Redet Gott durch Menschen?

Redet Gott durch Menschen?

In der Bibel spricht Gott auf unterschiedlichster Art und Weise zu den Menschen. Manchen offenbart er sich durch Träume, anderen wiederum durch wahr gewordene Prophezeihungen. Redet Gott auch heute noch durch Menschen und wenn ja, wie können wir erkennen, was von Gott ist und was nicht?

Als ich mich bekehrte, las ich die Bibel. Ich war mir sicher, dass Gott nicht mehr durch Träume reden würde. Aber dann las ich viele Zeugnisse von ehemaligen Muslimen, denen Jesus im Traum erschienen war und erkannte, dass – nur weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass Gott durch Träume zu den Menschen sprach – ich mich geirrt hatte.

In meiner Kleingläubigkeit hatte ich Gott begrenzt. Dabei ist sein Wirken grenzenlos. Warum sollte er nicht über Träume zu Menschen sprechen? Die Zeugnisse von den ehemaligen Muslimen sprach eine deutliche Sprache. Sie bekehrten sich nachdem sie die Bibel gelesen hatte und müssen jetzt für immer um ihr Leben fürchten. Die Abkehr vom Islam stellt sie unter die Todesstrafe. Sie sind sozusagen vogelfrei.

Diese Erkenntnis war eine von vielen Lektionen, die mir der Herr erteilen würde und erteilen wird. Meine Skepsis lag darin begründet, dass eben nicht alles, was sich Gott nennt, auch Gott ist.

Ich komme aus der okkultistischen Ecke und habe erlebt, wie unfassbar bösartig der Feind Gottes agiert. Als ich zum Glauben kam, musste ich feststellen, dass er sich auch manchmal als ein Engel des Lichtes verstellt, um Kinder Gottes zu verführen. Deswegen machte ich „die Schotten dicht“ und lehnte zuerst alles ab, was nicht explizit das Wort Gottes war. Dadurch schützte ich mich vor den bösen Einflüssen. Aber es hat mich auf der anderen Seite auch sehr rechthaberisch werden lassen, so dass ich mit anderen Christen (wenn sie eine andere Meinung vertraten als ich) leicht in Streit geraten konnte.

Redet Gott durch Menschen heute noch?

Der Herr half mir, mit der Zeit barmherziger zu anderen zu sein und sie nicht zu verurteilen, wenn sie eine andere Meinung vertraten. Ich will nicht behaupten, dass Gott mit mir fertig ist – er arbeitet stetig weiter an mir und wird erst aufhören, wenn ich bei ihm bin.

Aber ich bin ihm dankbar, dass ich heute vieles entspannter sehe, als damals. Das bedeutet nicht, dass ich Irrlehre gutheiße, aber ich habe eben auch gelernt, dass es nichts bringt, jemanden darauf hinzuweisen, wenn er davon nichts wissen möchte. Nur der Herr kann eine dauerhafte Veränderung im Herzen bewirken. Und es ist oftmals besser, seinen eigenen Balken im Auge zu sehen, als den Splitter im Auge des Bruders. Ich versuche mich daran zu halten, auch wenn das nicht immer klappt – aber dieser Bibelvers ist mir in den Jahren sehr wichtig geworden.

Meine Veränderung geschah durch eine Email, die von einem lieben Bruder namens Christian geschrieben wurde. Er bemerkte, dass ich auf ihn einen unsicheren Eindruck machen würde.

Zuerst war ich innerlich entrüstet, als ich das las.

Ich? Unsicher?

Wie kam er darauf?

Und dann – vergingen Tage, Wochen – und ich konnte nicht aufhören, an diese Bemerkung zu denken. Ich erkannte, dass der Herr durch ihn gesprochen hatte. Denn, anstatt mich an diesem Satz zu stören, wusste ich, dass er wahr ist.

Redet Gott durch Menschen?

Die Wahrheit macht einen frei.

Für mich war das ein regelrechter Befreiungsschlag, denn ich begann, Geschwistern zu erzählen, warum ich manchmal so reagiere, wie ich es tue. Als ich im Musikteam war, fragte ich oft die anderen, ob das mit dem Gesang so richtig war. Ich denke, damals haben sie gedacht, ich will gelobt werden, aber ich war einfach unsicher. Das wussten sie allerdings nicht. Das ist jetzt natürlich alles nur Spekulation.

In manchen Dingen bin ich selbstbewusst, in anderen nicht. So wie ich nach außen hin kommuniziere, denken viele nicht, dass ich mich oft unsicher fühle. Die Erkenntnis, dass der Herr durch Christian gewirkt hatte, kam erst mit der Zeit. Aber es machte mich ungemein frei. Frei mit anderen darüber zu sprechen, um ihnen zu erklären, warum ich mich so verhalte. Sie können mir jetzt mit ihrer Ruhe helfen, in gewissen Situationen nicht nervös zu werden.

Das interessanteste daran aber ist: Christian hat nicht gewusst, was dieser Satz in mir auslöst. Er schrieb mir keine Email und verkündete als „Prophet“ irgendwelches bedeutungsschwangeres Blablabla, sondern unterhielt sich ganz normal mit mir.

Es war nur ein Satz.

Doch dieser Satz änderte vieles in mir und in meinem Verhalten gegenüber anderen.

Woran erkenne ich, was vom Feind stammt?

Ich bin davon überzeugt, dass Gott auch heute durch Träume und Menschen spricht. Aber man muss misstrauisch werden, wenn diese Kommunikation sich darum dreht, das Ego des Menschen zu streicheln.

Gott gebührt die Ehre und kein Mensch hier auf der Erde ist etwas besonderes. Es gibt keine unglaublich wichtigen Aufträge, die nur ganz bestimmte Leute hier ausführen können. Das ist blabla vom Feind. Satan versteht es sehr gut, uns Honig ums Maul zu schmieren. Der beste Schutz, den wir vor diesen Versuchungen haben können, ist die Bibel.

In ihr lesen wir, wie Gott mit den Menschen gesprochen hat:

  • Gott drückt sich klar und deutlich aus
  • Er schmeichelt kein menschliches Ego
  • Ihm gebührt die Ehre, ihm allein!

Die Gefahr ist die, dass wir alles annehmen, was uns gesagt wird. Dabei müssen wir nur die Bibel lesen, um zu erkennen, wie Gott mit uns spricht. Ich glaube aber auch, dass es vielen schmeichelt, wenn sie angebliche Gottesbotschaften für sich annehmen, weil sie hoffen, etwas besonderes zu sein. Das ist eben der alte Wunsch, gleicher als gleich zu sein.

Und wenn jemand zu einem kommt und behauptet, dass er eine Botschaft von Gott für denjenigen besitzt, wäre es angebracht, höchst misstrauisch zu sein. Es gibt zu viele Verführer, die genau diese Mechanismen einsetzen, um andere in die Irre zu leiten. Wenn man sich an Gottes Wort hält, ist man auf der sicheren Seite.

Durch diese Erkenntnis darf ich dem Herrn danken, weil er mir dadurch hilft, besser mit anderen Menschen zu kommunizieren. Ihm gebührt die Ehre, ihm allein!

Kristina

Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden! - Matth. 5,4 -

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