Brief an die Geschwister – Ich danke dem Herrn, dass er mich bedingungslos liebt!

Liebe Geschwister

Ja, ich bin dem Herrn wirklich dankbar, dass er mich liebt als sein Kind! Weil ich immer mal wieder hinfalle und meine Überzeugungen übertrete – obwohl ich es nicht wollte.

Ein Beispiel:

Vor einigen Tagen traf ich beim Einkaufen auf einen Obdachlosen, der an der Hauswand angelehnt, Gitarre spielte. Ich hatte ihm vor Wochen etwas zu Essen gegeben und darüber hatte er sich sehr gefreut. Auch diesmal wollte ich ihm etwas zu essen kaufen und ich fragte ihn, was er denn gerne hätte. Er überlegte laut („hmmm Mozarella hab ich, Brötchen hab ich“) und fragte mich ganz freundlich, ob ich ihm ein Alsterwasser kaufen könnte.

Meine Überzeugung bis dato war, dass ich kein Alkohol oder Zigaretten kaufen wollte – aber in meinem Bestreben ihm eine Freude zu machen, nickte ich bereits mit dem Kopf und sagte laut und deutlich: JA!

Während ich den Einkaufswagen in den Laden schob, bereute ich bereits meine Antwort. Aber nun musste ich durch, ich konnte jetzt nicht mehr davon Abstand nehmen und kaufte das Alsterwasser. Während ich die Dose in der Hand hielt, fing ich an, innerlich mit Gott zu diskutieren. Ich hörte nicht die Stimme von Gott, aber konnte mir vorstellen, wie er antworten würde:

Ich: „Im Alsterwasser gibts auch Brause“
Gott: „Es ist dennoch ein alkoholisches Getränk – welches du niemals kaufen wolltest“
Ich: „Es ist sehr wenig Alkohol drin“
Gott: „Das ändert nichts an der Tatsache“
Ich: „Ich wollte ihm eine Freude machen“
Gott: „Du hättest ihm auch mit etwas nicht alkoholischem eine Freude machen können“

Und er hatte Recht!

Ich glaube, es ist menschlich zu versuchen, eine Übertretung schönzureden und es Anderen in die Schuhe zu schieben. Das hatte damals schon im Garten von Eden nicht geklappt, wurde aber versucht:

1. Mose 3, 9-13
9 Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist du?
10 Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen!
11 Da sprach er: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen?
12 Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß!
13 Da sprach Gott der Herr zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen!

Der Obdachlose war nicht Schuld daran, dass ICH meine Überzeugung über Bord geworfen hatte, sondern ich ganz alleine war es!

Man kann jetzt mit dem Kopf schütteln – dass das alles eine Kleinigkeit gewesen ist – er wollte doch nur ein Alsterwasser haben. Aber bei Gott gibt es keine Abstufungen und keine Vergehen, die er mit nem Augenzwinkern übersieht.

Doch das unglaubliche daran ist: Trozdem ich als sündiger Mensch immer wieder hinfalle und sündige – auch wenn ich das nicht will – Jesus Christus nimmt mich an! Er schenkt mir immer wieder Vergebung, wenn ich ihm die Sünden beichte! Nein, es ist wirklich nicht schön festzustellen, dass ich mich von der „Schlange“ hab überrumpeln lassen – aber ich darf daraus lernen. Wenn ich hinfalle, dann nimmt Jesus Christus meine Hand und hilft mir wieder auf die Beine!

Mir hilft es, in Zukunft zu versuchen, weniger etwas schönzureden, sondern die Übertretung nehmen wie sie ist – ich bringe sie ans Kreuz zum Herrn und er vergibt mir!

Durch mein Scheitern bin ich für das nächste Mal gewappnet – ich werde nicht noch einmal etwas kaufen, wobei ich mich unwohl fühle.

Gott lässt uns manchmal versagen, damit wir immer wieder erkennen, wie hilflos wir ohne ihn sind! Damit wir nicht zu stolz werden und auf unsere menschlichen Werke verlassen. Wir sollen auf Jesus Christus schauen und ihm vertrauen! Er kennt deine Not, deine Ängste und deine Sorgen! Er wird dich nie alleine im Dunkeln stehen lassen!

Der Herr segne Dich!

Kristina Bode

Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. - 1. Johannes 4,16 -

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