Nach der Euphorie – was bleibt?

Nach der Euphorie - was kommt?

Die Bässe dröhnen aus den Boxen im dunklen Raum. Nur die Bühne wird von verschieden farbigen Lichtern beleuchtet – ein echtes Farbenspiel. Als der Sänger zum Gebet ansetzt, erheben sich viele Hände in die Luft. Es ist kein normales Konzert, was hier geboten wird – sondern ein moderner Gottesdienst. Nach dem „Worship“ versammeln sich die Leute in kleinen Grüppchen, es gibt Snacks und die Laune kann als ziemlich gut aufgefasst werden.

Aber wie geht es nun weiter? Und wie gehe ich als Christ damit um?

Wenn du mich fragst, womit ich nun umgehe – nunja, das ist das Thema des Beitrages. Es kann sein, dass du mit Euphorie nichts anfangen kannst, dann ist das wahrscheinlich nicht das passende für dich. Aber es gibt viele Christen, die sich in den christlichen Veranstaltungen gefühlsmäßig schon fast verlieren.

Bei manchen ist das so stark, dass sie anschließend in ein regelrechtes Loch fallen – weil dann die Euphorie, die sie noch zuvor so stark verspürt haben, weg ist.

Wie immer ist das ein Beitrag, der nur meine persönliche Meinung widerspiegelt. Ich will niemandem auf die Füße treten oder ihn auf irgendeine Art und Weise mit meinen Worten verletzen. Darum, fangen wir erstmal von vorne an.

Was bedeutet überhaupt das Wort Euphorie?

Im Duden gibt es wie immer die gute Antwort:

Euphorie ist eine:

  • zeitweilige übersteigert heitere und zuversichtliche [Gemüts]stimmung, Hochstimmung, Zustand optimistischer Begeisterung, [rauschhaft] gesteigerten überschwänglichen Gefühls
  • (Medizin, Psychologie) dem objektiven Zustand nicht entsprechende gesteigerte Gemütsstimmung
  • (Medizin, Psychologie) Zustand übersteigerter Heiterkeit nach Genuss von Rauschmitteln und bei bestimmten psychischen Störungen

[Quelle – Duden]

Nach der Euphorie - was kommt?

Zusammenfassend könnten wir sagen, dass Euphorie ein gesteigertes Gefühl ist, welches positiv vom Erlebenden aufgefasst wird.

Euphorische Menschen kann man auf jedem Konzert beobachten – gut, ich denke bei einem Konzert der Sinfoniker wird es keine Menschen geben, die von den Stühlen aufspringen, ihre lange Mähne schütteln und anschließend die Stühle zertrümmern…

Aber auf vielen Konzerten und Events wird die Musik dazu benutzt, der Menge einzuheizen. Im Überschwang der Gefühle kann man dann Dinge tun, die man sonst nicht tun würde (ich denke da ganz speziell an meine Zeit, als ich noch nicht gläubig war).

Im Gefühl sich verlieren…

Was bedeutet das für mich als Christ? Darf ich nun nicht mehr auf ein christliches Konzert gehen? Diese Frage will ich hier nicht beantworten – das muss jeder mit sich und seinem Gewissen abklären. Aber wir sollten uns informieren, was die Bibel zur Euphorie sagt, bzw. wie wir in der Welt leben sollten.

Im Neuen Testament kommt das Wort „nüchtern“ elf mal vor.

Darunter drei Beispiele:

So laßt uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein! – 1. Thessalonicher 5,6 –

Wir aber, die wir dem Tag angehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil.
– 1. Thessalonicher 5,8 –

Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi.
– 1. Petrus 1,13 –

Nach der Euphorie - was kommt?

Aus der Bibel können wir entnehmen, dass wir als Christen eindeutig nüchtern sein sollten. Und das zu jeder Zeit! Nur, wenn ich meinen Verstand abschalte und mich von den Gefühlen überrollen lasse, kann der Feind mich verführen und für Gottes Werk unbrauchbar machen.

Euphorie > als Gottes Wort?

Ich weiß, dass dieses Thema unter Christen sehr schwierig manchmal ist, WEIL eben Gefühle mit im Spiel sind. Und dort, wo Gefühle die Oberhand haben, kann ein Thema sehr schnell emotionale Wellen schlagen.

Darum möchte ich nochmal betonen, es geht hierbei nicht darum, irgendetwas zu verbieten – das muss jeder für sich entscheiden. Aber es ist für das geistige Leben gefährlich, wenn man sich von der Euphorie anstecken lässt und aufhört, nüchtern zu sein.

Die Bibel warnt uns ja nicht, weil Gott uns den Spaß am Leben verderben will.

Ein Kind Gottes kann auch verführt werden. Verführung bedeutet nicht, dass man verloren ist. Der Feind hat einen in ein geistiges Hamsterrad gesteckt, welches sich immer schneller dreht. Das kann als Beispiel so ablaufen:

Unsere fiktive Glaubensschwester Caroline liebt die Musik und Anbetung. Sie besucht jeden Gottesdienst, der sich über viele Stunden hinzieht. Während dieser Zeit fühlt sie sich gesegnet und stark. Nach dem Besuch, wenn sie wieder in ihrer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung sitzt, flacht das Gefühl ab, welches sie zuvor noch verspürt hatte. Sie hat dann den Drang, die nächste Veranstaltung zu besuchen.

Und – weil sie in einer Großstadt lebt – hat sie die Möglichkeit, mehrmals in der Woche solche Veranstaltungen zu besuchen. Zu Hause hat das Gefühl der Leere sie so stark im Griff, dass sie oft an den Wochenenden durch ganz Deutschland reist, um bei Großevents dabei zu sein. In der Bibel liest sie nicht oft, weil sie dort keine Euphorie verspürt, sondern sie verlässt sich da ganz auf ihr Gefühl. Und so reist Caroline wahrscheinlich noch heute jedes Wochenende dorthin, wo sie vermeintlich geistig aufgefüllt wird.

Gottes Wort schützt!

Zugegeben, das Beispiel ist extrem geschrieben, aber ich habe schon von solchen Fällen im Bekanntenkreis gehört. Wenn das Gefühl einen sozusagen wie einen Esel mit der Karotte vor sich her treibt, dann sollte man inne halten und die Bibel um Rat fragen. Es gibt wirklich keinen besseren Schutz vor Verführungen als Gottes Wort.

Ich bin dem Herrn wirklich sehr dankbar, dass er gerade zu meiner Anfangszeit als Christ mich vor falschen Lehren geschützt hat und das auch durch sein Wort immer sehr deutlich mir gezeigt hat. Aber – wir müssen eben alles prüfen und da hapert es leider bei vielen Christen. Wenn ich aber die Bibel nicht mehr zur Rate ziehe, werde ich anfälliger für Verführungen und falsche Lehren.

Die Bibel ist unser Schutzschild hier in dieser Welt. Dieser Schild kann aber nur aktiv sein, wenn ich in ihr lese.

Kristina

Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen! und: Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit! - 2. Timotheus 2,19 -

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