Brief an die Geschwister: Wie diskutiere ich als Christ?

Liebe Geschwister!

Viele von uns bewegen sich auf vielerlei Onlineplattformen und kommen in Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen. Dieser Beitrag soll helfen, nicht belehren – denn ich bin mitnichten immer davor gefeit, die Ratschläge einzuhalten, die ich gebe. Irgendwie ist es einfacher Ratschläge zu erteilen als zu befolgen.

Jedoch hatte ich gerade vor kurzem eine sehr kurze aber heftige Unterhaltung mit einem Bruder gehabt. Leider ist der Kontakt abgebrochen, bevor wir uns aussprechen konnten. Darum möchte ich einfach ein paar Wegweisungen zeigen, die dir und mir helfen sollen, in gewissen Situationen gut zu reagieren.

Dabei gibt es mehrere Anzeichen, die dir helfen können, die Diskussion einzuschätzen.

Das wichtige ist: Der Gegenüber hört dir zu und lässt dich zu Wort kommen.

Man kann selbst der friedlichste Mensch auf Erden sein, aber wenn der Nachbar sich ärgern will, dann wird er immer einen Grund finden, wütend zu sein.

Falls du in eine Unterhaltung gerätst, wo derjenige dir gar nicht zuhört, beende diese sofort. Es kann sonst alles noch viel schlimmer kommen.

Antworte nicht, wenn du wütend bist!

Ganz ehrlich, jeder von uns hatte schonmal mit ordentlich Wut im Bauch eine/n Mail/Chatverlauf beantwortet. Meist antwortete unser Gegenüber ebenso wütend und schon ist man im Teufelskreis gefangen. Wut hat noch niemanden weitergebracht und schon gar nicht als Christ.

Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Wenn ich mich wie ein wildgewordener Berserker benehme, dann bin ich kein gutes Zeugnis Christi und bringe in diesem Zustand erst recht keine Frucht des Geistes. Ich agiere dann fleischlich und meistens hinterlässt mein Verhalten verbrannte Erde.

Wenn das Wort gesprochen wurde, kann man es nicht mehr zurücknehmen!

Schon im Jakobusbrief wird auf die Zunge eingegangen. Sie ist klein aber alles andere als harmlos, richtet sie doch oft sehr viel Schaden an, der manchmal nicht mehr repariert werden kann. Mir fällt es auch schwer, aber es ist besser eine Nacht über die Mail zu schlafen, als sofort zu reagieren. Nochmal, mir ist das auch schon passiert, dass ich voller Wut in die Tasten gehauen habe und die Mail in wenigen Minuten beantwortet habe – aber eine gute Frucht ist daraus nicht entstanden.

So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer – welch großen Wald zündet es an!

Wie kann ein Christ einen anderen mit Worten verletzen? Das passiert leider viel zu oft, selbst in der Bibel warnt Gott uns, unsere Geschwister zu hassen. Es muss also schon in der Urgemeinde geschehen sein, dass Streit in der Gemeinde aufgekommen ist. Und wenn wir an die heutigen Gemeinden denken, sieht das nicht viel besser aus. Es gibt genügend, die sich gespalten haben, weil sie sich uneins in der Liedauswahl waren. Trotzdem ist ein Kind Gottes ein Kind Gottes und wir haben kein Recht, dieses ihm abzustreiten, nur weil es sich uns gegenüber vielleicht schlecht verhält. Genauso hat auch kein anderer Christ das Recht uns das Christsein abzusprechen (wenn wir uns ehrlich zu Jesus bekehrt haben).

Leider wird genau das als letzte „Waffe“ in der Diskussion manchmal verwendet. Ich sehe das als Anfechtung, aber in dieser Woche ist mir das genau zweimal passiert. Und da endet für mich auch die Diskussion, denn derjenige will mich in diesem Augenblick verletzen.

Es geht nicht mehr darum, verschiedene Meinungen anzuhören, sondern einfach denjenigen an der Stelle zu treffen, die besonders weh tut. Wer sich nämlich mit einem ehrlichen Herzen zu Jesus Christus bekehrt hat, ist wiedergeboren und ein Kind Gottes geworden. Die Beziehung zum Schöpfer der Erde ist wiederhergestellt und auch wenn der Christ mit anderen Christen in Streit nach wie vor geraten kann, liebt er doch seinen Herrn, denn er hat erkannt, dass nur Jesus ihn erlösen konnte.

Leider wird heute oft die Meinung des Anderen nicht mehr stehen gelassen, sondern daraus entwickeln sich oftmals die bösartigsten Unterhaltungen die man sich vorstellen kann. Dabei rede ich hier von Meinungen, die nichts mit der Bibellehre zu tun haben.

Wie kann ich mich verhalten, wenn ich mich ungerechtfertigter Weise angegriffen fühle? Rechtfertige dich nicht! Wenn dein Gegenüber dir eh nicht zuhört, dann ist eine Rechtfertigung wie „Perlen vor die Säue geworfen“. Es bringt nichts!

Was ist meine Aufgabe als Christ? Beende freundlich die Diskussion und lass die Anschuldigungen stehen, wenn derjenige nicht mehr offen für deine Worte ist. Falls derjenige andere über die Unterhaltung berichtet, bleib freundlich und erkläre deine Sicht der Dinge.

Aber das Wichtigste ist: Vergib dem Anderen! Sofort!

Ja, es mag manchmal unfair dir Gegenüber sein und manchmal wird dir Unrecht getan und du bekommst keine Chance, das klarzustellen.

Aber du musst vergeben! Wenn du den Ärger in dich hineinfrisst, entsteht Zorn. Glaub mir, als ich vor einiger Zeit von einigen Geschwistern verletzt wurde (auch wenn sie das nicht beabsichtigt hatten), habe ich lange gebraucht, um Vergeben zu können. Darum, wenn es dich plagt, dann bete zu Gott und leg ihm deine Sorgen immer wieder hin. Nur Er kann sie dir nehmen und deine Seele von der Wut befreien!

Andere Menschen mögen dich ungerecht behandeln, aber dein Vater im Himmel kennt die Wahrheit. Und alle Dinge, die uns geschehen, dienen zu unserem Besten. Wir können aus so manch schwieriger Situation lernen für die Zukunft. Ich durfte die Gnade des Herrn erfahren, als er mir bei der zweiten Unterhaltung Gelassenheit schenkte, so dass ich mich überhaupt nicht geärgert habe, selbst als derjenige mir wirklich schlimme Dinge unterstellt hatte.

Darum bin ich dankbar für diese Lektion, ich darf dank ihr im Glauben wachsen.

Der Herr lässt uns niemals alleine, sondern leitet uns im Leben. Das bedeutet aber nicht, dass er uns in Watte packt und uns nie was Böses geschieht. Doch alles hat einen tieferen Sinn, den wir oftmals wohl erst dann begreifen, wenn wir beim Vater im Himmel sind.

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Kristina Bode

Und was vom Haus Juda entkommen und übriggeblieben ist, wird wieder nach unten Wurzeln schlagen und nach oben Frucht tragen; - 2. Könige 19,30 -

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