zu wissen. Und ich bin nicht allein. Schon in der Bibel lesen wir von Menschen, die gelitten haben und dennoch Gott nicht verfluchten. Hiobs Leben ist ein solches Beispiel (auch wenn er an einem bestimmten Punkt mit dem Herrn haderte).

Wenn wir um Heilung bitten, kann Gott unser Gebet immer mit einem Ja oder Nein beantworten. Wie gehe ich am besten damit um, wenn mein Gebet (scheinbar) von Gott nicht positiv beantwortet wird?

Mein Wille oder Gottes Wille – welcher zählt für mich?

Ich versuche mir anzugewöhnen, im Gebet am Ende den Satz „wenn es dein Wille ist“ mit einfließen zu lassen. Aber selbst, wenn ich so bete, manchmal denke ich unausgesprochen folgenden Satz: „Aber warum sollte es nicht dein Wille sein?“ Die menschliche Eigenschaft, seinen eigenen Willen durchsetzen zu wollen, ist tief verankert. Doch eines sollte klar sein:

Gott kann ich meinen Willen nicht aufzwingen!

Und hier kommt eine Bewegung ins Spiel, ich für sehr gefährlich halte und von der ich versuche, Abstand zu nehmen. Die charismatisch- und pfingstliche Bewegung hält Heilung für immens wichtig. Sie erzeugt einen Druck auf ihre Anhänger, den so mancher Christ in eine tiefe Krise gestürzt hat. Das Gott eine Krankheit zulässt, ist unvorstellbar für so manchen Prediger.

Deswegen habe ich die Mail bekommen von jemanden, der glaubte, Gottes Kraft zu besitzen (oder sie kanalisieren zu können). Obwohl ich nicht darum gebeten habe, war es für denjenigen unvorstellbar, dass ich tatsächlich inneren Frieden trotz dieser Krankheit habe.

Nach dem Gebet bleibt Gottes Heilung aus...

Was ist dir im Leben wichtig? Eine schnelle Gebetserhörung nach deinem Willen oder dein wachsendes Vertrauen zum Herrn hin? Wenn mir alle Gebete erfüllt worden wären, wäre ich nicht im Glauben gewachsen. Selbst, wenn manche Anliegen wirklich wichtig für mich waren und das „nein“ von Gott für mich in diesem Moment niederschmetternd war.

Am Ende habe ich den Sinn darin gesehen und Gott dafür gedankt.

Welche Heilung ist am wichtigsten?

Am Kreuz trug Jesus Christus die Sünden der ganzen Menschheit. Die, die vor seiner Zeit auf der Erde gelebt haben und die, die nach ihm kamen. Er, Gott und Mensch zugleich, tat das wirklich unvorstellbare für uns. Welche Krankheit trennt uns von Gott und welche muss wirklich geheilt werden?

Die Sünde.

Sünde trennt mich von Gott. Durch sie kann ich nicht aus eigenen Stücken zum Herrn gehen. In mir kann es keinen Frieden geben, es sei denn, ich erkenne, wer ich bin und wer Jesus ist. Indem ich mich zu ihm bekenne, heilt Gott mich – dauerhaft. Er erschafft in mir eine neue sündlose Natur. Die alte lebt zwar noch immer in mir (und deswegen kann ich immer noch sündigen), aber er sieht sie als tot an.

Das ist doch das größte Wunder auf der Welt! Niemand kann mir sagen, dass es etwas noch größeres als das gibt. Indem ich auf das Opfer am Kreuz blicke, werden alle meine Krankheiten – die ich mit mir herumtrage – klein und unbedeutend. Oder?

Der Herr schenkt Heilung und das souverän. Was er in meinem kurzen Glaubensleben alles bewirkt hat, ist wunderbar. Ich glaube, wir fixieren uns manchmal zu sehr auf Dinge, die wir geändert haben wollen und verkennen all die Gebetserhörungen, die der Herr uns gab. Oft auch ungefragt und ohne gezieltes Gebet.

Ich kann dich verstehen, wenn eine Krankheit dich frustriert und dir den letzten Nerv kostet. Aber der Feind freut sich in dem Moment diebisch darüber, dass ich mit Gott und seiner Entscheidung hadere. Und genau das möchte ich vermeiden. Es wird mir nicht immer gelingen, das ist mir klar. Aber ich weiß, dass die einzig wirklich wichtige Krankheit, die Gott heilen möchte, diejenige ist, die mich von ihm getrennt hat.

Und das hat er getan. Dort am Kreuz. Für immer und ewig.

Ich hoffe, dass es dir gesundheitlich gut geht. Aber wenn das nicht der Fall ist und du um Heilung gebeten hast, wünsche ich dir, dass du Frieden über jede Antwort von Gott bekommst!

Kristina

 

Befiehl dem Herrn deinen Weg, und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen. - Psalm 37,5 -

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