Ein Monitor als Geschenk – kostenlos und unerwartet.

Obwohl ich Technik gerne nutze, habe ich das Vergnügen, recht veraltete zu nutzen. Will damit sagen, dass mein PC, selbst wenn ich ihn neu kaufe, nie das neueste Modell ist. Auf der einen Seite habe ich dafür kein Geld und auf der anderen sehe ich auch nicht ein, mein nicht vorhandenes Geld für etwas auszugeben, was eh in einem Jahr wieder veraltet sein wird.

Und so kam es, dass ich viel zu lange einen Röhrenmonitor genutzt habe, der meine Stromrechnung in die Höhe trieb. Ein Geschenk in Form einer hohen Rechnung erwartete mich. Über 200 Euro musste ich nachzahlen. Als ich im Keller sah, dass der Stromzähler in einer viel zu hohen Geschwindigkeit sich munter drehte, wusste ich: Ein Flachbildschirm musste her! Also was tat ich? Ich kaufe einen gebrauchten 15 Zoll Monitor bei Amazon.

Den nutzte ich die kommenden 8-9 Jahre.

Er tat immer treu seinen Dienst. Änderte aber nichts daran, dass der Bildschirm klein blieb. Also dachte ich, mir jetzt zum Jahr 2020 mal was Neues zu gönnen. Ein eigenes Geschenk zu Weihnachten sozusagen. Bei Otto bestellte ich einen Monitor für 89 Euro. 22 Zoll – das war die kleinste Größe, die man auswählen konnte.

Als er ankam, freute ich mich unglaublich. Oft ärgere ich mich, dass ich wenig Geld zur Verfügung habe, aber auf der anderen Seite, freue ich mich umso mehr, wenn ich mir etwas kaufen kann. Und vielleicht schon Jahrelang darüber nachdachte, es mal zu kaufen. Die Sachen sind wertiger, ich bin dankbarer dafür. Also neuen Monitor eingestöpselt und – irgendwas stimmte nicht.

Irgendwas stimmte mit dem Monitor nicht

Das Bild war merkwürdig grell. In den Einstellungen konnte ich die Helligkeit zwar runter regeln, aber trotzdem sah alles etwas bläulich aus. Lag es am Monitor? Mussten meine Augen sich erst daran gewöhnen? Ich war echt verunsichert. Doch nach einem Tag packte ich den Bildschirm wieder ein und schloss den alten an. Das Bild war wieder angenehm.

Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht, aber etwas Neues zurückzuschicken. Man hat sich darauf gefreut und dann – geht es wieder zurück. Für mich war klar, dass ich nicht nochmal einen Versuch wagen wollte, einen Bildschirm zu bestellen. So fand ich mich damit ab, den Monitor weiterhin zu nutzen. Er tat immerhin treu seinen Dienst. Und das so viele Jahre lang.

Doch Gott hatte andere Pläne vor. An unserem Pen und Paper Rollenspiel Abend fragte ich (eher beiläufig) Christian, ob er einen Monitor übrig hätte, den ich nutzen könnte.

Hatte er.

Ein Monitor als Geschenk - kostenlos und unerwartet.

Wieviel wollte er für ihn haben? Gar nichts. Wahnsinn, oder?

Manche mögen sagen, dass das Selbstverständlich ist, aber ich sehe das nicht so. Ich war echt geknickt, nach den vielen Jahren, wo ich darüber nachdachte, mir mal was neues zu kaufen und endlich die Mittel dafür hatte, dass ich den Monitor wieder zurückschicken musste. Gott hat mich beschenkt und das völlig unerwartet. Das macht mich wieder einmal dankbar dafür, dass der Herr einen sieht.

Und selbst bei solch unwichtigen Sachen manchmal einen beschenkt. Denn das Teil ist ja nicht überlebenswichtig für mich. Ich hätte auch weitere 10 Jahre mit meinem alten Bildschirm gearbeitet.

Ich möchte lernen, dankbarer zu sein

Klar, es gibt sicher auch viele Leser, die nicht solche Nerds wie ich sind. Aber Gott beschenkt uns immer wieder mit Dingen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Ich will das auch nicht kleinreden, sondern eben das achten, was ich habe. Meine Waschmaschine wäscht noch immer – obwohl sie bald über 2 Jahrzehnte alt ist. Und ich bin jedes mal darüber dankbar, dass sie noch immer (wenn auch mit Macken) ihren Dienst tut.

Als ich bei der Bundeswehr war, habe ich gut verdient und konnte mir Dinge im vorbeigehen einfach kaufen. Was ich haben wollte, kaufte ich. Allerdings schätzte ich auch das alles sehr viel weniger, was ich jetzt tue. Ich habe die finanziellen Mittel heute eben nicht mehr und muss bei allen Dingen immer schauen, ob sie reduziert sind. Oder – im Falle der Waschmaschine – einen Neukauf in Raten zahlen, falls etwas kaputt geht.

Es stimmt, dass wir uns nicht von diesen Dingen seelisch abhängig machen sollen. Das bedeutet aber nicht, dass ich etwas nicht schätzen kann, was mir der Herr zur Verfügung stellt. Es gehört alles ihm. Von daher hoffe ich, dass er diese Waschmaschine noch lange Zeit vor dem üblen Kalk bewahren wird.

Und ja, ich genieße es, endlich Platz auf dem Bildschirm zu haben. Danke Christian!

Kristina

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. - Römer 1,16a -

2 Kommentare

  1. Sascha
    7. Februar 2020
    Antworten

    Genügsam sein. Das wertschätzen, was wir dank dem Herrn haben. Dankbar dafür sein, daß wir nicht mehr haben, als gut für uns ist. Eine schöne Geschichte. Danke.

    • Kristina
      13. Februar 2020

      Danke dir. Ich muss mich auch immer wieder an sowas erinnern, da ich nicht der geduldigste Mensch bin.

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