Brief an die Geschwister – Zur Ruhe kommen

Liebe Geschwister!

Unsere heutige Welt bietet auf vielerlei Art und Weise unglaubliche Möglichkeiten sich zu entfalten und engagieren. Ja, sie ist wirklich noch nie so reichhaltig gewesen wie heute. Das digitale Zeitalter bietet uns die Chance, mit Menschen zu kommunizieren, die wir im Leben nie getroffen hätten.

Wir können uns nicht nur mit Briefen verständigen, sondern in Echtzeit mittels Smartphone und einem Kommunikationsprogramm. Mittels Emails versenden wir digitale Briefe in alle Welt und in sekundenschnelle treffen diese beim Empfänger ein.

Ja, es sind wirklich aufregende Zeiten, in denen wir leben.

Aber diese bieten nicht nur positives, sondern auch Fallen, in die wir ganz leicht tappen können.

  • Die ständige Erreichbarkeit hat die Auswirkung, dass Andere von uns erwarten könnten, dass wir sofort ihre Emails/Nachrichten beantworten.
  • Man kommuniziert heute oft nicht mehr tiefgründig, sondern schnell und direkt.
  • Das Handy bleibt angeschaltet, selbst Nachts.
  • Manche bekommen Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, wenn sie nicht ständig auf dem Laufenden sind.
  • Das Internet bietet eine Fülle an Informationen, die quasi ungefiltert vom Konsumenten aufgenommen werden – darunter sind aber nicht selten falsche Informationen, deren Wahrheitsgehalt durch recherchieren nicht bewiesen werden kann. Es ist eine große Gefahr, alle Informationen gleich als wahr anzunehmen.
  • Das Recherchieren nach der Wahrheit kann viel Zeit und Nerven in Anspruch nehmen – es ist mitunter fast unmöglich, eine Information auf den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.
  • Es gibt viele unseriöse Webseiten im Internet, die den Verbrauchern Produkte aufschwatzen wollen und angeblich Wunderheilungen in Aussicht stellen – natürlich zu einem Wucherpreis.

Diese Auswirkungen gab es mit Sicherheit auch vor dem digitalen Zeitalter. Man stelle sich die Jahrmarkt Schreier vor, die ein Wundermittel für den Haarausfall anpriesen (und die schnell genug in die nächste Stadt zogen, um von den getäuschten Kunden sicher zu sein und die nächsten Kunden wieder hinters Licht zu führen.)

Jedoch hat dieses Zeitalter eine Welle an Informationsmöglichkeiten hervorgebracht und viele Menschen verbringen Stunden damit, auf den verschiedensten Webseiten zu surfen und dort die Nachrichten oder Beiträge zu lesen. Ich will das nicht schlecht reden, schließlich ist dies auch ein Beitrag auf einer Webseite.

Aber als Christ ist es gut, manchmal den Flugmodus beim Handy einzuschalten und den Rechner auszuschalten und die Bibel zu lesen.

Denn das Wort Gottes kennt unsere Sorgen und Nöten, selbst damals haben die Menschen nicht anders gehandelt als heute.

Die Geschichte von Maria und Martha ist ein gutes Beispiel. Lukas 10,38-42.

Martha und Maria
Es begab sich aber, als sie weiterreisten, dass er in ein gewisses Dorf kam; und eine Frau namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus.
Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seinem Wort zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, dass mich meine Schwester allein dienen lässt?
Sage ihr doch, dass sie mir hilft! Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles; eines aber ist Not. Maria aber hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!

Als ich diese Geschichte zum ersten Mal las, habe ich überhaupt nicht begriffen, warum Martha von Jesus so „abgespeist“ wurde. Schließlich war sie es doch, die arbeitete und Maria saß einfach auf dem Boden und rührte sich nicht.

Anstatt ihrer Schwester zu helfen, hörte sie Jesus zu.

Der Fall scheint klar, aber Gott sieht das anders.

Martha war viel zu beschäftigt, es allen Recht zu machen, dass sie Jesus nicht zuhörte. Sie kümmerte sich um ihre Dinge, die ihr viel wichtiger waren, als dem Herrn zuzuhören. Maria hingegen erkannte, dass Jesus eben kein gewöhnlicher Mensch war, sondern Gott persönlich und das, was er zu sagen hatte, war viel wichtiger, als sich um Geschirr zu kümmern.

Diese Geschichte aus der Bibel zeigt uns, dass wir alle mal Maria und mal Martha sind. Diese Begebenheit lehrt mich, immer wieder mal inne zu halten und zum Herrn zu beten.

Die Sorgen dieser Welt können manchmal sehr bedrückend sein und manchmal schiebe ich regelrecht Panik, wenn etwas auftaucht, womit ich nicht gerechnet habe und was mich sehr belastet. Dann fällt es mir schwer, zur Ruhe zu kommen und die Sorgen werden in meinem Herzen groß. Sie nehmen dann den Raum ein, den ich eigentlich für den Herrn reserviert habe.

Dann muss ich inne halten und beten.

Das Beten hilft mir, mich wieder auf das zu fokussieren, was wichtig ist.

Gott!

Ich bin ein Kind Gottes geworden und er hat mir durch sein Wort versprochen, dass er mich durch diese Weltzeit leiten wird. Auch sagt die Bibel deutlich, dass ich mir keinerlei Sorgen machen muss, denn der Herr wird für mich sorgen.

Der Feind Gottes will uns jeden Tag, jede Minute verunsichern und uns knechten möchte, indem er ein Hamsterrad aufstellt und wir sinngemäß einsteigen und anfangen los zu rennen. Indem er uns die Sorgen mittels Gedanken einflüstert und sie größer macht, als sie eigentlich sind. Wobei es auch große Nöte unter den Christen gibt, das will ich nicht kleinreden. Aber selbst die größte Not wird der Herr überwinden!

Es ist gut, auch in der Gemeindearbeit manchmal nein zu sagen und nicht sofort alles zu übernehmen, was uns aufgetragen wird. In der Gemeinde mitzuarbeiten ist ein Segen, aber nicht wenige Geschwister haben aufgehört, Maria zu sein und opfern sich wie Martha nur noch für die Arbeit auf.

Dabei ist es menschlich, Grenzen zu haben.

Und im Gebet den Herrn zu fragen, ob diese oder jene Arbeit für uns ist, kann nie verkehrt sein.

Durchs Gebet erkenne ich, dass der Herr die Hand über mich hält und dass er mir nichts zu Tragen gibt, was ich nicht tragen könnte. Durch manche Begebenheiten lässt er mich gehen, damit ich im Glauben und im Vertrauen zu ihm wachsen kann.

Darum geht es nicht allen Christen gut, nicht alle Christen sind gesund und manche von ihnen haben einen großen Leidensweg im Leben zu gehen. Die Geschichte Hiob ist ein gutes Beispiel von einem Mann, dem alles genommen wurde, aber der am Ende alles doppelt und dreifach als Segen zurückbekam.

Wir Christen leben in einer schnelllebigen Zeit. Es tut uns daher gut, auch mal nicht erreichbar zu sein. Die Mail mal nicht sofort zu beantworten, sondern darüber zu beten und dem Herrn für unser Leben zu danken. Das tue ich viel zu selten.

Ich bin dankbar, für das moderne Leben und dankbar, ein warmes Zuhause zu besitzen. Aber wie Maria und Martha, lasse ich mich manchmal verunsichern und in Panik verfallen. Dann wird Gott in meinen Augen plötzlich klein, was natürlich vollkommener Blödsinn ist. Denn der Herr ist allmächtig und es ist meine verzerrte Wahrnehmung, was mich an ihn zweifeln lässt.

Ein Christ ist auch nur ein Mensch, manche sind im Glauben stärker als andere, aber jeder kennt die Krisen, durch die er gehen musste, um zu erkennen, wir groß und herrlich der Herr ist.

Lasst uns dem Herrn danken für alles im Leben!

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen

Kristina Bode

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. - Matth. 6,14 -

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