Lachend lag ich auf dem Zahnarztstuhl

Es ist Donnerstag. Donnerstag ist Zahnarzttag. Und da die Entzündung in dem einen Zahn (bzw. in der Wurzel) keine Ruhe gibt, muss das entzündungshemmende Medikament regelmäßig erneuert werden. D.h. jedesmal: betäuben, bohren, absaugen, draufbeißen (auf die Watte) und zu guter Letzt: neuen Termin für die kommende Woche ausmachen. Meine Welt dreht sich um den Zahnarztstuhl. Aber ich will mich nicht beschweren. Es gibt auch mal Tage, wo ich kauen kann. Die meiste Zeit allerdings, versuche ich tunlichst, die linke Kauleiste in gar keiner Form zu belasten. Die Wurzeln sind genervt und ich von ihnen.

Wo waren wir? Achja, Donnerstag.

An diesem Donnerstag saß ich wieder auf dem Zahnarztstuhl und erzählte dem Arzt, dass ich in den Tagen zuvor einige Male ein Pochen verspürt hatte. Sorgenfalten entstehen auf seiner Stirn. Er denkt dasselbe, was ich seit einigen Tagen zu verdrängen versuchte und daran scheiterte. Könnte es sein, dass ein weiterer Zahn entzündet ist, frage ich ihn. Er nickt und äußert, dass er den selben Gedanken hatte.

Dann folgt die übliche Prozedur: Klopfen (obs weh tut) und der von mir heiß geliebte Kältetest. Meine Zähne sind nämlich offensichtlich Mimosen. Die Watte muss gar nicht an die Zähne gedrückt werden, schon tut es weh. Ich bin ihm dankbar, dass er da sehr vorsichtig ist. Nun, die Watte wurde dann an den verdächtigen Zahn gedrückt. Der Schmerz war kaum zu vernehmen. Ein Indikator dafür, dass einige Nerven schon abgestorben waren.

Lachend lag ich auf dem Zahnarztstuhl

Lachend lag ich auf dem Zahnarztstuhl

Während der Arzt alles weitere vorbereitet, muss ich anfangen zu lachen. Ich glaube, das Glucksen erinnerte ihn zuerst ans Weinen, denn er sah mich für den Bruchteil einer Sekunde sehr besorgt an. Als er merkte, dass ich lachte, musste er mitlachen.

Ich hatte daran gedacht, ein Abonnement bei ihm abzuschließen. Weil irgendwie – ich weiß auch nicht wieso – sich ein sehr regelmäßiger Besuch bei ihm eingestellt hat.

Dann begann die bekannte Routine und ich musste mich ziemlich zusammenreißen, nicht loszulachen. Die ganze Situation war dermaßen absurd, dass ich das einfach nicht mehr ernst nehmen konnte. Während der Bohrer surrte, dachte ich darüber nach, wie verwundbar wir Menschen sind. Die Entzündungen sind minimal, haben aber eine enorme Auswirkung auf meinen Körper seelisch mehr als körperlich.

Auf der anderen Seite war ich froh, dass ein Grund gefunden wurde. Eine medizinische Prozedur, die unnötig ist, finde ich viel schlimmer. Zwei Nerven waren abgestorben und der dritte entzündet. Die Nerven traten alle drei die ewige Reise an und wurden entfernt. Damit ist es aber leider nicht getan, da dass Problem tiefer liegt (wie bei so vielen Dingen).

Ich weiß nicht, wie es weiter geht. Ich bin hilflos und kann nichts tun, außer Gott zu vertrauen. Und das will ich tun. Der Feind versucht uns immer einzureden, dass Gott uns straft oder wir ihm egal sind. Aber ich kenne die Wahrheit. Offensichtlich muss ich diesen Weg jetzt gehen, wenn ich auch nicht weiß, wohin er mich führt oder wann all das endlich nicht mehr entzündet ist.

Doch ich will dem Herrn vertrauen, dass alles zu meinem Besten dient.

Kristina

Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. - Johannes 3, 16-17 -

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