Brief an die Geschwister – Die Gemeinschaft mit Geschwistern ist das Wertvollste was wir haben!

Liebe Geschwister

Seit ungefähr einem Jahr gehe ich in eine Gemeinde. Nach meiner Bekehrung hat es ein wenig gedauert, bis ich mich auf Gemeindesuche begab. Zwei Gemeinden hatte ich besucht und eine davon länger angesehen, aber irgendwie fühlte ich mich dort nicht wohl.

Dabei ging es mir nicht darum, mich mit allen supertoll zu verstehen, sondern mir war einzig und alleine wichtig, was die Gemeinde glaubt. Die Glaubensgrundsätze können sich manchmal stark unterscheiden, in dem Bezug, was die Bibel lehrt.

Für mich ist die Bibel das Wort Gottes, ja, Jesus ist das fleischgewordene Wort. Irgendwann war ich frustriert und ich glaubte, nicht die Gemeinde zu finden, die ich brauchte. Denn ein Christ braucht Geschwister, die ihn ermutigen und im Glaubensleben weiter wachsen lassen.

Meine Mutter erwähnte bei einem Telefonat, dass in meiner Nähe doch eine Gemeinde sei. Und so ging ich am nächsten Sonntag hin. Sie ist unscheinbar und der Gemeindesaal ist nicht besonders groß. Aber mich hat sofort beeindruckt, wie hingebungsvoll die Brüder gebetet haben. So fing ich an, den Hauskreis zu besuchen und ich durfte in dem Jahr wirklich liebe Geschwister kennen lernen, die sehr herzlich miteinander umgehen.

In eine Gemeinde gehen zu dürfen, ist ein Privileg. Es gibt viele Geschwister hier auf der Erde, die sich nicht mehr versammeln dürfen. Die vielleicht alleine im Gefängnis sitzen und sich nach Gemeinschaft mit Geschwistern sehnen!

Ich weiss, dass es viele Geschwister gibt, die eine Gemeinde nur sporadisch besuchen. Oder sie gehen mal hier hin und mal da hin. Und manche finden immer das Haar in der Suppe und den Grund, warum sie lieber gemeindelos bleiben.

Als Individuum haben wir Charaktereigenschaften, die manchen nicht gefallen. Unser großer Gott Jesus Christus arbeitet an uns jeden Tag und schafft Veränderung, weil er uns so nicht belassen möchte. Ich will damit sagen, dass wenn wir uns an manche Geschwistern stören, dann hat uns Gott diese Situation extra gegeben, damit wir wachsen können.

Wenn man nun die Gemeinden schnell wechselt, weil da jemand ist, den man nicht mag – dann nimmt man sich selbst aus dieser Situation heraus und findet nie eine Heimatgemeinde. Wenn ich mich an manchen störe, dann frage ich mich immer sofort, wer sich vielleicht an mich stören könnte. Denn ohne Ecken und Kanten bin ich wirklich nicht – oder sagen wirs mal so: Der Herr hat noch genug, woran er an mir arbeiten kann.

Das einzige, was mich zum Verlassen einer Gemeinde bewegen würde, wäre eine Irrlehre, die dort gelehrt wird. Wenn das Wort Gottes zu einem unverbindlichen Wort verkommt, das man nach Lust und Laune lehrt, ohne die Autorität Gottes darin zu sehen.

In diesem Jahr, wo ich in die Gemeinde gehe, sehe ich wie viel Gott schon an mir gearbeitet hat. Nicht immer habe ich positives erlebt, aber das größte was ich erleben darf ist, wie sehr ich meine Geschwister liebe und wie sehr ich mich freue, sie zu sehen.

Wir dürfen dem Herrn dankbar sein, dass er Gemeinde baut. Wo sich Menschen treffen, die unterschiedlich sind – aber durch den Herrn Jesus Christus vereint sind. Das gibt es sonst nirgendwo auf dieser Welt und das ist einzigartig.

Sehe deshalb deine Gemeinde nie als etwas selbstverständliches an – denn das ist sie nicht!

Der Herr segne Dich!

Kristina Bode

Und was vom Haus Juda entkommen und übriggeblieben ist, wird wieder nach unten Wurzeln schlagen und nach oben Frucht tragen; - 2. Könige 19,30 -

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